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Das jüdische Echo · 1925-01-30 · 5 (30.1.1925) · p. Seite 71

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
5 (30.1.1925)
Date
1925-01-30
Page
Seite 71 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 71 Das Urteil des Gerichtes lautete u u f Freisprechun g. Die „Breslauer Volkswacht“ bemerkt zu diesem l rteil: „Man darf gespannt sein, ob dieser Freispruch dem Magistrat der Stadt Breslau nicht trotzdem Veranlassung bieten sollte, diesem Herrn, dem — es ist kaum auszudenken — auch jüdische Kinder zur „Geistesbildung“ anvertraut sind, in einem Disziplinarverfahren die Wege zu weisen.“ Gra f R e v e n11o w s Protest gegen die offiziellen Ehrungen W e i z m a n n s Berlin (J.T.A.). In der Sitzung des Reichstags vom 22. Januar, während der Debatte über die Regierungserklärung, ergriff auch der Nationalsozialistische Abgeordnete Graf Ernst zu Reventlow das Wort und bedauerte, daß die neue Regierung die bisherige Außenpolitik fortsetzen wolle. Der Völkerbund, sagte er, sei nur eine Art Aufsichtsrat des internationalen Weltkapitals, dargestellt von Juden und Judengenossen. Graf Reventlow erhob sodann Protest dagegen, daß der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Weizmann vom Reichspräsidenten Ebert wie der Vertreter einer Großmacht empfangen worden ist. Der Redner bedauerte ferner, daß die evangelische und die katholische Kirche keinen Einspruch dagegen erhoben habe, daß die Heiligen Stätten in Palästina wieder in jüdische Hände geraten sind. *. In derselben Sitzung kam der sozialdemokratische Abgeordnete und frühere Reichskanzler Hermann Müller-Franken auf die Affaire der Brüder Barmat zu sprechen, die von den National-Sozialisten ganz zu Unrecht als Agitationsstoff gegen demokratische Politiker mißbraucht wird. Abgeordneter Müller sagte: Barmat hat dafür gesorgt, daß im Hafenarbeiterstreik 1919 die Lebensmittel von Holland nach Deutschland gelangen konnten. Barmat wird vorgeworfen, daß er Ostjude sei. Wenn die Deutschnationalen mit keiner! Partei, die von Ostjuden subventioniert ist, Beziehungen haben wollten, würden sie keine Koalition in diesem Hause zusammenbringen. Der Redner erinnerte an die Tatsache, daß die „Kreuz-Zeitung“ im Jahre 1875 den Fürsten Bismarck der Bestechung durch Bleichröder in der Angelegenheit des Verkaufs der Barziner Papierfabrik beschuldigt hat. Palästina D e r Keren H a j e s s o d hat i m Jahre 5 6 8 4 8 9 7 0 0 0 £ in Palästina.investiert Laut dem vorläufigen Berichte des Finanz-Departements der Zionistischen Palästina-Exekutive für das Jahr 5684 hat der Keren Hajessod in erwähntem Jahre in Palästina 397 000 £ investiert. (Das für das laufende Jahr 5685 vom A.-C. angenommene Budget sieht Investierungen in Höhe von 446 000 £ vor.) Der Schatzmeister der Palästina- Exekutive stellt mit Befriedigung fest, daß die rechtzeitige Bereitstellung der Mittel im zweiten Semester die Arbeit der Exekutive sehr erleichtert hat. (Ziko.) Das hebräische Arbeiter- T a g e b 1 a t t in Palästina Laut dem „Doar Hajom“ soll die neue von den Arbeitern in Palästina herausgegebene hebräische Tageszeitung in Jaffa ihr Erscheinen am 1. April aufnehmen. Der Pressefonds der Histadruth Haklalith hat zu diesem Zwecke von einem mit der Arbeiterbewegung sympathisierenden Kapitalisten 1000 Pfund zur Verfügung gestellt bekommen. Weitere 1000 Pfund wurden von den jüdischen Arbeiterorganisationen wie Solei Boneh, Arbeiterbank, Hamaschbir aufgebracht. Man hofft auf gegen 10 000 Abonnenten. (Ziko.) Amerika Ein P a 1 ä s t i n a - A u f b a u - F o n d s der jüdischen Frei m a u rer A merikas Mr. William A. Rowan, der Direktor des New Yorker Kreises der Freimaurer, des größten Freimaurerkreises der Welt, legte in einer der letzten Zusammenkünfte dieses Kreises ein Bekenntnis für den Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina ab. Mr. Rowan sandte auch einen Brief an Louis Sable, Mitglied der Exekutive der amerikanischzionistischen Organisation und des amerikanischen Keren Hajessod, in welchem er seine Zufriedenheit ausdrückt, daß Mr. Sable, der Bezirksvertreter der Freimaurer ist, gemeinsam mit anderen Brüdern eine Freimaurergruppe für Unterstützung des Aufbauwerks in Palästina gegründet hat. Diese Freimaurergruppe beschloß, einen Fonds von mindestes 100 000 Dollar zu schaffen, der der Errichtung eines Schulgebäudes in Palästina durch den Keren Hajessod dienen soll. Laut dem New Yorker „Yiddisches Folk“ soll es im Staate New York 91 Logen mit 900 000 Freimaurern geben, darunter überaus zahlreiche Juden. (Ziko.) Italien L u i g i L u z z a t t i s Bekenntnis zum J u d e n t u m u. zu m j ii d i s c h e n P a 1 ä s t i n a Rom (J.T.A.). Senator Luigi Luzzatti, der frühere italienische Minsterpräsident, empfing am 22. Januar den römischen Vertreter der Jüdischen Telegrafen-Agentur und sprach sich diesem gegenüber über seine Meinung mit Bezug auf ein jüdisches Palästina und über sein Verhältnis zum Judentum und zur jüdischen Ethik aus. Senator Luigi Luzzatti ist der einzige Jude, der in Italien das Amt eines Ministerpräsidenten bekleidet hat. er gehörte auch viele Jahre hindurch als Finanzminister verschiedenen italienischen Kabinetten an. Er ist Professor der Volkswirtschaft an der Universität zu Rom und gilt als eine der hervorragendsten Autoritäten der politischen Ökonomie. Luzzatti, der 85 Jahre alt ist, und sich jetzt dauernd DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN

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