Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 11 (13.3.1925)
- Date
- 1925-03-13
- Page
- Seite 174 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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174 Das Jüdische Echo Nr 11 Aus der jüdischen Welt Deutschland Max Bernstein gestorben. Am Sonntag, den 8. März, ist in München Justizrat Dr. Max Bernstein an den Folgen einer Operation gestorben. Max Bernstein war einer bekanntesten Anwälte Deutschlands und als Verteidiger weit über die Grenzen seiner bayerischen Heimat berühmt. Als Schriftsteller und Dramatiker von Rang war er der Anwalt des süddeutschen Literatentums gewesen. Insbesondere trat er in früheren Jahren als Verteidiger der Zeitschriften „Jugend“ und „Simplizissimus“ hervor. Besonderen Anteil nahm er an dem Prozeß gegen die sogenannte Berliner Hofkamarilla. Er vertrat Maximilian Harden in dem Beleidigungsprozeß des Grafen Kuno M o 11 k e vor dem Berliner Schöffengericht und erzielte die Freisprechung seines Klienten. In neuester Zeit trat Bernstein als ein Verteidiger des von dem Münchener Volksgericht zu mehrjähriger Festungshaft verurteilten und später begnadigten Sekretärs Kurt Eisner, Felix Fechenbach, hervor, Max Bernstein ging ganz in Literatur und anwaltlicher Tätigkeit auf und stand jüdischen Bestrebungen persönlich fern. Landwirtschaftliche Ausbildung unter der deutsch-jüdischen Jugend. Berlin. (J.T.A.) Der Bodenkultur verein unter den Juden Deutschlands hat zwecks großzügiger Arbeit in Sachen Berufsumschichtung der deutschen Juden, die infolge Ausschaltung des Zwischenhandels und durch antisemitische Zurückdrängung in der Industrie einer starken Arbeitslosigkeit und Proletarisierung entgegensehen, mit dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten zwecks Ausgestaltung des Lehrgutes Buckow eine Interessengemeinschaft geschlossen, mit der Gesellschaft „Ort“ und den deutschen Lokalorganisationen einen Anschluß herbeigeführt und Vertreter des Hechaluz in den Vorstand aufgenommen. Eine großzügige Siedlungspolitik und eine intensive Ausbildung der jüdischen Jugend in der Landwirtschaft ist geplant. Den Vorsitz übernahm der Logenpräsident Siegfried Elle. Palästina Neuerliche Spende der französischen Regierung an die Jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem Die französische Regierung hat soeben neuerlich der Bibliothek ein für die wissenschaftliche Arbeit an der Universität sehr wertvolles Geschenk überreicht: den „Corpus Inscriptionum Semiticarum“ in 24 Bänden und die vollständige Serie der „Revue Biblique“ vom Jahre 1892—1924. Die Bücher wurden auf Kosten der französischen Regierung bis nach Jerusalem transportiert. Die Zahl der organisierten jüdischen Arbeiter in Palästina. Im ,,M ischar Wetaassi ah“ finden wir folgende Zahlen über die der Allgemeinen Arbeiterorganisation in Palästina angehörenden Arbeiter. Nachdem in der Einleitung darauf verwiesen wird, daß eine große Zahl jüdischer Arbeiter der Histadruth nicht angehört und deshalb in dieser Aufzählung unberücksichtigt bleiben mußte und daß es bisher nicht möglich war, genaue statistische Angaben über die einzelnen Arbeiter und Handwerker, die keinem Verbände angehören, zu erhalten, werden bezüglich der Städte folgende Zahlen angegeben: Tel A w i w. Die Zahl der Arbeiter exkl. der Beamten und der selbständigen Handwerker beträgt 6950. Davon sind beschäftigt: bei der Großindustrie 660, in Kooperativen 250, in Kleinindustrie und Handwerk 750, im Bauwesen 1750, bei Bauten in der Umgebung 260, bei Eisenbahn- und Fuhrwerkbetrieben 525 und der Rest bei verschiedenen anderen Arbeiten. Davon arbeiten — außer den Bauarbeitern — 1625 in dauernder Anstellung in der - Groß- und Kleinindustrie und im Verkehrswesen. Von den Bauhandwerkern arbeiten außer 300 fachlich nicht ausgebildeten Arbeitern und Neueinwanderern und einer kleinen Zahl von Mitgliedern von Gruppen, die in Ablösung arbeiten, alle sechs Tage in der Woche. Die Zahl der Familienmitglieder ist nicht genau festgestellt. Alle Zahlen sind abgerundet, da sie sich von Tag zu Tag ändern. Jerusalem. Die allgemeine Zahl der Arbeiter beträgt 1625, davon sind 885 Bauarbeiter. Bis auf 100—150 arbeiten alle 6 Tage in der Woche. Haifa. Die Zahl der Arbeiter beträgt 1475, davon sind 582 Bauarbeiter (250 beim Nesher). Bei der Großindustrie arbeiten außer den Nesher - Arbeitern 100 Mann. Abgesehen von den Bauarbeitern sind gegen 200 in der Umgebung beschäftigt. Bis auf einige wenige Arbeitslose arbeiten alle 6 Tage in der Woche. T i b e r i a s. Hier gibt es 200 Arbeiter außer den 75, die bei den Kooperativen und im Handwerk beschäftigt sind, größtenteils Bauarbeiter und ungelernte Sephardim. In der Umgegend arbeiten bei Straßenbauten und verschiedenen anderen Arbeiten 200 Leute. Kolonien. Außer den 2500 Angesiedelten gibt es in den Kolonien noch ungefähr 2500 weitere Ar beiter. Bahnarbeiter außer den in den Städten gibt es 200. Insgesamt betrug die Zahl der Arbeiter am 1. Januar 12 650. (Ziko! Amerika Der amerikanische Bne Brith-Orden für den P a 1 ä s t i n a - A u f b a u Atlantic City (New Jersey). (J.T.A.) Der dritte Distrikt der Großloge des Unabhängigen Ordens Bne Brith hielt vor kurzem seine zwTeijährliche Zusammenkunft in Atlantic City (New Jersey) ab. Es wurde eine Resolution angenommen, die Bewegung für die Errichtung eines jüdischen nationalen Heims in Palästina zu unterstützen. Eine Spende von 100 000 Dollar für die Jerusalemer Universität. Das Mitglied des Exekutiv-Komitees der Zionistischen Organisation in Amerika, Herr Israel Matz, spendete 100 000 Dollar zur Förderung der Arbeite» der Hebräischen Universität in Jerusalem sowie zur Belebung der hebräischen Literatur durch Unterstützung unbemittelter hebräischer Schriftsteller. Die Zinsen dieser als Dauerfonds gedachten Spende sollen erwähnten Zwecken zugeführt werden. (Ziko) | Gedenket der hungernden Vögel |