Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 13 (27.3.1925)
- Date
- 1925-03-27
- Page
- Seite 209 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 209 Zur Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem Wir haben bereits in der letzten Nummer des ,,Jüdischen Echo“ Meldungen über die zur Eröffnungsfeier der Jerusalemer Hebräischen Universität entsandten Vertreter wissenschaftlicher Vereinigungen und akademischer Institute der verschiedensten europäischen Länder gebracht. Im folgenden veröffentlichen wir weitere mit der Universitätseröffnungsfeier zusammenhängende Nachrichten. Herriot, Painlevö und Blum begrüßen die Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem Der Pariser Korrespondent der Ziko übermittelt folgendes Begrüßungsschreiben des französischen Ministerpräsidenten Herriot, des Kammerpräsidenten Painleve und des Sozialistenführers Leon Blum anläßlich der Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem. Ministerpräsident Herriot: Der moderne Geist entzündet seine Fackeln auf allen Gipfeln; Jerusalem ist eine der höchstragenden Spitzen in der Geschichte der Zivilisation, und eine hebräische Universität in dieser Stadt kann nur an die glänzendsten Überlieferungen wieder anknüpfen und sie zur Entfaltung bringen. Ich wünsche, daß sie ein Mittelpunkt werde, zu dem sich von allen Enden des geistigen Horizonts alle Geister wenden, die dem Lichte und edlen Eingebungen zustreben. Sie muß ein Zentrum moralischer und geistiger Aufklärung werden, dessen Strahlen zur Zerstreuung der Nebel beitragen werden, die noch immer auf unserer schmerzensreichen Menschheit lasten. Alle Intellektuellen der ganzen Welt können darum in der Hebräischen Universität in Jerusalem eine Institution begrüßen, durch die die wissenschaftliche Forschung das Tor der lichten Wahrheitstempel vor dem ganzen Universum immer breiter aufreißt. Kammerpräsident Painleve: Wird Palästina ein strahlendes Zentrum des Judentums, seiner Sprache, seiner Idee, seiner Künste und seines Geistes werden? Diese Frage ist von nun an gestellt. Die erstaunlich raschen Fortschritte des Hebräischen in Palästina und insbesondere die Gründung einer Hebräischen Universität erscheinen als sichere Biirgschaf t des zukünftigen Erfolges. Was in Palästina geschehen wird, wird ihr nicht gleichgültig bleiben dürfen. Frankreich vertraut auf die Freundschaft Israels und weiß, daß es zu viele Bande zwischen den jüdischen und französischen Freiheitsbestrebungen gibt, als daß cfas neue Judäa nicht brüderlich mit Frankreich vereint bleiben könnte. Leon Blum: Die Eröffnung der Hebräischen Universität berührt gleicherweise mein jüdisches und französisches Herz. Der Jude war bisher der Dolmets c h des Orients im Okzident gewesen. Durch eine seltsame Verkettung wird er nun der Überbringer der frohen Kunde, die der Okzident seinerseits dem Orient zu übermitteln hat. Vor der zukünftigen Vereinigung begegnen einander zwei Zivilisationen. Wo könnten sie es würdiger bewerkstelligen als auf diesem bevorrechtigten Punkte des Erdballes — in Jerusalem? Frankreich kann dieses Ereignis nur bewegten Herzens begrüßen. Es ist seit jeher Erzieher und Schutzherr der erwachenden Völker des Orients gewesen. Das neue Judäa wird sich immer der Wohltaten der großen Revolution erinnern und nie vergessen, daß die Armeen der Republik die Ketten seiner Söhne gesprengt haben. Ein Sozialist kann nur die schönsten Früchte von der Wiedergeburt der jüdischen K u 1 - t u r erhoffen. Darum blicke ich mit Vertrauen auf diese Universität in Jerusalem, die, ein Zentrum der Forschung und ein geistiges Laboratorium, die Sorge für das irdische Wohl sicherlich nicht an die letzte Stelle rücken wird und in der die Juden ihre w u n d e r v o 11 e S e n d u n g nicht vergessen werden, die Wirklichkeit zu erfassen und sie bis zum Göttlichen zu erheben. Die Regierung der Vereinigten Staaten bei der Eröffnung vertreten New York. (J.T.A.) Das Departement für Auswärtiges der Vereinigten Staaten beauftragte den Konsul der Vereinigten Staaten in Jerusalem, die Vereinigten Staaten bei der Eröffnung der hebräischen Universität offiziell zu vertreten. Die englisc en Universitäten bei der Eröffnung Jerusalem. (J.T.A.) Wie die Palästinensische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Universität zu Cambridge den Gouverneur des Jerusalem-Jaffa-Distrikts General Sir Ronald S t o r r s bevollmächtigt, sie bei der Feier der Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem zu vertreten. Die Universität Oxford bevollmächtigte den Direktor des Antiquitäten-Departements der Palästina-Regierung, Prof. Garstang, sie bei der Universitäts-Eröffnungsfeier zu vertreten. Jerusalem. (P.C.) Unter den zahlreichen Institutionen, die die Einladung zur Eröffnungsfeier der Hebräischen Universität angenommen haben, befindet sich auch die Royal Society London, die Sir Arthur Schuster zu ihrem Vertreter nominiert hat. Das Britische Museum hat Viscount U 11 s w a t e r , einen ehemaligen Speaker des House of Commons, ernannt. Die Queens Universität von Belfast wird durch den Vice-Kanzler Mr. William Tyrrell vertreten sein. Mit besonderer Genugtuung verzeichnet das Universitätskomitee die Zusage von Lord und Lady Allenhy zur Teilnahme an der Eröffnungsfeier. Die Kundgebung der Wiener Kultusgemeinde Ein Beitrag der K u 11 u s g e in e i n d e von 60 0 Pfund für den Keren H a j e s s o d. Auf der Sonntag, den 15. März abgehaltenen Sitzung der Wiener Israelitischen Kultus g e m e i n d e wurde seitens des Vertreterkollegiums anläßlich der Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem folgende K u n d - gebung einstimmig beschlossen: Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde begrüßt mit großer Befriedigung die Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem, die in der jüdischen Geschichte eine neue Periode einleitet. Die steten Ver- 'Wr ' j v-. - v