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Das jüdische Echo · 1925-04-03 · 14 (3.4.1925) · p. Seite 229

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
14 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
Seite 229 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Das Jüdische Echo 229 liehen Zusammenhang gebracht werden. Ihre Ziele und Aufgaben sind weit bedeutender und höher. Die hebräische Universität wird jenes geistige Zentrum sein, das unsere nationale Ehre rehabilitieren wird — sie wird einen neuen jüdischen 'Geist und eine neue jüdische Wissenschaft schaffen. Seit dem XVIII. Jahrhundert war Israel, sein Land, seine Geschichte, seine Literatur und Kultur ein Forschungsobjekt fremder Nationen. Engländer, Deutsche und Franzosen wetteiferten in der Erforschung dessen, was irgend einen Zusammenhang mit Palästina hatte. Es erschien in allen Sprachen eine fast unübersehbare Literatur über unsere Bibel, unsere alte religiöse und profane Literatur usw. Während es in England Leute wie Conder und Macalister, in Deutschland Dalmann und Schumacher, in Fiankreich Clermont-Ganneaux und Pere Vincent gegeben hat. Menschen, die ihr ganzes Leben der Palästina-Forschung gewidmet hatten, haben gerade wir Kinder dieses Landes auf diesem Gebiete fast nichts geleistet. Fast nichts: außer dem verstorbenen Jerusalemer Forscher Abraham Luncz, der sein Augenlicht und sein Leben der Erforschung unserer Heimat geopfert hat — und den sehr wenigen jüngeren Forschern, die sich auf diesem Gebiete verdient gemacht haben. Zur Einweihung Jerusalem, 25. März 1925. (P.C.) Jerusalem steht im Zeichen der bevorstehenden Eröffnung der Hebräischen Universität. In wachsender Zahl kommen die Gäste aus aller Herren Länder und es zeigt sich, daß die ganze Kulturwelt der bedeutsamen Feier das größte Interesse entgegenbringt. Die Universität Cambridge hat den Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald S t o r r s , Dr. Rennie Mclnnes (Bischof von Jerusalem) und Sir Arthur Schuster mit ihrer Vertretung bei der Eröffnung betraut und sie mit der Überreichung einer Adresse an die Universität beauftragt. Der Vize-Kanzler von Oxford hat den Vikar von St. George, Rev. Dr. Herbert D a n b y , gebeten, Oxford bei der Eröffnung zu vertreten und in Aussicht gestellt, daß auch Dr. C a w 1 e y für Oxford anwesend sein wird. Die Universität Manitoba (Canada) hat ihren Professor der Hebraistik, Dr. E. Guthrie P e r r y , delegiert, die Columbia-Universität wird durch ihren Semitologen, Prof. Dr. R. G o 11 h e i 1, vertreten sein. Anläßlich der Anwesenheit Lord Balfours soll auch der Grundstein des Balf our-Einst ein- Institutes für Mathematik und Physik an der Universität gelegt werden. Diese Feier wird am 2. April nachmittags in Gegenwart von Prof. Weizmann stattfinden. Zahlreiche Gäste sind bereits in Jerusalem eingetroffen, darunter Prof. J. Horowitz von der Universität Frankfurt a. M., einer der besten Islamkenner der Welt. Prof. Horowitz hat sich bereit erklärt, bei der Einrichtung der arabischen Abteilung des Judaistischen Institutes der Universität mitzuwirken. In Jerusalem trafen ferner schon ein: Oberrabbiiner Dr. C h a j e s aus Wien, Vorsitzender des Aktionskomitees der Zionistischen Organisation; 0. E. d’A v i g d o r - G o 1 d sm i t, Prä- Dieselbe Erscheinung in der Bibelwissenschaft, die eine D’l 1 n? n J geworden war, dasselbe Bild in der hebräischen Philologie usw. Außer diesen spezifisch national-kulturellen Aufgaben, hat die Universität eine historische Mission zu erfüllen: die Mitwirkung an der Erweckung des Orients. Seit dem goldenen Zeitalter des Arabertums, den Zeiten der Omajaden und des Kalifen zu Granada schläft das große arabische Volk in kultureller Beziehung, schläft der vordere Orient. Erst seit dem Weltkrieg ist der Orient im Erwachen begriffen. Wir müssen als zukünftige Kolonisten Vorderasiens, Palästinas wieder Brücken zu unseren semitischen Brüdern schlagen. Die hebräische Universität wird dies auf geistigem Gebiet, durch Pflege der arabischen Kultur, vorbereiten! Jerusalem, Damaskus, Bagdad, Kai.ro werden die Zentren der zukünftigen pansemitischen Kultur sein. Möge diese zukünftige Kultur etwas ganz Neues sein, möge auf dem Skopus-Berge bei Jerusalem eine Synthese der antiken griechischen Schönheit und Freiheit und der alt-heb,räischen Ethik und Sittlichkeit entstehen. Möge von dort das Licht des Schönen und Guten über uns — und vielleicht auch über andere — erstrahlen. J. A r gas i. der Universität siident der Anglo Jewish Association und Mitglied des ökonomischen Boards für Palästina; I. Naiditsch, Direktor des Jewish Colonial Trust und des Finanz- und Wirtschaftsrates der Zionistischen Exekutive. Herr Naiditsch wird den Keren Hajessod bei der Eröffnungsfeier vertreten. Als Vertreter des Britischen Museums werden Viscount und Lady U 11 s w a t e r erwartet, die als Gäste des High Commissioners im Regierungsgebäude wohnen werden. Aus der Liste der Universitäten und wissenschaftlichen Anstalten, die bei der Eröffnungsfeier vertreten sein werden, sind noch folgende hervorzuheben: Universität von Aberdeen, Amsterdam, Athen, Belfast, Boston, Beirut, Cairo, Columbila, Brown Universität, Cambridge, Dublin, Edinburgh, Frankfurt a. M., Genua, Glasgow, Liverpool, Lunds, London, Leeds, Manchester, Oxford, die Sorbonne Universität, Toronto, Pennsylvania und Smithsonia, die Britische Akademie, die Britische Medizinische Gesellschaft, das Britische Museum, die Belgische Akademie der Medizin, das College de France, die Fränkelsche Stiftung, das Jüdische Theologische Seminar von Amerika, Gesellschaft für Palästina-Forschung, die Vorderasiatische Ägyptische Gesellschaft Berlin, Israelitische Theologische Lehranstalt in Wien, das französische Unterrichtsministerium, die Royal Society in London, die Royal Institution in London, die Königl. Schwedische Akademie und die Stockholmer Hogskole, die Königl. Akademie der Wissenschaften Amsterdam, die Royal Society of Edinburgh; der Senat der Universität Warschau. Begrüßungsschreiben der Berliner Universität Berlin. (J.T.A.) Die Friedrich - Wilhelm- Universität zu Berlin hat von dem Komitee der Jerusalemer Universität in London eine Einladung zur Teilnahme an der Föifer der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem erhalten. Die Berliner Universität sandte an das Univer-

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