Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 7 (13.2.1925)
- Date
- 1925-02-13
- Page
- Seite 107 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 107 fremden Warte des Einsiedlers werden diese Forderungen erhoben, sondern unter Verarbeitung moderner Ideen bis herauf zu Bergson und B u - 1) e r von einem Menschen, der im Leben steht, und der ihre Wirklichkeiten kennt. Darum wirkt dieses Buch so lebendig und anregend zugleich. Es sollte von allen gelesen werden, die auch nur einen Funken von Menschheitsglauben in sich bewahrt haben. — Der rührige Verlag Meyer & Jessen hat das Buch entsprechend seinem wertvollen und gediegenen Inhalt bestens ausgestattet und doch den Preis so gehalten, daß es einem großen Kreis erreichbar ist. G. * Alle besprochenen und in der Liste der eingclaufenen Bücher verzeichneten Werke sind in der ,,Ewer“-Buehhandlung, Oltostr. 2, vorrätig. Jüdischer Volksliederabend Rahel Kaufmann. Am 17. Januar 1925 sang hier Frau Rahel K a u fman n aus Berlin 15 jüdische Lieder vor einer tief ergriffenen Hörerschar. Es waren z. T. Lieder, die wir zum ersten Male hier hörten, vor allem das sehr starke, fast wortlose „Dudele“, dann das feierlich-freudige „Jissmach Moische“. — Wiegenlieder und Liebeslieder füllten die zweite Hälfte des Programms. Klanglich und vortragsmäßig wunderbar eindrucksvoll. Frau Kaufmann gelang es, diese mannigfachen Lieder einfach wie Volkslieder und reich wie Kunstschöpfungen zu singen. Wir hoffen, sie recht bald wieder hier zu hören. Herr Erwin Palm begleitete am Klavier mit taktvoller Zurückhaltung, wie diese Lieder es verlangen. — (Einige Klavierstücke nach alten hebräischen Melodien ließen trotz des guten Vortrags keine ungemischten Empfindungen aufkommen). * K o m p o s i I i o n s a b e li d H e i n r. S c h a 1 i t. Wir machen unsere Leser nochmals auf die in unserer letzten Nummer erschienene Voranzeige des Kompositionsabends Heinrich Sehalit am 7. März im Museum aufmerksam. Über die zum Vortrag gelangenden „Seelenlieder“ schreibt Prof. Max Chop in „Signale“ vom 27. Oktober 1920: „Die Seelenlieder Heinrich Schalits sind nach Stimmung und Kolorit ein Meisterstück, ganz dem orientalischen Milieu angepaßt, aus dem sie dichterisch konzipiert wurden. Der Odem der alten Tempelgesänge weht aus ihnen entgegen, bald in psalmodischer, bald in Litaneiform, dann wieder in den großangelegten Steigerungen mit den farbenprächtigen Höhepunkten. Dabei steht man nirgends unter dem Eindruck des Gewollten und Beabsichtigten, alles fließt durchaus natürlich dahin, jedes der klingenden Bilder ist ein kleines, in sich abgeschlossenes Kunstwerk. Die griechischen Tonarten tauchen auf, regelrechte, zusammengelegte Tetrachorde mit der Trite auf der Diazeuxis. Das phrygische Element, das die Alten als „aufregend“ charakterisieren, waltet vor. Es ist gut gewählt und mutet nicht als konstruktive Spielerei an, sondern als ein aus der Dichtung sich ergehendes, mit ihr eng verwachsenes Element.“ Außerdem werden ein Choralvorspiel (für Klavier), religiöse Gesänge nach Gedichten von Jehuda ha-Levi (für Sopran), ein Intermezzo fis-moll (für Klavier) und jüdische Volkslieder in deutscher Übertragung und Bearbeitung zum erstenmal vorgetragen. Karten bei Alfr. Schmid, Otto Bauer, Otto Halbreiter und in der „Ewer“-Buchhandlung, Ottostr. 2 (Telephon 52 407). Gemeif d enu.Vereins-icho M ii nche n. Die Einschreibung an sämtlichen Münchener Schulen findet Mittwoch, den 18. Febr. 1925 vormittags 8—12 Uhr statt. Jene Schüler, welche die jüdische Volksschule im letzten Schuljahre schon besuchten, ebenso alle Neueintretenden, haben sich während dieser Zeit im Schullokale, Herzog Rudolfstraße 5, einzufinden. Neu eintreten können sowohl Kinder, welche das 0. Lebensjahr zurückgelegt haben oder es in den nächsten Monaten vollenden, als auch Kinder, welche bisher städtische Volksschulen besucht haben und mit Beginn des neuen Schuljahres in die jüdische Schule übertreten wollen. Letztere haben bei der Einschreibung das letzte Schulzeugnis vorzulegen. Einer Austrittsbescheinigung der seither besuchten Schule bedarf es nicht. Die Meldung des Übertrittes erfolgt auf dem Dienstwege durch die jüdische Schule. Kinder, deren Eltern an städtischen Schulen am Tage der Einschreibung die Erklärung abgeben, daß sie ihre Kinder zur jüdischen Schule anmelden, werden dieser seitens der Stadtschulbehörde zugewiesen. Die Schule umfaßt vorerst die untersten vier Klassen. Es erübrigt sich, jüdische Eltern auf die Vorteile der jüdischen Schule hinzuweisen. Pflicht aller jüdischen Eltern ist es, ihren Kindern eine jüdische Erziehung zu gewährleisten und ihnen in unserer Zeit die Anfechtungen zu ersparen, welche gemeinsamer Schulbesuch mit anders erzogenen Kindern mit sich bringt. M ü n c h e n. Ge s a m t a u s s c h u ß d er Os tj u d e n. Jeden Mittwoch findet abends 8 Uhr Herzog Maxslraße 5, Riickgeb. I, eine öffentliche Sitzung statt, zu der alle Interessenten höfl. eingeladen sind. M ii n c h e n. J ii d. K u 1 l u r v e r e i n. Samstag, den 7., sprach Herr L ö w y vor einem zahlreichen Publikum über die Notwendigkeit eines Kulturvereins in München. Die zeitweise sehr leidenschaftlich geführte Debatte zeigte nicht nur einige Meinungsverschiedenheiten, sondern bewies das lebhafte Interesse an dem Thema. Es wurde schließlich eine Einigung erzielt und alle Opponenten erklärten sich zur Mitarbeit bereit. Samstag, den 14. Februar 8.80 Uhr: Rezilationsabend von Herrn S. Eisen im Sitzungssaal des G.-V., Herzog Maxstr. 5 Rgb. I. M ü n c h e n. Der Vortragszyklus von Dr. Max Mayer über „Die neu hebräische Lyr i k“, der im Rahmen der von der hiesigen Israelitischen Kultusgemeinde veranstalteten Lehrkurse am Donnerstag, 19. Februar, beginnen sollte, ist bis auf weiteres verschoben. Er findet voraussichtlich im April statt. Ankündigung erfolgt noch. M ü nche n. Das j ii d. A r b e i t s a m t, Herzog Maxstraße 7/0, Tel. 53401, sucht Stellen für: Lageristin der Schuhbranche, tiiclit. Kaufmann, t ücht. Reisenden, Ausgeber, Kontoristinnen. — Lehrstellen aller Art f. Schneiderinnen, Putzmacherinnen usw. — Kinderfräuleins, Hauspersonal gesucht. M ü n c h e n. B a r K o c h b a J u g e n d - Abte i 1 u n g. Treffpunkt Sonntag um ball) 9 Uhr am Ostfriedhof. Alle Jungen müssen pünktlich da sein. Blau-Weiß München. Fahrtenzeltei für Februar 1925. I. Zug (Führung: Schloinoh Ettlinger). Fahrten: Sonntag, 1. Febr.: Stieglmeierplalz 8 Uhr Karte nach Nymphenburg (Nudel, Eier, Rosinen); Sonntag, 8. Februar: Ostfriedhof 8 Uhr Geislgasleig (Gries, Zucker, Rosinen); Sonntag, 15. Febr.: Skifahrt nach Schneeverhältnissen (kein