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Das jüdische Echo · 1925-01-16 · 3 (16.1.1925) · p. Seite 41

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
3 (16.1.1925)
Date
1925-01-16
Page
Seite 41 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 41 Juden es aufbauen können. Das Versuchsstadium ist heute bereits vorüber. Hinter den 2000 Juden, die monatlich jetzt in Palästina einwandern, steht die zehnfache Zahl derer, die einwandern wollen. Um ihretwillen muß das Werk gelingen. Es wird gelingen, wenn die Juden der ganzen Welt die yerantwortung spüren, die sie alle für das Gelingen des Aufbaues haben.“ Weizmann schloß: „Ich glaube, daß wir in Palästina nicht nur ein materielles Heim aufbauen. Wir schaffen dort eine neu geistige Einheit des Judentums. Wir galten in den letzten Jahrhunderten immer nur als die Nehmenden, in Palästina geben wir der Welt und den Völkern unser Eigenes. Ich bin tief überzeugt davon, daß wir der Welt noch Großes zu sagen haben. Die Welt kann es brauchen, und wir können es ihr geben.“ Kurz vor Schluß des Abends ergriff auch der Ehren-Großpräsident Geheimrat Timendorfer das Wort, um an die Frauen der Loge den Appell zu richten, die Männer immer erneut an ihre Pflicht gegenüber dem Aufbau Palästinas und insbesondere gegenüber dem Keren Hajessod zu erfüllen. (Ziko.) Österreich Der Empfang Dr. Weizmanns in Wien Prof. Dr. Weizmann ist von Wiesbaden, wo er am Delegiertentag der deutschen Zionisten teilgenommen hat, in Begleitung des Direktors des Keren Hajessod, Herrn Dr. Berthold Feiwel, am 2. Januar in Wien eingetroffen. Am Nachmittag empfing er im Hotel Imperial die Vertreter der Wiener Presse. Nach Begrüßung der zahlreich erschienenen Wiener und auswärtigen Journalisten durch Herrn Direktor Epler namens des zionistischen Landeskomitees hielt Präsident Weizmann eine längere Ansprache, in der er die Fortschritte des Aufbauwerkes in Palästina schilderte. Sodann erwiderte Dr. Weizmann auf eine Reihe der ihm von den einzelnen Journalisten gestellten Fragen, wobei er erklärte, daß er auf Grund der Erfahrungen überzeugt sein zu können glaube, daß es zu einem guten Zusammenwirken zwischen Juden und Arabern kommen werde. Die Opposition eines Teiles der Araber, die künstlich von außen von Leuten geschaffen werde, die weder mit dem Judentum noch mit den Arabern etwas zu tun haben, werde durch die Fortsetzung des Aufbauwerkes des jüdischen Volkes abgeschwächt werden. Der bekannte Plan Jabotinskys der Bildung einer sogenannten jüdischen Legion werde von ihm und der Exekutive durchaus abgelehnt. Nur durch Frieden werden wir unser Ziel erreichen, und alle Gewalttaten müssen vermieden werden. Dr. Weizmann besprach sodann das Verhältnis der Zionistischen Exekutive zur Mandatsmacht und zur Verwaltung Palästinas. Bei der Vorlage unseres Memorandums an den Völkerbund hätten wir insofern einen technischen Fehler begangen, als wir den Instanzenzug nicht entsprechend eingehalten haben. Wir haben aber keine Frage gestellt und keine Klage oder Kritik vorgebracht, sondern nur berichtet. Der Völkerbund hätte also, auch wenn das Memorandum der Jewish Agency nicht vermittels der Verwaltung des Mandatslandes, also des High Commissioner, überreicht worden ist, auf Grundlage der jüdischen Leistung den Inhalt unseres Memorandums zur Kenntnis nehmen können. Unser Vertrauen in den Völkerbund sei nicht beeinträchtigt worden. Der Völkerbund wird, wie er überzeugt sei, ein richtiges Verständnis für uns finden, wenn er den Geist unserer Arbeit betrachte. Er habe Vertrauen zum Völkerbund, wenn vielleicht auch Faktoren vorhanden sind, die dieses vertrauensvolle Verständnis stören möchten. Sonnabend sprach Dr. Weizmann in dem mehrere tausend Personen fassenden, tagelang vorher ausverkauften Großen Konzerthaussaale auf einem öffentlichen Meeting. Dem Vortrag wohnten u. a. der englische Gesandte in Wien Ackers Douglas wie auch Vertreter der österreichischen und polnischen Regierung bei. Dr. Weizmann war Gegenstand der stürmischsten Ovationen. Die Versammlung gestaltete sich zu einer machtvollen Kundgebung des jüdischen Wiens für den Aufbau Palästinas. (Ziko.) Rumänien Sokolow über seinen Besuch beim rumänischen Königspaar und beim Außenminister Duca Bukarest (J.T.A.). Gegenüber zionistischen Delegierten aus Siebenbürgen äußerte sich der Präsident der Zionistischen Weltexekutive Nahum Sokolow über seine Audienzen beim Königspaar und beim Außenminister Duca. Sokolow sagte: „Bei dem mir zu Ehren veranstalteten Bankett des Außenministers Duca wurden äußerst freundschaftliche Reden gehalten. Der Außenminister hat für den Zionismus außerordentliches Interesse und ich habe selbstverständlich die Gelegenheit ergriffen, um ihn über den Aufbau Erez Israels auf das eingehendste zu informieren. Ich wurde auch vom König empfangen, der Hoftafel zugezogen und hatte nachher ein zweistündiges Gespräch mit dem König und der Königin. König Ferdinand interessierte sich hauptsächlich dafür, ob und in welchem Maße sich die Juden in Erez Israel als Landwirte und physische Arbeiter bewähren. Er erzählte, er habe jüngst in Marmaros Juden in Kaftan und Pajes gesehen, die den Pflug führten und auch sonst alle möglichen Feldarbeiten versahen. Die Königin ersuchte mich um ein Exemplar meines jüngst erschienenen Buches „Die Geschichte des Zionismus“. Am darauffolgenden " Tage hatte ich eine lange Unterredung mit dem Kronprinzen. Ich hoffe, daß der bei diesen Besuchen gepflogene Meinungsaustausch sowohl für unsere Bewegung, als auch für die Lage der Juden im allgemeinen von guter Wirkung sein wird. DAS HAUS KREU-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 □ ICTBT RBCnmnFBF BPFIBUnRTFILF IN KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICH EN- GARDINEN - DECKEN

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