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Das jüdische Echo · 1925-03-06 · 10 (6.3.1925) · p. Seite 154

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
10 (6.3.1925)
Date
1925-03-06
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 Das Jüdische Echo Nr. 10 sehe Gemeinwesen in Palästina ist dazu bestimmt, den Beweis zu liefern, daß alle die Eigenschaften nicht eine Rasseeigentümlichkeit der Juden sind, sondern nur eine Folge der Diaspora und der sozialen Verhältnisse. Aber gerade deshalb muß dieser Geist, der dem wahren Wesen des Judentums fremd ist, von den Juden mit besonderer Schärfe abgelehnt und bekämpft werden, ,,damit der allehrwürdige Geist des ursprünglichen Judentums wieder zum Vorschein kommt, dem die Welt schon so viele große Lenker und Forscher und auch mystischreligiöse Führer und Propheten verdankt.“ Frau von Oheimb schließt: ,,Beide Wege, sowohl der des neuen Gemeinwesens in Palästina, als auch der der Assimilation, können dem Heimatbedürfnis des Judentums Befriedigung gewähren .... Es gibt ungefähr 12 Millionen Juden auf der Erde, es ist ausgeschlossen, daß alle eine Heimat in Palästina finden können, es ist aber andererseits auch unbedingt nötig, daß den unschuldig verfolgten und gequälten Juden eine neue bessere Heimat geboten wird. Das aber kann, freilich nur für eine beschränkte Zahl, Palästina sein.“ Palästinensische Streiks und Aussperrungen*) Von unserem Jerusalemer Korrespondenten. (Schluß.) A.G. Wenn der L o c k - O u t als solcher, der ohnehin nur einen Teil der Unternehmer umfaßt, wohl bald beendet sein wird, so darf er als Symptom nicht ernst genug gefaßt werden. Die Frage von Recht oder Unrecht, die von verschiedenen Seiten in der Presse gestellt wurde, ist hier nicht zu entscheiden. Der Arbeiter wird von seinem Standpunkt aus klipp und klar beweisen, daß seine Forderungen berechtigt sind und wird sie auf Prim zipien des Nationalismus und der Gerechtigkeit zurückführen. Der Unternehmer wird das gleiche tun. Es handelt sich hier um eine sehr wichtige Frage, die nur mit wirtschaftlichen und organisatorischen Mitteln anzupacken ist. Es handelt sich darum, unvermeidliche Unstimmigkeiten zwischen Arbeiter und Unternehmer automatisch zu erledigen, so daß nicht jedesmal die Arbeit unterbrochen werden muß und die Kraftprobe in jedem Einzelfalle entscheidet. Die „allgemeinen Zionisten“, die eine Delegation an die Exekutive entsandt haben, um sie zum Eingreifen zu veranlassen, mögen vielleicht irgend etwas wie ein Schiedsgericht im Auge haben. Sie sind aber im Irrtum, wenn sie den Konflikt, den sie in ihrer Deklaration in der Presse als „politischen Klassenkampf“ bezeichnen, durch nationale Autorität allein zu lösen hoffen. Im jetzigen Stadium dürfte weder der Waad Leurni noch die Exekutive mit ihrem moralischen Einfluß allein genügen, um auf die D a u e r Konflikte zu vermeiden. Die Verhandlungen, die die Stadtverwaltung unter Teilnahme des Vertreters des Arbeitsdepartements der Regierung zwischen den Parteien einleitete, führten bisher zu keinem Ergebnis. Die Forderung der Unternehmer ist eine Zusicherung des Jaffaer Arbeiterrats, sich des Streiks in Zukunft nicht zu bedienen. Erst nach Schluß der Verhandlungen wird man diese etwas unklare Formulierung in ihrer Bedeutung fassen können. In vielen Punkten, Lohn, Steuer für Krankenkasse, Acht-Stundentag haben die Unternehmer ihr Einverständnis erklärt. Die Forderungen der Arbeiter lauten: 1. Einstellung der Arbeiter nur durch das Arbeitsamt des Arbeiterrates, *) Siehe Nr. 9 des „Jüd. Echo“. 2. Entlassung mit genügender Begründung, 3. Lohn und Arbeitsbedingungen entsprechend den Beschlüssen der Gewerkschaften, 4. Minimallohn von 30 Piastern täglich (entsprechende Erhöhung bei Qualifizierten), 5. Acht-Stundentag, (>. 3 Prozent Steuer für die Krankenkasse, 7. Versicherung bei Unglücksfällen, 8. wöchentliche Lohnzahlung. Als Vorbedingung für alle weiteren Verhandlungen fordert der Arbeiterrat die Bezahlung der Tage der Aussperrung. In II a i f a ist in drei Stellen fast gleichzeitig Streik proklamiert worden. In der Zementfabrik „Kescher“ bei Jadjur, in den „Grands Moulins de Palestine“ und in der Fabrik „Schemen“ haben die Arbeiter wegen Lohndifferenzen die Arbeit unterbrochen. Als Grund gibt der Arbeiterrat in Haifa die Teuerung der Lebensmittel, vor allem das Steigen der Brotpreise um ein Drittel an. Es handelt sich um über 300 Arbeiter. Allen Anzeichen nach werden die Differenzen einen scharfen Verlauf nehmen. Die „Grands Moulins“ hat einer Zeitungsnachricht zufolge von Paris aus Ordre bekommen, den Betrieb zu schließen. Daß die Nachricht auf Wahrheit beruht, darf nicht bezweifelt werden. Seihst wenn man annähme, daß nach Austragung dieser für Palästina ungewohnt scharfen und weite Kreise umfassenden Differenzen eine gewisse Beruhigung eintreten wird, so ist es mit einer Beilegung der akuten Konflikte nicht getan. Es müssen Mittel gefunden werden, die eine Entwicklung der städtischen Arbeit in sicheren Gleisen gewährleisten. Der rein moralische Einfluß unserer nationalen Institutionen dürfte, wie bereits angedeutet, nicht genügen. Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang ein Versuch der Regierung, der vor einigen Monaten eiügeleitet wurde. Eine Kommission aus Vertretern der Arbeiterschaft, der Unternehmer und Unparteiischer wurde von der Regierung auf gef ordert, die Bedingungen zu untersuchen und Vorschläge zur Regelung der Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu machen. Verschiedene Anregungen sind von der Kommission an die Regierung weitergegeben worden. Für eine allgemeine gesetzliche Regelung der besprochenen Konflikte fehlen im heutigen Stadium noch die Bedingungen. Der einzige Punkt, wo sie durchführbar wären, ist Tel-Awiw, wo dem jüdischen Jischuw munizipale Gewalt zusteht. Palestine Investment Corporation New York (J.T.A.). Der Präsident des amerikanisch-jüdischen Komitees Herr Louis M arshall, der zusammen mit Oberst Lehman, Felix M. W a r b u r g und Bernard Flcxner die Palästina=Investierungs-Gesellschaft (Palestine Investment Corporation) organisiert, versandte am 17. Februar Einladungen zu einer unparteiischen Konferenz der führenden amerikanischen Juden, die am 1. März stattfinden und über die Teilnahme der amerikanischen Judenheit an der J e w i s h Agency und an der Palästinensischen Inveslierungsbank beraten soll. Die erste Konferenz wurde bekanntlich am 17. Februar 1924 abgehalten. Von der Zionistischen Organisation nahmen Dr. Weizmann und Dr. R u p p i n an ihr teil. Diese Konferenz hatte zwei Komitees eingesetzt: das eine für die Ausarbeitung eines Planes der Beteiligung an der Jewish Agency, das zweite für die Organisierung der Palästina- Investierungsgesellschaft. Nunmehr haben beide

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