Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- 2 (9.1.1925)
- Date
- 1925-01-09
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 23 grammen die Entwicklung der Institutionen der Arbeiterschaft. Doch konnte sie nur ein schwacher Abglanz sein von all der lebendigen Energie, von der grenzenlosen Hingabe, von der jugendlichen Kraft und von der nationalen Hoffnung, die in all diese Arbeiten versenkt worden sind und tagtäglich noch versenkt werden. Hinter diesen Produkten und Früchten, hinter dieser aus der Steinwüste um Jerusalem gesprengten und von jüdischen Händen bearbeiteten Steinen stehen Tausende junger Menschen, deren Leben völlige Hingabe ist, völliges Aufgehen in der Verwirklichung der alten Hoffnung, das jüdische Land dem jüdischen Volk durch Arbeit wieder zu erobern! Die Ausstellung, die nach Beendigung der Internationalen Ausstellung in Gent nach Amsterdam überführt und hier bis vor kurzem ausgestellt war, zeigt uns 8 Gebiete der Arbeiter-Organisation: Die Landwirtschaft, die Konsumgenossenschaft Hamaschbir, die Krankenkasse, die Arbeiterbank, die Kultur-Kommission, die Frauenarbeit, die Palästina-Arbeiterfonds und, last not least die Kooperative Bau-Unternehmung „Soleiboneh“. Als im Winter 1908 eine kleine Arbeitergruppe, die in heroischem Ringen sich innerhalb der bestehenden Kolonien in Judäa zunächst das Recht auf Arbeit erobert hatte, nach Galilea zog, um in Sedschera, auf dem Boden der ICA die erste jüdische freie Arbeitsgemeinschaft ins Leben zu rufen, das geschah nicht aus dem Willen, irgend eine mehr oder weniger anziehende Theorie der Genossenschaftslehre zu verwirklichen. Dieser Zusammenschluß der jüdischen Arbeiterschaft, der später von der gesamten jüdischen Arbeiterschaft in Erez Israel als ihr Weg akzeptiert worden ist, war der Ausdruck ihrer Sehnsucht und ihres Willens nach nationaler Verantwortung in ihrer Arbeit. Das Bewußtsein dieser tiefen Verantwortung war es, das dem jüdischen Arbeiter die Kraft und die Freude verlieh, seinen nicht leichten Weg zu gehen und in seiner mehr als 15jährigen Tätigkeit Zelle um Zelle zu bauen. Ein Netz von 49 genossenschaftlichen größeren und kleineren landwirtschaftlichen Siedlungen bearbeitete zu Beginn des Jahres 1924 in einer Zahl von ungefähr 2500 arbeitenden Mitgliedern über das ganze Land verstreut, ca. 89 000 Dunam Boden. Diese Siedlungen sind mit allen Zweigen landwirtschaftlicher Arbeit beschäftigt, von denen die ausgestellten Produkte und die Abbildungen ein beredtes Zeugnis ablegen. Es gibt Gruppen, die sich hauptsächlich mit Ackerbau befassen, daneben solche, die Vieh- und Hühnerzucht in größerem Maßstab betreiben. Die Aufforstung der öden Berge unseres Landes ist ein unerschöpfliches Gebiet menschlicher Arbeit, Bienen- und Schafzucht zeigen in den letzten Jahren bemerkenswerte Erfolge, der Tabak- und Gemüsebau beschäftigt eine große Zahl von Genossen und jeder Zweig hat das seine zu den Erfahrungen unserer Pioniere und zu einer Rationalisierung und Intensivierung unserer Landwirtschaft beigetragen. Die Konsumgenossenschaft Hamaschbir, mitten im Kriege auf die Initiative der galiläischen Arbeiter gegründet zu dem einzigen Zweck, den Kampf gegen Teuerung und Hunger und die das Land aussaugende Spekulation aufzunehmen, hat sich im Laufe der Jahre zu einer bedeutenden Konsumgenossenschaft entwickelt. Sie wurde zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor der Kolonisation, vor allem durch die von ihr durchgegeführte Organisierung des Absatzes der landwirtschaftlichen Produktion und der Arbeitersiedlungen. Sie hat in dieser ihrer Tätigkeit zur wirtschaftlichen Fundierung und Vergrößerung gewisser Wirtschaftszweige, vor allem der Milchwirtschaft, wesentlich beigetragen. Sie begleitete die neue Alijah bei1 all den neuen Wegen ihrer Arbeit, richtete an allen neuen Arbeitssorten zeitweilige oder feste Filialen ein und organisierte ihren gesamten Konsum. Ihr Umsatz betrug im Jahre 1923 ca. 110000 Ägypt. Pfund, der Bruttogewinn 10 076.— Ägyypt. Pfund. Dabei arbeitete sie mit dem sehr geringen Betriebskapital von LE 7400.—■, das zur Hälfte aus Aktienkapital und zur Hälfte aus dem Reservefonds besteht. Die Konsumgenossenschaft hat heute ein Netz von 12 Filialen im ganzen Lande, sowie 8 selbständige wirtschaftliche Unternehmungen, wie Milchwirtschaften, Bäckereien und Arbeiterküchen. Als in den ersten Monaten des Jahres 1920 die „dritte Alijah“ einsetzte und Woche für Woche die Schiffe Hunderte von jungen Menschen brachten, die dem Ruf der zionistischen Bewegung gefolgt waren, die da kamen voll Tatendrang und Arbeitslust, um ihren Zionismus zu verherrlichen, da stand keinerlei Erfahrung zur Seite. Die Zionistische Organisation empfing sie nicht mit mächtigen nationalen Mitteln, noch mit einem ausgearbeiteten breiten Kolonisationsplan. Mit ungeheuren kooperativen Anstrengungen, derengleichen keine Lohnarbeiterbewegung kennt, eroberte der eingewanderte Arbeiter neue jüdische Arbeitswege im Lande. Die organisierte Arbeiterschaft hatte den Mut, die von der palästinensischen Regierung übernommenen großen Straßenbauten Tiberias—Zemach, Afuleh—Nazareth und Haifa—Djedda unter eigener Verantwortung zu organisieren und zu leiten und schuf zu diesem Zwecke den Misrad Laawodoth Ziburioth (Amt für öffentliche Arbeiten und Bauten). Diese Kooperative Unternehmung der Arbeiterschaft, seit der von der Regierung erfolgten Registrierung genannt: Solelboneh, Jewish Workers Cooperative Association for Public Works, Building and Manufacture, Ltd, hat im Laufe der letzten vier Jahre der neuen Alijah (bis zum Beginn der Tätigkeit von Solelboneh) Bauarbeiten im Betrage von drei viertel Millionen Ägypt. Pfund, davon für mehr als ein viertel Millionen Pfund Arbeiten der Regierung zur Ausführung gebracht. Sie hat in ihren Arbeiten 4000 Arbeiter ausgebildet, von DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN —GARDINEN - DECKEN