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Das jüdische Echo · 1925-03-20 · 12 (20.3.1925) · p. Seite 213

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
12 (20.3.1925)
Date
1925-03-20
Page
Seite 213 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 195 durch die jüdischen Gemeinschaften in Palästina und Italien zu erreichen sein. Dr. Weizmann schloß, sobald die Bildung der neuen Agency verwirklicht sein wird, werde die Zionistische Organisation als Jewish Agency zu funktionieren aufhören und die Beziehungen zu der britischen Regierung oder, so dies nötig sein wird, zu einer anderen Regierung, werden von der neuen Jewish Agency gepflogen werden. Man wird sich an die Mandatarmacht und an den Völkerbund wenden, um den betreffenden Text des Mandats, der die Zionistische Organisation als die Jewish Agency anerkennt, so abzuändern, daß die erweiterte Jewish Agency an Stelle der Zionistischen Organisation tritt. Es sprachen dann noch von zionistischer Seite Louis L i p s k y, Morris Rothenberg, Dr. Stephen S. W i s e und von nichtzionistischer Seite Louis Marshall, Richter Julian W. Mack, Dr. Gyrus Adler, Oberst Herbert H. Lehmann, Rabbi Isaak L a n d m a n und Rabbi Abram S i - m o n. Die Beschlüsse wurden einstimmig angenommen. Herr Louis Marshall schloß die Konferenz mit dem Ausdruck der Freude, daß zu hoffen ist, die Jewish Agency werde die „Einigkeit in Israel“ wieder herstel- 1 e n. Zur Universitäfseröffung in Jerusalem Berlin (J.T.A.). Prof. Moritz Sobernheim wird sich im Aufträge der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums als deren Präsident und der Vorderasiatisch-Ägyptischen Gesellschaft als deren Schriftführer nach Jerusalem zur Eröffnung der hebräischen Universität begeben. Er wird dort auch die Gesellschaft für Palästinaforschung und den Deutschen Palästina-Verein (zusammen mit Professor D a 1 m a n n) repräsentieren. Stockholm (J.T.A.). Der Oberrabbiner von Stockholm Dr. M. Ehrenpreis begibt sich, vom Universitätskomitee eingeladen, in den nächsten Tagen nach Jerusalem, um an der Eröffnung der hebräischen Universität teilzunehmen. Dr. Ehrenpreis hat auch den Auftrag erhalten, die jüdische Gemeinde in Stockholm bei dieser Feier offiziell zu vertreten. Prof. Frederik Book, Mitglied der Königl. Schwedischen Akademie und Chefredakteur der großen Tageszeitung „Svenska Dagblade t“, ist nach Palästina abgereist, um die Königl. Schwedische Akademie und die Stockholmer Universität bei der Feier der Eröffnung der hebräischen Universität zu vertreten. Die alte Universität in Lund hat Prof. W r a n g e 1, der sich gegenwärtig auf einer Studienreise in Afrika befindet, beauftragt, die Universität Lund bei der Universitätsfeier in Jerusalem zu vertreten. Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis hat in den letzten Tagen ein schwedisches Komitee für die Universitätsbibliothek in Jerusalem gebildet, welchem hervorragende jüdische und nichtjüdische Universitätslehrer angehören, so u. a. Prof. Frederik B ö ö k, Prof. Carl David Josephson, Prof. Erik S t a v e , Prof. Henrik S c h ü c k. Die erste Büchersendung soll demnächst nach Jerusalem abgehen. Jerusalem (J.T.A.). Prinz S a p i e h a , der frühere polnische Minister des Äußern und einstiger Gesandter Polens in London, sowie Graf Pot o c k i, das Oberhaupt einer der bekanntesten aristokratischen Familien Polens, sind in Jerusalem eingetroffen und werden der Eröffnungsfeier der hebräischen Universität beiwohnen. Die Familie Potocki hat seit Generationen dem Judentum Interesse entgegengebracht. Ein Graf Potocki war es, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts zum Judentum übertrat und deswegen im Jahre 1749 in Wilna auf dem Scheiterhaufen endete. Er wird noch heute als „Ger Zedek“ im polnischen Judentum verehrt. Wien (J.T.A.). Oberrabbiner Prof. Chajes begibt sich Ende dieser Woche an Bord der „Vienna“ von Triest nach Palästina, um der Eröffnung der hebräischen Universität beizuwohnen. Vereinigung zwischen dem Jung» Jüdischen Wanderbund und dem Brith»Haolim Die beiden Jugendorganisationen in Deutschland, welche dem Brith-Hanoar angehören, haben beschlossen, sich zu einem einheitlichen Bunde zu vereinigen. Der Bund wird den Namen „Jung- Jüdischer Wanderbund“ weiterführen, die Wandergruppen des Brith-Haolim werden in die Organisation des Jung-Jüdischen Wanderbundes eingeordnet. Die Chaluzim beider Bünde, die zum großen Teil schon im Chaluzzentrum Hameln Zusammenarbeiten, werden unter dem Namen „Brith-Haolim des JungsJii di sehen Wanderbundes“ zu einer geschlossenen Chaluzgruppe zusammengefaßt. Die Vereinigung war nach dem Eintritt des Jung-Jüdischen Wanderbundes in den Brith-Hanoar nur noch eine Frage der Zeit. Die Erfurter Führertagung des Jung-Jüdischen Wanderbundes, die am 8. ds. Mts. stattfand, hat der sofortigen Verschmelzung beider Bünde zugestimmt. Es gibt nun einen starken, geschlossenen Bund des Brith-Hanoar in Deutschland mit einer gut entwickelten Chaluzbewegung, der über etwa 40 Ortsgruppen mit rund 1300 Mitgliedern verfügt. Nach einer weiteren Meldung aus Erfurt scheinen einige Gruppen und Führer mit dieser Entwicklung der Dinge nicht zufrieden zu sein. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn die Einheit des neuen „Jung-Jüdischen Wanderbunds“ durch derartige Sonderbestrebungen nicht geschwächt würde. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden im Jahre 1924*) 3. Auskunft und Bera t u n g. Dieses Aufgabengebiet hat sich im vergangenen Jahre stark erweitert. Da die Z.W.St. zur Zeit die einzige Stelle in Deutschland darstellt, welche über ein außerordentlich umfangreiches, durch regelmäßige Umfragen sich erneuerndes Material über sämtliche jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen geschlossener, halboffener und offener Art verfügt, gelangen sowohl von amtlichen Stellen, als auch insbesondere von Gemeinden, Vereinen und Einzelpersonen Anfragen über Einrichtungen, Organisationen, vor allem aber über offene Plätze in Anstalten an die Z.W.St. Es handelt sich in vielen Fällen gleichzeitig auch um gutachtliche Äußerungen. Gerade nach dieser Richtung hin ist Vorsorge getroffen worden, daß über jede einzelne Einrichtung von sachverständiger Seite zuverlässige Be- *) Siehe Nr. 10 und Nr. 11 des „Jiid. Echo“.

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