Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 9 (27.2.1925)
- Date
- 1925-02-27
- Page
- Seite 136 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Das Jüdische Echo Nr. 9 An die zionistische Jugend in Deutschland! Der Keren Kajemeth befindet sich in einer schwierigen Situation. Tausende von Menschen in Palästina und im Galuth warten auf Ansiedlung. Der nationale Bodenbesitz ist aber zu klein. Deswegen ist es notwendig, die zionistische Jugend an ihre besondere Pflicht dem Keren Kajemeth gegenüber zu erinnern. Nur durch den Keren Kajemeth wird es der Jugend, die nach Palästina geht, auch weiterhin möglich sein, ihr wichtigstes Ziel, nämlich die Schaffung einer jüdischen Landwirtschaft, zu verwirklichen. Nur der Keren Kajemeth kann unseren Chaluzim den Boden geben, auf dem sie durch eigene Arbeit in Formen leben können, die ihnen entsprechen. Nur so wird die Grundlage für das nationale Heim geschaffen, die eine gesunde wirtschaftliche und soziale Entwicklung ermöglicht und eine starke politische Sicherung bietet. Die zionistische Jugend hat heute die Pflicht, den Beweis zu erbringen, daß der Aufbau mit Hilfe der nationalen Fonds möglich ist. Leider ist es vorgekommen, daß der Keren Kajemeth Bodenkomplexe, die von entscheidender Bedeutung für die Kolonisation sind, sich entgehen lassen mußte, weil er nicht genügend Mittel besaß. Hier kann die Jugend im Galuth Abhilfe schaffen. Die praktische Arbeit für den Keren Kajemeth eignet sich insbesondere auch für unsere Jugend. Die Arbeit ist leicht, abwechslungsreich und' stellt nicht allzu erhebliche Anforderungen an den Einzelnen. Ohne die Jugend aber ist eine gute Arbeit für den Keren Kajemeth unmöglich. Schon in der nächsten Zeit kann die zionistische Jugend in Deutschland beweisen, daß sie gewillt und fähig ist, mitzutragen an der Verantwortung für das Gelingen unseres nationalen Werkes. Die Sammelstelle des Keren Kajemeth in Deutschland ist mit ihrem Kontingent von 6000 Dunam im Rückstand. Nur durch eine große Aktion zu Purim bietet sich noch die Möglichkeit, diesen Ausfall wett zu machen. Deswegen sollen am 8. März in allen Orten Deutschlands Haussammlungen für den Keren Kajemeth stattfinden. Die Unterzeichneten Vorstände fordern hierdurch die Mitglieder ihrer Organisation auf, sich am 8. März ausschließlich in den Dienst des Keren Kajemeth zu stellen. In den Orten, in denen kein Vertrauensmann des Keren Kajemeth ist oder der Vertrauensmann die Sammlungen aus irgend welchen Gründen nicht durchführen kann, sollen die Mitglieder unserer Verbände die Organisierung selbst übernehmen und sich deswegen umgehend an die Zentrale in Berlin wenden. Wir erwarten bestimmt, daß alle unsere Freunde neben den älteren Zionisten ihre Pflicht bei dieser Aktion erfüllen werden. Bundesleitung des Blau-Weiß Präsidium des Kartells Jüdischer Verlbfindungen i. A.: Benno Cohn Georg Strauß Förder Das Präsidium des deutschen Kreises des Maceabi-Welt-Verbandes Muntner Bundesleitung des Jung-Jüdischen Wanderbundes Bundesleitung des Brith Haolim Fritz Lichtenstein Noack Reichmarm Stein Rosenblatt Präsidium des Bundes zionistischer Korporationen Misrachi Jugendgemeinschaft Zwirn Wolffsberg Geschäftsführender Ausschuß der Zionistischen Verbindung Hatikwah Glaser Vorstand des zionistischen Jugendvereins Hechawer Fechtklub Bar Giora Kramarski Kuhn Jüdischer Ruderklub Ivria Hapoel Hazair Merkas des Hechaluz Präsidium des Herzl-Bundes Engel Landauer Nagler Ascher Rudel Walter Samuel Aus der Jüdischen Welt Belgien Jakob I s r a e 1 s o h n gestorben. In Brüssel starb vor einiger Zeit im Alter von 68 Jahren der weitbekannte, aus Rußland stammende Orientalist Jacob Israelsohn. Der Verstorbene war in Libau geboren, studierte in Petersburg und bildete sich noch in jungen Jahren zu einer Autorität in der Wissenschaft und den Sprachen des Orients aus. Sein Sondergebiet waren die alten judäoarabischen Literaturen. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften, die in der wissenschaftlichen Welt viel Beachtung fanden. Bekannt ist die Rolle Israelsohns im Kiewer Beilis-Prozeß, wo er der Verteidigung das wissenschaftliche Rüstzeug zur Widerlegung der Ritualmordlegende lieferte. Im Jahre 1923 verließ er Sowjet-Rußland. Einen ihm angebotenen Posten eines Bibliothekars der jüdischen Abteilung der Staatsbibliothek lehnte er ab. Palästina Eröffnung des Haif aer Technikums. Das Hebräische Technikum in Haifa wurde am 9. Februar durch den Präsidenten des Verwaltungsrates, Sir Alfred Mond, feierlich eröffnet. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. die Herren B a u m a n n , Leiter des Bildungsdepartements der palästinensischen Regierung, Symes, Gouverneur des Nord-Distrikts, Bialik, Ussischkin, Dr. R u p p i n , Dr. H a 1 p e r n , Dr. M a g n e s , Disengoff und zahlreiche andere Persönlichkeiten. (Ziko) Eine billige Palästina- Linie des Lloyd Triestino. Wie die „Wiener Morgenzeitung“ berichtet, eröffnet der Lloyd Triestino demnächst eine neue billige Palästina-Eillinie, bei welcher die Kosten der Reise Triest—Jaffa 3. Klasse, einschließlich Verpflegung, sich bloß auf 6 Lire belaufen werden. Die neue Linie, für welche der Lloyd Triestino die