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Das jüdische Echo · 1925-02-20 · 8 (20.2.1925) · p. Seite 120

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
8 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
Seite 120 (sequence 8)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nr. 8 und die ihn allein segensvoll weiterzuführen imstande ist. Um die alten Methoden jüdischen Lebens zu konservieren und in Palästina zur Auswirkung zu bringen, waren wahrhaftig nicht dreißig Jahre opfervoller Arbeit notwendig. Es wäre eine Schmach für die Vielen, die um eines neuen Lebens willen die Brücken hinter sich abbrachen und sich mit ganzem Herzen und ganzem Wesen, mit dem Geist und dem Körper als Grundmauer von Erez Israel einbauen ließen und lassen, wenn es uns nicht gelingen sollte, eine Handvoll rabiater Bodenspekulanten zur Raison zu bringen. Mit allen Mitteln und ohne Schonung. Es heißt mit der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart aufräuinen, um der Zukunft willen; damit endlich einmal ein Ende abzusehen sei der Galuthvererbung, und damit der Vernichtung all derjenigen großen und reinen Impulse, die der Jude aus dem Geiste seiner Gesetzgebung und seinem Wesen, für die Gestaltung der Lebenszustände auf der Erde empfangen hat. Arnold Zweig. Sabbath Schekalim "D Zur Zeit, als in der Zionsstadt noch der Tempel mit seinem Opferdienste bestand, wurden nach der Mischnah (Traktat Schekalim) am ersten des Monats Adar an alle Bewohner des Landes Boten entsandt, um jeden Israeliten zu mahnen, einen halben Scheckei rechtzeitig für das Heiligtum zu entrichten, und zwar deshalb pünktlich, damit vom ersten Nissan ab die Opfer im Heiligtum von der neuen Hebe dargebracht werden könnten. Die Einziehung dieses halben Schekels geschah mit größter Strenge; denn (nach der gleichen Mischnah) wurden vom 25. Adar ab alle diejenigen gepfändet, welche der Entrichtung der Steuer nicht nachgekommen waren. Zur Erinnerung daran wurde bestimmt, daß an diesem Sabbath vor dem 1. Adar in den Gotteshäusern neben der allwöchentlichen Sidrah eine Parschah zur Vorlesung kam, welche diese Verordnung enthielt und in welcher auch die Bestimmung beigefügt ist: „Der Reiche gebe nicht mehr, und der Arme nicht weniger als einen halben Schekel!“ Auch die jüdischen Dichter, insbesonders Rabbi Elieser-ha-Kalir besingen den halben Schekel als Sinnbild der Freiheit, deren sich Israel einst erfreut hatte. Ganz besonders weist dieser Dichter auf den Unterschied zwischen den zu seiner Zeit so drückenden Judensteuern und den Schekel hin mit den Worten: „Früher sollte ich bloß einen halben Schekel geben und jetzt erdrücken Judensteuern mein ganzes Leben.“ Unser Zeitalter weiß nichts mehr von Judensteuern in diesem alten Sinne (denn unsere Gemeindesteuern zählen ja nicht zur Kategorie dieser Abgaben), allein auch des halben Schekels glaubt man enthoben zu sein. Da kommt diese sabbathliche Mahnung, um uns die Bedeutung dieser Vorschrift auch für unsere Zeit in Erinnerung zu bringen. Die Steuer, welche für das Heiligtum auferlegt war, erscheint sehr klein, aber in ihrer Bedeutung groß und wichtig: Die Idee, daß der Reiche Die Tag und Nacht geöffnete Grossgarage ist das Münchener Autoheim Hindenburgstr 11/13 5 Min v.Hauptbahnhof an der Arnulfstrasse — Telefon 605 96-99 nicht mehr, der Arme nicht weniger gebe, d. h. daß alle Menschen vor dem Gesetze, vor dem einen Gott, dem sie alle untertan sind, gleich erscheinen, ist so erhaben, wie sie idealer in keinem Slaatswesen der alten oder der neuen Zeit zu finden ist. In der Beschaffung der Ausgaben finden Staat soll und muß es Unterschiede zwischen reich und arm geben, aber in der menschlichen Bewertung vor dem Höchsten, was der Mensch kennt, vor dem Heiligsten seines Innern soll ein Unterschied äußerlich nicht erkenntlich sein. Keine der großen Völker des Altertums, Griechen, Römer, Ägypter usw. hatten ein solches Gefühl von der Gleichheit vor Gott und seinem Gesetze und auch in unserer Zeit kann man hievon nur mit gemischten Gefühlen sprechen. Ein Volk, dessen Schöpfungsgeschichte jeden Menschen als Ebenbild Gottes hinstellt, dem eine Offenbarung, welche sich an das ganze Volk wendet, zuteil wurde, kann unter sich einen Unterschied vor dem göttlichen Gesetze nicht geltend machen. Aber so wichtig uns die Bedeutung des halben Schekels im ethischen Sinne erscheint, so folgenschwer ist er auch in anderer Beziehung. Das Heiligtum ist dahin, der Opferdienst mit ihm verschwunden, aber Volk und Gemeinden bestehen. Der halbe Schekel wurde nach der Zerstörung des Tempels außer Wirksamkeit gesetzt, wenn auch das Purimfest in anderer Form an diese Spende mahnf. Allein wir sollten diese Abgabe wieder in Geltung bringen; die Neubelebung in unserem Volke mahnt uns, auch die alten Gebräuche, oder besser gesagt, die alten Verordnungen wieder aufleben zu lassen. Auch heute kann mit dem halben Schekel, wenn jeder in Israel ihn spendete, viel für unser Ideal geleistet werden. Möge der Sabbath Parschath Schekalim uns mahnen, in dieser Beziehung unsere Pflicht zu tun. I v r i. Die Berliner Sektion des Älpenvereins Ein antisemitischer Wahlaufruf des Vorstandes. — Forderung eines Numerus clausus bei Aufnahme von Juden Berlin (J.T.A.). Aus Anlaß der am 13. März d. Js. stattfindenden Neuwahl des Vorstandes der Berliner Sektion des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins verbreitet der jetzige Vorstand dieser Sektion ein von dem Vorsitzenden Dr. Rud. Hauptner unterzeichnetes Rundschreiben an die Mitglieder, in dem abermals zu der viel erörterten Angelegenheit des Ausschlusses der österreichischen Sektion „Donaulan d“ Stellung genommen wird. In diesem Zirkular wird behauptet, daß es sich bei der Neuwahl um die Zukunft der Sektion handle. „Aus Gründen der Erhaltung der alten, hervorragenden Sektion Berlin im Gesamtverein“, heißt es da, „erachtet der Vorstand die Entwicklung des Mitgliederstandes in der bisherigen Weise für untragbar. Die Sektion ist von christlichen Mitgliedern gegründet worden und hatte in den ersten Jahrzehnten nur eine geringe Zahl jüdischer Mitglieder. Diese Zahl wuchs infolge der großen Alpenfeste und erfuhr eine weitere Steigerung durch den in den vier anderen Berliner Sektionen streng durehgeführten Arier-Paragraphen. Nach dem Kriege wurde der Zuzug neuer christlicher Mitglieder zur Sektion Berlin immer geringer. Die Zahl der jüdischen Mitglieder dagegen stieg auf über 30%. Das Ergebnis der Hauplverhandlung in R o s e n h e i in in der ,,Donauland“-Frage gab schon im Dezember einsichtigen älteren jüdischen Mitgliedern den Entschluß, an den Vorstand wegen einer Einschränkung jüdischer Meldung heran-

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