Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 6 (6.2.1925)
- Date
- 1925-02-06
- Page
- Seite 91 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 91 len den anderen solche Last habt auferlegen wollen), seid darin jenen ähnlich, die, um die Kinder zu erschrecken, Gesichter schneiden und sich scheußliche Namen ausdenken, bis die Kleinen sich, hange gemacht, ihrem Willen fügen und widerwillig und bekümmert ihren eigenen gefangen geben. Aber das hilft nur, so lange das Kind Kind ist; wenn es seine geistigen Augen aufgeschlagen hat, lacht es über den Betrug und fürchtet sich nicht mehr vor den Fratzen. So zum Lachen steht es auch mit dem Eurigen, das allein Kinder und Toren in Furcht bringen kann, während die anderen, die es kennen, euch verlachen. Ich höre nun auf, von der Rechtmäßigkeit dieses Betruges zu reden, da ihr ja selbst, die ihr solches ersinnt, es als unter die Regeln des Rechts fallend erachtei, daß man nichts Böses tun dürfe, um das Gute zu erzeugen. Vielleicht aber haltet ihr es nicht für schlimm, mit Lügen andere in ein schweres Vorurteil hineinzustoßen und damit den Schwachen Gelegenheit zu geben, ihren Verstand einzubüßen. Wäre auch nur ein Schatten wahrer Religion oder Furcht in euch, so hättet ihr zweifellos nicht geringe Angst haben müssen, da ihr so viel Schlimmes über den Erdkreis gebracht, so viel Unfrieden unter den Menschen gestiftet: so viel Unrecht und Gewissenlosigkeit in die Welt gesetzt habt, daß ihr Eltern gegen ihre Kinder und Kinder gegen ihre Eltern gewissenlos zu hetzen euch nicht gescheut habt. (Schluß folgt.) Literarisches Echo Eingelaufene Bücher: Josef Popper Lynkeus: „Das Recht zu leben und die Pflicht zu sterben“. Verlag R. Löwit, Wien und Leipzig 1924. 143 S., brosch. Mk. 3.—. geb. Mk. 4.—. „Das Z e 11“, eine jüd. illustr. Monatsschrift. 1. Jahrg. 10. Heft. Zelt-Verlag, R. Löwit, Wien I, Fleischmarkt 1. (Mit Beiträgen von Eugen Hoetlich, Dr. M. Balaban, Alex Baerwald, Manfred Sturmann u. a. und mehr als 40 Illustrationen und Kunstblättern von Josef Floch, Mark Chagall, Grete Wolf-Krakauer, Max Pechstein u. a.) Gesamtkatalog der Werke des Jüdischen Verlags. Berlin, Dezember 1924 (mit ganzseitigen Bildnissen von Achad-Haam, Agnon, Bialik, Buber, Dubnow, Herzl, Mendale und Nordau). Wird vom Verlag (Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 35) Interessenten auf Wunsch zugesandt und ist auch durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Arthur S a c k h e i m , Das jüdische Element in der Weltliteratur. Sieben Vorträge. Verlag Hazoref, Hamburg 1924. 191 S. Felix A. Theilhaber: Dein Reich komme! Ein chiliastischer Roman aus der Zeit Reinbrandts und Spinozas. Verlagsbuchhandlung Schwetschke u. Sohn, Berlin. Gemeir d enu.Vereins-Kcho rvnnyn nstpn umn hi nx ü'J'did , rvjpsn 'an TityDn 4 nyt&o "pynty mW? Ottostr. 2. M ü nclie n. Austritte aus dem Judentum im 4. Quartal 1924: Alfred Schüler, Chemiker; Else Hiilskamp, Ingenieursfrau, geh. Holzer; Karl Schayer, Kaufmann; Emanuael Ungar, Kerzengießer; Tilly Leps, Ingeniersfrau. M ii n c. h e n. Wir machen nochmals auf die von der Israelitischen Kultusgemeinde veranstaltete Vortragsreihe des Herrn Rabbiner Dr. Baerwald über ,,Die Entstehung des Gebetbuches“ und „Einführung in die hebräische Sprache“, sowie auf den Vortragszyklus des Herrn J. A r g a s i über „P a - lästina, das Land und seine Ge - schichte“, der allsonnabendlich von 8 9 Uhr im Bibliotheksaal der Isr. Kultusgemeinde stattfindet, aufmerksam. Herr Argasi, der selbst Palästinenser ist, erläutert in seinen Vorträgen ein sehr interessantes Bildermaterial, das er aus wissenschaftlichen Instituten (zum Teil auch aus dem Privatbesitz hiesiger Professoren) zur Verfügung erhielt. Die Vortragsabende des Herrn Rabbiner Dr. Baerwald finden jeden Mittwoch von 8 9 bezw. 9—10 Uhr statt. Zionistische Ortsgruppe M ii n c h e n. Donnerstag, den 12. Februar punkt 8 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde Vortrag Dr. Max Mayer: „D i e jüdische Autonomie i n Litauen.“ Vorangehend um halb 8 Uhr Ersatzwahlen für mehrere Vorslandsämter. — Die regelmäßigen Ortsgruppenahende werden für die Dauer der von der Gemeinde veranstalteten Vortragszyklen unterbrochen. Wir bitten unsere Mitglieder um regen Besuch der Vorträge. Jüdischer Kulturverei n M ü n c h e n. Samstag, den 7. Februar 1925 abends halb 9 Uhr Vortrag von Herrn Jos. Löwy: „Die Notwendigkeit des jüdischen Kulturvereins!“ verbunden mit einer kleinen Abschiedsfeier für Herrn Tobiascli, der nächste Woche nach Palästina fährt. Der Vortrag findet im Sitzungssaal des C.V., Herzog Maxstr. 5 Rgb. I, statt. Bar K o c h b a M ii n c h e n. Auf Anregung einiger Damen wird eine Frauen-Riege gegründet, die unter Leitung einer eigenen Lehrkraft turnen soll. Damen, die dafür Interesse haben, ist Gelegenheit gegeben, sich jeden Dienstag (7—9 Uhr) auf dem Turnhoden in der Heimschule anzumelden. Blau-Weiß Stuttgart. Fahrten-Zettel für die erste Hälfte des Februar: 5. Turnen (Forstturnhalle, 8 Uhr); 7. Zionistische Ortsgruppe 8 Uhr Sieglehaus, Bericht über die Wiesbadener Tagung (für Zug 1), für Zug 2 Heimabend halb 6 Uhr bei Pommeranz, Hauptstätterstr. 86/11; 8. um 9 Uhr Treffpunkt Cannstatter Wasen, Karlsbrücke (Sport; 11. Korporationsabend bei Leo Pinkus, Marktstr. 17; 12. Turnen (Forstturnhalle 8 Uhr); 14. Zug 1: Heimabend bei Hermann Nowytarger 8 Uhr, Zug 2: Heimabend 6 Uhr bei Alb. Schlesinger, Karlstr.il; 15. Zug 1: Treffpunkt Buhenbad 10 Uhr, Fahrt nach Eßlingen; Zug 2: Treffpunkt Schloßplatz 2 Uhr, Fahrt nach Obertiirkheim und gemeinsame Rückwanderung mit Zug 1. K o m p o s i t i o n s a b e n d S c h a 1 i t. Samstag, den 7. März abends 8 Uhr findet im „Museum“ ein Kompositionsabend von Heinrich Schalit unter Mitwirkung von Konzertsängerin Else B u s c h h o f f und Kammersänger Julius Gieß statt. Wir möchten unsere Leser auf dieses Konzert, das ein künstlerisches Ereignis zu werden verspricht, besonders aufmerksam machen. Es gelangen u. a. neue Klavierwerke und religiöse Gesänge für Sopran (nach Gedichten von Jehuda ha-Levi) zur Erstaufführung, außerdem „Jüdische Volkslieder“ in deutscher Übertragung und Bearbeitung von H. Schalit. Kammersänger Gieß wird die seit mehreren Jahren hier nicht gehörten „Seelenlieder“ Op. 16 singen. Uber Schalits Seelenlieder schreibt Adolf Weißmann in der „B. Z. am Mittag“: „Paul Bender sang die „Seelenlieder“ von