Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 11 (13.3.1925)
- Date
- 1925-03-13
- Page
- Seite 171 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Das Jüdische Echo 171 Teilnahme der amerikanischen Juden an der Jewish Agency Auf der am 1. März in New York abgehaltenen ^.esPrec^uns der Vertreter der amerikanischen zionistischen Juden, mit Louis Ma r s h a 11 an der Spitze, wurden die von Dr. W e i z m a n n unterbreiteten Vorschläge für die Beteiligung der amerikanischen Judenheit an der Jewish Agency angenommen. Die Konferenz fand unter Vorsitz von Louis Marshall statt. Dr. Weizmann referierte über Rechte und Pflichten wie auch die geplante Zusammensetzung der Jewish Agency. Die Agency werde über das Palästinabudget zu entscheiden haben. Die erweiterte Jewish Agency werde auch als Vertreterin des gesamten jüdischen Volkes vor dem Völkerbund zu fungieren haben, indem der Völkerbund ersucht werden wird, Art. 4 des Mandates* laut welchem die Zionistische Organisation als Jewish Agency anerkannt ist, dahin abzuändern, daß die Agency außer durch die Zionistische Organisation auch durch jene nichtzionistischen Elemente repräsentiert wird, die an dem Aufbau des jüdischen Nationalheims mitzuarbeiten gesonnen sind. Es wird Aufgabe der Agency sein, den Keren Hajessod zu einem mächtigen Instrument auszubauen. Die Zionistische Organisation sei einverstanden, daß sowohl Exekutive wie auch der Council der Agency sich aus je 50 Prozent Zionisten und 50 Prozent Azionisten zusammensetzen. An der Diskussion beteiligten sich die prominentesten Vertreter der amerikanischen Judenheit. Der Anschluß an die Jewish Agency wurde einstimmig beschlossen. In der gleichen Resolution fordert die Konferenz die neue Jewish Agency auf, die Frage zu prüfen, ob der Keren Hajessod als das finanzielle Instrument der erweiterten Jewish Agency zu übernehmen wäre. Die dritte Jahreskonferenz des deutschen „Hechalutz“ (Von einem Delegierten der Konferenz.) Vom 28. II. bis 2. III. 1925 tagte die Jahreskonferenz des Landesverbandes des deutschen Hechaluz in Berlin. In der Eröffnungssitzung begrüßte Dr. Heinz Nagler die Konferenz, die von ca. 50 Delegierten beschickt war und zu de_r sich zahlreiche Gäste einfanden. Es folgten Begrüßungen der verschiedenen zionistischen und Arbeiter-Organisationen. Alsdann erstattete Chawer Ascher Generalbericht des Merkas, woran sich Sonderberichte über das Mädchen- und Tarbut-Dezernat, über das Handwerks-, Landwirtschafts- und Finanz-Ressort anschlossen. Wie aus den Berichten hervorging, wurde im vergangenen Jahr vor allem ein breiterer Ausbau des Hechaluz durchgeführt, der mit erfolgreicher Hachscharah- Arbeit Hand in Hand ging, wobei Kultur- und Erziehungsarbeit etwas vernachlässigt worden war. Die Generaldebatte hierzu, die einen ganzen Vormittag in Anspruch nahmbeschränkte sich im allgemeinen auf Kritik der zu kurz gekorn^ menen Ortsgruppen oder Arbeitsgebiete, ohne viel neue Anregungen bringen zu können und ohne den guten Eindruck der geleisteten Arbeit zu verwischen. Es folgte ein Bericht des Chawer Schapiro über, die Lage des Welthechaluz, der einen Einblick in die starke Entwicklung des Hechaluz in anderen Ländern, besonders in Polen, gab. Chawer Rudel referierte über das Wesen des Hechaluz und leitete damit die Frage der Stellung des Hechaluz in Deutschland zur Histadruth-Haklalith ein, in deren Mittelpunkt die Haltung des Blau-Weiß stand. Mit seinem Korreferat über Blau-Weiß und hündische Siedlung ging Chawer Kaufmann bewußt weit über den Rahmen dessen hinaus, was vor die Konferenz gehörte, um hier einmal in grundlegender Aussprache die sehr getrübte Atmosphäre zu reinigen. Dem Gedanken der Arbeiter-Organisation, in die einzutreten sich alle Blau-Weiß-Chaluzim verpflichtet fühlen, ordnete er die Idee des Staatsbürgers und des allgemeinen zionistischen Kolonisationswerkes über, in dem die Histadruth ein wichtiger Faktor sei, worin sich aber dieses Werk nicht erschöpfen dürfe, dessen Führung der Hanhalah-Zionith Vorbehalten bleibt. Es sei die Aufgabe des Hechaluz, seine Menschen zu Staatsbürgern (im Sinne der zionistischen Idee) und nicht zu Proletariern zu erziehen. Werner Bloch berichtete noch ergänzend über das Werk der Blau-Weiß-Werkstätten in Palästina. In der anschließenden Diskussion zeigte es sich, daß der Versuch der Auseinandersetzung bei allem guten Willen der Referenten restlos mißglückte. Man mißverstand sich, oder wollte sich nicht verstehen. Ein Lichtblick innerhalb der Diskussion war die Rede Moschkowitz’ (Poale Zion), der versuchte, das Positive und die gemeinsame Linie herauszustellen und der dann unterstrich, daß man sich innerhalb der Histadruth für die vorgetragenen Ideen einsetzen könne. Nach endlosen Permanenz-Ausschußsitzungen wurde ein umfassendesabgeändertes Statut vorgelegt das u. a. den Chawerim des Hechaluz den Eintritt in die Histadruth in Erez Israel zur Verpflichtung macht. In einer Resolution stellt die Landeskonferenz fest, daß die Bundes-Leitung des Blau-Weiß die Absicht hat, gemeinsam mit der Werkstatt-Leitung und im Verein mit den verantwortlichen Instanzen der Histadruth den Konflikt zwischen den Blau-Weiß-Werk- D A S HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN—GARDINEN - DECKEN