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Das jüdische Echo · 1925-03-06 · 10 (6.3.1925) · p. Seite 155

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
10 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
Seite 155 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 10 Das Jüdische Echo 155 Komitees ihre Berichte und Vorschläge beendet, die sie nun der zweiten Konferenz vorlegen werden. Dr. W eizmann wird der zweiten Konferenz beiwohnen und einen Bericht über die gegenwärtige Lage in Palästina gehen. Die Palestine Investment Corporation wird laut dem vor kurzem veröffentlichten Prospekt ein Grundkapital von drei Millionen Dollar haben, welches in 30 000 Aktien zu je 100 Dollar geteilt ist. Die Gesellschaft, die gemäß den Gesetzen der Vereinigten Staaten gegründet wird, hat das Recht, wenn nötig, das Grundkapital zu vergrößern. Es wird geplant, daß die Gesellschaft von dem Aufbaudepartement des Joint Distribution C o m m i 11 e e in Palästina Aktien in der Höhe von 450 000 Dollar, die in Palästina investiert wurden, zu übernehmen. Ähnliche Arrangements sollen mit dem Palestine Development Council (Brandeis- Gruppe) getroffen werden. Die Amerika-Palästina- Gesellschaft (American Palestine Company) hat ihre Bereitschaft erklärt, sich mit der Palestine Investment Corporation zu vereinigen. Herr Bernard F 1 e x n e r erklärte sich bereit, Präsident der Corporation zu werden. Die Herren Louis Marshall und Oberst Herbert Lehman wollen die Funktionen der Vizepräsidenten übernehmen. Herr Felix v. Warburg erklärte sich bereit, den Vor* sitz über den Direktoren-Rat zu führen. Dr. Wcizmann in Amerika — 300000 Dollar für den Keren Hajessod an einem Abend New York. (J.T.A.) Aus Anlaß der Anwesenheit des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Wcizmann in New York fand am 17. Februar in der Carnegie Hall eine Massenkundgebung zugunsten des Keren Hajessod statt. Der Präsident des amerikanischen Direktorenrates des Keren Hajessod, Mr. Morris Rothenberg, führte den Vorsitz. Hauptredner waren Dr. Chaim Weizmann und Dr. Schmarjah L e v i n. Die Halle war stark überfüllt, ungefähr 15 000 Menschen warteten draußen und konnten keinen Einlaß mehr finden. Colonel Kisch von der palästinensischen zionistischen Exekutive teilte mit, daß Mr. Felix M. War b u r g die erste Keren Hajessodspende der neuen Kampagne in der Flöhe von 50 000 Dollar entrichtet hat. Es spendeten ferner Mr. Samuel U nlermeyer 10 000 Dollar, Benjamin Winter und Max Blomberg je 10 000 Dollar, Mr. Julius Mar* s h a 1 1 5 000 Dollar. An dem einen Ahe n d wurden 300000 Dollar a u f gehr a eh t. Auf Grund der Berichte der Delegierten der einzelnen Distrikte erwartet man, daß die jetzige Kampagne mehr als eine Million Doll a r in Nbaren Einzahlungen erbringen wird. Dr. Weizmann schilderte in seiner Rede den wirtschaftlichen Zusammenbruch der europäischen Judenheit, der zur Folge hat, daß ein ungeheuerer Druck auf die Tore- Palästinas besteht. Die wirtschaftlich ruinierten Juden setzen ihre einzige Hoffnung darauf, ihr Lehen in Palästina wieder aufzubauen. Es ist eine Notwendigkeit der Stunde, die landwirtschaftliche Kolonisation und den Städtebau in Palästina in einem ganz anderen Maße als bisher zu entwickeln. Dr. Weizmann berichtete über die Verhandlungen, die er gegenwärtig in den Vereinigten Staaten betreffend die Erweiterung der Jewish Agency durch Einbeziehung amerikanischer Nichlzionisten führt. Die Stimmung war enthusiastisch. Schon am 15. Februar wurden auf einer Zusammenkunft des Direktorenrates des amerikanischen Keren Hajessod in Anwesenheit Dr. Weizmanns 97 000 Dollar von den 25 anwesenden Personen aufgebracht. Mr. Rothenberg machte den Vorschlag, in Jerusalem ein großes Gebäude zu errichten, das alle zionistischen Ämter und Funktionen vereinigen soll. Der Direktorenrat stimmte diesem Vorschlag zu, drei der Direktoren besteuerten sich für diesen Zweck mit je 10 000 Dollar. $ $ $ L o n d o n. Wie seitens des Hauptbüros des Keren Hajessod in London der JTA mitgeleill wird, hat der Keren Hajessod in der Zeit vom April 1921 bis Dezember 1924 1 578 144 Pfund in Palästina ausgegeben. Allein für landwirtschaftliche Versuchsstationen wurden 469 852 Pfund (29,77 % der Gesamtausgaben) verausgabt. Die zweitgrößte Ausgabe war die für Erziehung einschließlich für Universität und Bibliothek: 303 368 Pfund. Für Einwanderung wurden 189 343, für Investierungen, Hypotheken, Elektrizitälsanlagen, Landentwicklungsgesellschaft, Solei Boneh, Schulgebäude 145 819Pfd„ für öffentliche Arbeiten 128 504 Pfund, für öffentliche Gesundheit 115 203 Pfund, Verwaltung 70 993 Pfund, nationale Organisationen 58 456 Pfund, Misrachi 41 572 Pfund, Nationalfonds 25 398 Pfund, für Handel und Industrie 15 854 Pfund, Technikum 13 782 Pfund verausgabt. Purim Am Sabbath, welcher dem Purimfeste vorausgeht, lesen wir den Abschnitt aus der Thora: „Gedenke, was dir Amalek tat“ usw., der mit den Worten abschließt: „Vergiß es nicht!“ Wenn die Verse aus der Bibel auch zeitweise unserem Gedächtnis entschwunden waren, so haben uns doch ab und zu die nackten Tatsachen diese Worte wieder in Erinnerung gebracht. Am Pessachabend erwähnen wir äni Sedertische: „In jedem Zeitalter standen Feinde unseres Volkes auf, um uns zu vernichten“ und da führen wir uns auch vor Augen, was Israel von diesen Feinden, welche wir mit dem Sammelnamen Amalek bezeichnen, zu dulden hatte. Wenn wir gar oft während des Jahres Gelegenheit haben, über unser Verhältnis zur nichtjüdischen Umgebung nachzudenken, so ist doch stets das Purimfest diejenige Zeit, wo unser Inneres ganz besonders daran gemahnt wird. Auf deF ganzen Erde, überall, wo sich Juden befinden, wird in jedem Jahre am vierzehnten des Monats Adar das Buch Esther im Gotteshause oder im einsamen Kämmerlein gelesen und die Generationen des jüdischen Volkes haben immer wieder für diese eigenartige Begebenheit Interesse. Die Geschichte, welche uns das Buch Esther in schlichter und volkstümlicher Sprache erzählt, wirkt ganz besonders durch die Sachlichkeit und Einfachheit in der Darstellung der Begebenheiten. Nicht ein einziges Mal finden wir darin den Namen Gottes erwähnt, wie überhaupt die Rettung der Juden als die Folge unscheinbarer und natürlicher Begebenheiten dargestellt wird. Einer unserer Weisen äußert sich, daß das Buch Esther gleichsam die Thora Israels außerhalb Palästinas ist. In der Zerstreuung über die Erde, gegen die Beschuldigungen, die wider es erhoben, die Verfolgungen, die über es verhängt wurden, zu seiner Verteidigung wie zu seiner Ermutigung bedurfte es eines kleinen, volkstümlich geschriebenen Buches, das ihm die Hauptgestalten und die Hauptphasen seines Daseins, den Feind und den Kampf, den Freund

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