Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1925-01-16 · 3 (16.1.1925) · p. Seite 40

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
12 (1925)
Issue
3 (16.1.1925)
Date
1925-01-16
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103075-9153747--06403-9079112
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

40 Das Jüdische Echo Nr. 3 Kriegergräberfürsorge, des Kriegervereins Haidhausen, der Pioniervereinigung, studentischer Korporationen mit ihren Fahnen und zahlreicher anderer Organisationen und Vereine. Die Feier begann mit Fanfarenklängen der Musik des Pionierbataillons Nr. 7 unter Leitung des Obermusikmeisters Schilferl. Männerchor mit Solo des Kantors Kirschner trug sodann einen hebräischen Psalm vor. Darauf hielt Rabbiner Dr. Baerwald eine Ansprache, in der er als die Aufgabe des Denkmales bezeichnete: zu erinnern, zu mahnen, zu trösten. Der Vorsitzende der Kultusgemeinde, Oberlandessericlitsrat Dr. Neumeyer, begrüßte sodann die Anwesenden und feierte das Andenken der Gefallenen, durch deren Heldentod sich das Wort des Hohen Liedes verwirkliche, daß stärker als der Tod die Liebe sei; er bezeichnete (ias Denkmal als Sinnbild des unerschütterlichen Willens zum Vaterlande. Unter Klängen einer vom Kapellmeister des Synagogenchors Josef Ziegler komponierten Phantasie über eine alte Synagogenmelodie („Kol Nidre“), begab sich die Trauerversammlung zur Denkmalsanlage, wo Prinz Leopold das Zeichen zur Enthüllung des Sarkophagsteines gab. Die Musik spielte die Weise des „guten Kameraden“. Die anwesenden Rabbiner traten vor das Denkmal und sprachen nach einem Weihespruch des amtierenden Rabbiners das übliche hebräische Totengebet, in das die Gemeinde respondierend einstimmte. Sodann legte General Walther von Walderstätten im Namen des Kronprinzen einen Kranz am Denkmal nieder. Kränze wurden ferner gewidmet vom Bund Jüdischer Frontsoldaten mit einer Ansprache des R.-A. Dr. Werner sowie vom Präsidium des Bayerischen Kriegerbundes, von den studentischen Korporationen Jordania, Licaria, Thuringia, von der Ortsgruppe Regensburg des B.J.F. und von der Gesellschaft Concordia. Abschließend feierte der Vorsitzende der Vertretung der Kultusgemeinde R.-A. Dr. Oestreich unter Niederlegung eines Lorbeerkranzes die Gefallenen; er gab dem Worte „Herr, mach uns frei!“ die dreifache Bedeutung der eigenen Läuterung, der inneren Versöhnung und der äußeren Befreiung. Der von dem Synagogenchor und dem Jüdischen Gesangverein vorgetragene Psalm 19 („die Himmel rühmen“) in Beethovens Vertonung und ein von der Militärkapelle gespielter Trauermarsch beschlosssen die eindrucksvolle, von hellem Sonnenschein begünstigte Feier, die von Pietät für die Gefallenen und von Liebe zum Vaterlande beredtes Zeugnis ablegte. Aus der iüdischen Welt Weizmann in Berlin. Dr. Chaim Weizmann ist am 8. Januar in Berlin zu einem für sechs Tage berechneten Aufenthalt eingetroffen. Anläßlich der Anwesenheit Dr. Weizmanns veranstaltet das Auswärtige Amt am 9. Januar im Hotel Kaiserhof ein Frühstück, zu dem Staatssekretär von Schubert die Einladungen ergehen ließ. Am Sonntag, den 11. Januar nachm. 4 Uhr, veranstaltete das Präsidium des Keren Hajessod, Berlin, im Hotel Adlon und Hotel Esplanade einen Empfang zu Ehren Dr. Weizmanns. Der Präsident der Großloge für Deutschland VIII U.O.B.B. Herr Rabbiner Dr. Baeck und der Vizepräsident Dr. Benno Walter veranstalteten eine Begrüßung Professor Dr. Weizmanns am 8. Januar in den Räumen der Loge, Kleiststraße 10. Sonntag, den 11. Januar, vorm. 11 Uhr, fand die öffentliche Begrüßung Weizmanns in der Volksoper statt. (Nur gegen Eintrittskarten.) Außerdem war eine Reihe von privaten Veranstaltungen vorgesehen, u. a. bei Prof. Einstein, bei Dir. Oskar Wassermann und bei Gen. Konsul Eugen Landau. Am Montag, den 12. Januar, hat Dr. Weizmann die Vertreter der deutschen Presse im Hotel Adlon empfangen und zu ihnen über die politischen und kolonisatorischen Probleme Palästinas gesprochen. Aus diesem Anlaß gab der Keren Hajessod für Deutschland den Vertretern der deutschen Presse einen Tee. Der Empfang Weizmanns durch die Führer des deutschen Ordens U O.B.B. Einer Einladung des Großpräsidenten des deutschen Ordens U.O.B.B., Rabbiner Dr. Baeck, sowie des Vize-Großpräsidenten Dr. Walther folgend, versammelten sich am Donnerstag, den 8. Januar abends im Hause der Berliner Logen etwa 100 Berliner Logenbrüder, darunter der Ehren- Großpräsident Geheimrat Timendorfer, die Vize- Großpräsidenten Maximilian Stein und Dr. Leszynsky, sowie die Präsidenten und Beamten der Berliner Logen mit ihren Damen, um Prof. Weizmann im Namen des Ordens U.O.B.B. zu begrüßen. Die Feier, die einen außerordentlich festlichen Eindruck machte, wurde durch Rabbiner Dr. Baeck mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Der Redner führte u. a. folgendes aus; „Wir feiern in Prof. Weizmann den Mann der Idee, der jetzt ein Mann der realen Tatsachen geworden ist. Der Mann der Idee hat es immer schwer, weil er meistens als Utopist gilt. Noch schwerer aber hat es der Mann, der die Tatsachen schaffen soll und Geld fordert. Das Geld allein aber reicht nicht aus, um ein Werk von der Größe des Aufbaus des jüdischen Palästina durchzuführen. Kein Werk kann vollbracht werden ohne den starken Impetus der religiösen Idee. Weil wir die Idee, die Weizmann vertritt, respektieren, achten und ehren wir auch den Mann, der im Namen dieser Idee seinen Namen in die Geschichte des jüdischen Volkes eingetragen hat.“ Der Redner schloß, nachdem er auch Herrn Dr. Feiwel begrüßt hatte, mit dem herzlichen Wunsch, daß das Werk, das Dr. Weizmann auf sich genommen hat, glücklich vollendet werden möge. * Im Laufe des Abends antwortete Prof. Weizmann auf die Begrüßungsrede. Nachdem er darauf hingewiesen hatte, daß vielleicht gerade der Orden U.O.B.B. dazu berufen sei, die verschiedenen Richtungen im Judentum zu einen, führte er weiter aus: „Ich will von den Tatsachen sprechen. Zunächst gibt es eine politische Tatsache: Die Grundlage unseres Werkes ist das Mandat für Palästina und die englische Verwaltung des Landes im Aufträge des Völkerbundes. England und die Regierung Palästinas fördern unser Werk, aber das Land können sie uns nicht geben, das müssen wir uns selbst mit unseren Kräften erarbeiten. Die zweite nackte Tatsache ist die dauernd wachsende jüdische Einwanderung nach Palästina. Sie ist heute schon sehr groß, größer, als wir vor 5 Jahren erwarteten. Ja, es ist die relativ größte jüdische Einwanderung in irgendein Land in der jüdischen Geschichte. Zweierlei ist heute bereits bewiesen, erstens, daß Palästina aufgebaut werden kann, und zweitens, daß die Perron Sie D^Smyrnaefjamme« zu lOPfo. mit Strobmunbftück in eieqanter Blechpackung 5igarettenfabrik Dibolb, mündjen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.