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Das jüdische Echo · 1925-03-13 · 11 (13.3.1925) · p. Seite 172

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
11 (13.3.1925)
Date
1925-03-13
Page
Seite 172 (sequence 8)
Language
German
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172 Das Jüdische Echo Nr. 11 Stätten und der Histadruth zu einer beiderseits befriedigenden Lösung zu führen. Eine weitere Resolution wurde angenommen, die ausdrückt , daß hündische Siedelungen durchaus vereinbar mit den Prinzipien des Hechaluz seien, und daß daher der Wille zu hündischer Siedlung mit der Frage der vollgültigen Zugehörigkeit zum Hechaluz nicht verquickt werden darf. In den neuen Merkas wurden gewählt die Chawerin: Ascher, Beyth, Lub i n s k i, Erna Meyerheim, Nagler, Sandbank, Rudel. Wir wünschen, daß die Arbeit des kommenden Jahres mehr, als es Resolutionen auszudrücken vermögen, vom Willen zur Verständigung und produktiven Aufbauarbeit für Palästina getragen sein wird. Sch. E. Warum der Palästfna~Hafeii in Haifa erbaut wird Die Antwort Sir Herbert Samuels an die T el - Aviv-I a i l a -1' elega lio n. Jerusalem. (J.T.A.) Der Oberkommissar von Palästina Sir Herbert Samuel empfng dieser Tage eine Abordnung der Städte Tel-Aviv und Jaffa, die von dem Bürgermeister von Tel-Aviv, Dizengoff, und dem Präsident»: i der Jaffaer Handelskammer geführt worden war. Die Abordnung drückte nochmals den Wunsch aus, daß die Regierung in Jaffa einen modernen Hafen erbaue, in welchem Falle die Stadtverwaltungen von Jaffa und Tel-Aviv bereit wären, die Kosten für die Messungen und Baggerungen zu tragen. Sir Herbert Samuel erwiderte der Abordnung, die Regierung erwäge die Frage des Hafenbaues ganz unparteiisch und lasse sich nur von realen Rücksichten leiten. Der Anspruch Jaffas auf einen modernen Hafen gründet sich darauf, daß Jaffa ein weit größerer Handelsumschlagplatz sei als Haifa. Demgegenüber besitzt Haifa zahlreiche ihm von der Natur verliehene Eigenschaften, die ihm als Hafenplatz den Vorzug geben; vor allem eine geschützte Bucht. Obwohl es heißt, der Glaube könne Berge versetzen, so wird doch der Glaube der Jaffaer Bevölkerung es nicht vermögen, den Berg Karmel für den Schutz ihrer Reede herbeizuschaffen. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß Haifa ein großes Hinterland besitzt: Syrien, Transjordanien und Irak. Sobald die Ölfelder von Mosul entwickelt sein werden, wird man die Ölröhren bis zum Mittelländischen Meer leiten, dann kann nur Haifa als Ausgangshafen in Betracht kommen. Ni-ht zuletzt ist zu berücksichtigen, daß die Mineralquelle des Toten Meeres etwa 100 000 Tons Mineral für die Einschiffung liefern wird. Der Transport wird über das Jordantal mittels Eisenbahn geleitet werden und die Punkte Baisan-Haifa verbinden. Es wäre unpraktisch, setzte Sir Herbert Samuel fort, in einem so kleinen Lande wie Palästina zwei moderne Häfen in einem Abstand von nur fünf Meilen voneinander zu errichten. Der Sachverständige des Kolonialamtes, der berühmte Ingenieur Palmer, habe sich für den Bau des Hafens in Haifa ausgesprochen, der eine Million Pfund kosten würde. Der Bau des Hafens in Jaffa würde freilich weniger als eine Million kosten. Lin Hafen in Jaffa würde dem Orangen-Export viel nützen und auch den Jerusalemer Handel fördern. Es bestehen aber Pläne, den Hafen von Haifa auch Jaffa und Jerusalem dienlich zu machen. Man wird die Linie Haifa-Ägypten teilen, sodaß eine Linie Tel-Aviv und Jaffa berühren wird. Natürlich muß erst die finanzielle Möglichkeit der Ausführung dieses Planes erwogen werden. Dann besteht das Projekt der Schaffung eines Landungsplatzes an einem Zentralpunkt zwischen Jaffa und Tel-Aviv. Sir Herbert Samuel schlug der Abordnung vor, eine Sachverständigenkommission einzusetzen, die alle diese Projekte zu prüfen und zu vereinigen haben wird. Auch soll eine Kommission die Finanzierung dieser Unternehmungen in den Kreis ihrer Erwägung ziehen. Jakob Frankel zum 70. Geburtstag Am 21. März (25. Adar) feiert unser Freund Jakob F r ä n k e 1 seinen 70. Geburtstag. Als Theodor Herzl seinen Sammelruf ertönen ließ und sich die begeisterten Scharen in den zionistischen Organisationen zusammenschlossen, die alt-neue Idee zu pflegen, da waren es in Deutschland fast nur junge Menschen, die sich vom Althergebrachten losmachten, um dem genialen Führer sich anzuschließen. Nur selten fand sich unter den deutschen Zionisten um die Jahrhundertwende einer, der das dritte Jahrzehnt seines Lebens schon hinter sich hatte. Jakob Fränkel war ein solcher. Er hat sich mit jugendlicher Begeisterung schon früh unserer Bewegung angeschlossen. Er ist ihr ein treuer allzeit bewährter Mitarbeiter gewesen. Besser als die meisten Jüngeren, hat er, körperlichen Beschwerden Trotz bietend, stets seine Pflicht als Zionist getan und mit seinem Rat und mit seiner Erfahrung uns zur Seite gestanden. So beglückwünschen wir ihn zur m't? mssn mtsy („Krone des Alters“). Aber wir hoffen, ihn noch viele Jahre im Geist der Jugendfrische in unserer Mitte zu haben Dr. E. S. Zum Jubiläum Jakob Fränkels Ein froher Tag. an dem wir unserem Freunde, Mitarbeiter und väterlichen Berater, Herrn Jakob Fränkel, zu seinem 70. Geburtstag unsere herzlichsten Wünsche darbringen können. Wo es galt und gilt, in tätiger Arbeit für die Erhaltung des Judentums zu wirken, stand und steht Jakob Fränkel in den ersten Reihen. Die hohe Zahl seiner Jahre ist für ihn auch heute kein Hindernis, seinem Ideale zu leben und der jüdischen Gemeinschaft seine wertvollen Dienste zu leihen. Jakob Fränkel ist eine zentrale Figur der Münchener Judenheit. Durch seine tief religiöse Gesinnung mit tausend Fäden der jüdischen Tradition und Vätersitte verbunden, gehört Fränkel zu den ältesten Bannerträgern der zionistischen Idee in Deutschland und hat in seinem engeren Vaterlande nicht wenig zu deren Verbreitung beigetragen. Fränkel war der Vorsitzende des Zionistischen Gruppenverbandes für Bayern und Württemberg, solange sich dessen Sitz in München befand, er gehört seit Jahrzehnten der Vorstandschaft der Zionistischen Ortsgruppe München an, und zwar lange Zeit an leitender Stelle. Seine Tätigkeit im Vorstand der orthodoxen Ohel-Jakob-Gemeinde Münchens fand allgemeine Anerkennung. Jakob Fränkel üst bekanntlich auch Mitglied der Landesversammlung des Bayerischen Israelitischen Gemeindeverbandes und nimmt als solcher an mannigfachen Verbandsarbeiten teil. Ein besonderes Ruhmesblatt seiner unermüdlichen Aktivität für den Zionismus ist seine eifrige journalistische Tätigkeit. In früheren Jahren als ständiger Korrespondent des „Frankfurter

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