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Das jüdische Echo · 1925-03-27 · 13 (27.3.1925) · p. Seite 210

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
13 (27.3.1925)
Date
1925-03-27
Page
Seite 210 (sequence 6)
Language
German
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210 Das Jüdische Echo Nr. 13 folgungen der jüdischen Studentenschaft, die teils gesetzliche, teils faktische Einführunng des n 11 in e r u s clausus in den ost- und mitteleuropäischen Staaten bedrohen vielfach unsere lerneifrige Jugend in der Fortsetzung ihrer Studien. Verzweifelt und innerlich gebrochen, ist sie gezwungen, ihrem Drange nach Bereicherung ihres Wissens zu entsagen. Durch die Eröffnung der Hebräischen Universität wird dieser Jugend, die im Lande unserer Väter ihre Zukunft begründen will, nach vollständiger Ausgestaltung dieser hohen Lehranstalt die Möglichkeit geboten werden, eine Hochschule zu besuchen, der Haß und Verfolgung fremd sein werden. Die Eröffnung der Hebräischen Universität bedeutet auch einen wichtigen Markstein im jüdischen Aufbauwerk in der alten Heimat Palästina und soll der gesamten Kulturwelt zeigen, daß die Wiedergeburt des jüdischen Volkes sich nicht nur auf den physischen und materiellen Aufbau der jüdischen Siedlungen erstreckt, sondern auch die Grundlage zur Gestaltung eines neuen jüdischen geistigen Zentrums in der alten Heimat schafft. Jahrtausendelang hat das jüdische Volk während seiner Galuth-Wanderung der geistigen Entwicklung seiner Güter das größte Interesse entgegengebracht. Zersplittert und durch Unduldsamkeit in seiner Entfaltung vielfach behindert, konnte das geistige jüdische Leben nirgends dauernd festen Fuß fassen. Durch die Errichtung einer Hebräischen Universität wird eine neue Stätte des geistigen Schaffens der Juden gesichert. Sie wird aber auch eine gastliche Stätte für Lehrende und Lernende aller Völker sein. Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde begrüßt daher den historischen Akt der Eröffnung der Hebräischen Universität aufs herzlichste und verleiht ihrer Hoffnung Ausdruck, daß das begonnene Wiederaufbauwerk in Erez Israel das Interesse der weitesten jüdischen Öffentlichkeit finden wird und versichert allen jenen Männern, die sich um die Eröffnung der Hebräischen Universität verdient gemacht haben, ihrer aufrichtigen Sympathien, in deren Betätigung das Vertreterkollegium den Beschluß gefaßt hat, dem Plenum des Kultusvor- . Standes nachstehenden Antrag zu unterbreiten: „Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde beschließt, dem Keren Hajes sod einen Beitrag von 20000 Schilling zu widme n.“ Diese Kundgebung, wie auch die Zuwendung an den Palästina-Aufbaufonds wurden einstimmig unter lebhaftem Beifall angenommen. (Ziko.) Die polnische Regierung offiziell vertreten Warschau. (J.T.A.) Die polnische Regierung sandte dem polnischen Generalkonsul für Palästina, Herrn Hubicki, eine Instruktion, daß er bei der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem am 1. April die polnische Regierung offiziell repräsentieren solle. In Polen hat sich die Sitte eingebürgert, daß Palästinareisende Geschenke für die hebrä- VERSICHERN SIE LEBEN UND EIGENTUM VersicherungsgeschHft Dr. Efttinger, Agnesstr. 47» Telefon 317 92 ische Universität mit sich führen. Der Präsident des Vereins der Freunde der hebräischen Universität, Herr Borris S t a w s k i, nahm eine Bronzestatue des Maimonides mit, die eine Arbeit des jüdischen Bildhauers Ostrzega, des Schöpfers des J. L. Perez-Denkmals, ist. Der Verein der Warschauer Antiquitätenhändler sandte das seltene Exemplar eines im Jahre 1589 erschienenen lateinischen Werkes, enthaltend eine Geographie Palästinas nebst Karle von Jerusalem. Der Sportverein Makkabi sandte eine Marmortafel, das Zionistische Komitee Warschau eine Bronzestatue Theodor Herzls. Ebenso führen zahlreiche andere Palästinareisende Geschenke mit. Schulfreiheit für jüdische Kinder in Polen Warschau. (J.T.A.) Auf Initiative der hebräischen Kulturgesellschaft ,,T a r b u t h “ hat der polnische Unterrichts minister verfügt, daß den jüdischen Schulen gestattet werde, am Tage der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem Schulfeiern zu veranstalten und den Unterricht a u s f a 11 e n zu lassen. Begrüssung der Krakauer Bne-Brith-Loge Als Begrüßung der Eröffnung der Jerusalemer Universität hat die Krakauer Bne-Brith- Loge auf ihrer Plenarsitzung vom 17. März beschlossen, sich mit 1500 Zloty am Keren Haje s s o d zu beteiligen. (Ziko) Weitere Gäste bei der Eröffnungsfeier Laut einer Reutermeldung ist Lord B a 1 f o u r am 16. März nach Palästina abgereist, um an der Feier der Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem teilzunehmen. Lord Balfour ist nach einer Meldung des ,,Messagero“ am 17. in Neapel eingetroffen und soll in Taormina mit dem König von England Zusammentreffen. In Jerusalem wird Lord Balfour für den 26. erwartet. (Ziko) London. (J.T.A.) Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Ch. Weizmann und der Präsident der Zionistischen Exekutive Nahum S o k o 1 o w reisten am 17. März 9 Uhr morgens von London nach Palästina ab, um der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem am 1. April beizuwohnen. Man nimmt an, daß sie in Neapel mit Lord Balfour Zusammentreffen werden. London. (J.T.A.) Der Oberrabbiner des britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, verließ am 18. März in Begleitung von Mrs. Hertz London, um sich zur Eröffnung der hebräischen Universität nach Palästina zu begeben. Oberrabbiner Dr. Hertz wird die Aufgabe haben, die religiöse Zeremonie der Hausweihe der Universität vorzunehmen. Der Oberrabbiner wird während seines Aufenthaltes in Jerusalem Gast des Oberkommissars von Palästina, Sir Herbert Samuel, im Regierungsgebäude sein. Jerusalem. (J.T.A.) Die Vorbereitungen für den feierlichen Akt der Eröffnung der Universität zu Jerusalem sind in vollem Gange. Im Garten des Universitätsgebäudes werden 4 00 Sitzplätze für die Vertreter der Regierungen, der Universitäten und hervorragender Gäste errichtet. Die ersten Ansprachen werden halten Lord Balfour, Sir Herbert Samuel und Dr. Ch. Weizmann.

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