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Das jüdische Echo · 1924-12-26 · 52 (26.12.1924) · p. Seite 483

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
52 (26.12.1924)
Date
1924-12-26
Page
Seite 483 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 52 Das Jüdische Echo 483 Die Hachscharah In Deutschland Ihr© Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen Von Elieser Ascher. I. „Hachscharah“ bedeutet in wörtlicher Übersetzung Vorbereitung und umfaßt die beruflichen und menschlichen Qualitäten, die als notwendig erachtet werden, um als geeigneter Chaluz nach Palästina zu gehen. Der Gedanke der Hachscharah entsprang verschiedenen Quellen und die Beweggründe, die zur Fixierung und Propagierung dieses Begriffes führten, liegen sowohl in äußeren Zuständen der palästinensischen Kolonisations- und Einwanderungsmöglichkeiten, wie auch in inneren Notwendigkeiten der Entwicklung der Arbeit im Lande selbst, begründet. Der Gedanke der Hachscharah stammt sowohl aus dem Galuth wie aus Palästina. Als vor etwa vier Jahren durch die politischen Ereignisse des Weltkrieges ein außerordentlich starker Strom der Einwanderung nach Palästina einsetzte, zog alles, was nur irgendwie die Möglichkeit dafür besaß, ins Land. Es wurden zwar auch damals Stimmen laut, die bestimmte Qualitäten, körperlicher sowie geistiger Art von den „Olim“ forderten. Diese Forderung begründete sich aus der Gefahr, die das Vorhandensein einer großen Zahl von beruflich unausgebildeten Menschen, für deren Treue und Zuverlässigkeit auch keine bestimmte Gewähr gegeben war, in einem neuen, unter schweren Bedingungen zu kolonisierenden Lande mit sich brachte. Man bemühte sich in diesen Zeiten der großen Alijah bestimmte Maßstäbe an Tauglichkeit und Geeignetheit für alle Einwandernden aufzustellen, jedoch war die Bewegung viel zu stark, um durch einschränkende Bestimmungen in ihrer Kraft und in ihrem Fluß gehindert zu werden. Erst später, als von seiten höherer Mächte durch Drosselung der Alijah und Einwanderungsverbote die konkreten Möglichkeiten der Alijah aufs stärkste gehindert wurden, an Stelle der 500—1000 Leute, die wöchentlich in Jaffa eintrafen, die Zahl auf 400 im Monat verringert wurde, erst da wurde der Gedanke der Hachscharah reif und einflußreich in den Kreisen der Chaluzbewegung des Galuth. Wenn bis dahin die Chaluzbewegung ausschließlich eine Alijabewegung war, wenn sich bis dahin in ihren Reihen alle diejenigen organisierten, die sofort oder in kürzester, nach Wochen und Monaten zu bemessender Frist nach Palästina fahren wollten und sollten, so kam es nunmehr darauf an, diesem „Wollen“ Dauer zu verleihen, die Begeisterung des Augenblicks und den Aufschwung dieses großen Momentes gewissermaßen zu konservieren, um den einmaligen Anprall in einen stetigen, dauernden und in sich gesicherten Einwanderungsstrom nach Palästina zu wandeln. So entstand der Gedanke der Hachscharah. Man verlegte sozusagen Palästina in das Galuth. Man nahm die ersten Jahre der palästinensischen Entwicklung jedes Einzelnen in die Diaspora herüber. Weil nicht jeder unmittelbar seinen Entschluß, nach Palästina zu gehen, in die Tat umsetzen konnte, begnügte man sich mit einem kleineren Mittel: man ging aufs Land, man wurde Bauer, man wurde Handwerker, um so sich wenigstens eine Fiktion palästinensischen Lebens schaffen zu können, die genügte, den Willen nach Palästina zu gehen, stark und lebendig zu erhalten, bis zu dem Augenblick, wo die Überfahrt möglich war. Erst in dieser Zeit war die Jugend des Galuth und insbesondere die Chaluzbewegung bereit, die Mahnungen zu hören und aufzunehmen, die von Palästina bereits seit längerer Zeit vernehmlich ertönten. Auch dort waren, und zwar noch vor dem Einsetzen der dritten großen Alijah, Stimmen laut geworden, die eine Vorbereitung der Chaluzim vor ihrer Überfahrt nach Palästina forderten. Aus den Ergebnissen der praktischen Arbeit heraus forderte man für Palästina berufliche Vorbereitung der landwirtschaftlichen Arbeiter. Die Erfahrung hatte gelehrt, wie schwer der Übergang aus den städtischen in die ländlichen Berufe besonders dann war, wenn noch Veränderungen des Klimas und der ganzen sozialen und menschlichen Beziehungen dazu kamen. Die ersten Lehrjahre jedes Arbeiters in Palästina gestalteten sich zu Jahren körperlicher und seelischer Anstrengungen, um den außerordentlich schweren Forderungen gewachsen sein zu können, die der Umschwung des ganzen Lebens mit sich brachte. Zahlreiche Kräfte wurden durch das Zusammentreffen zu vieler Widerstände verzehrt, man trieb fast Verschwendung mit dem nationalen Menschenkapital, das uns zur Verfügung stand; und selbstverständlich war auch für die gesunde Entwicklung gerade mancher landwirtschaftlicher Kolonien und Kwuzoth das berufliche Unvorbereitetsein der Arbeiter schädlich, wenn nicht gar verhängnisvoll. Die Frage der beruflichen Vorbereitung des Menschenmaterials wurde somit eine der zentralen Forderungen, wenn eine neue und fruchtbare Kolonisation in Palästina einsetzen sollte. Dazu treten dann noch die Erfahrungen aus der 3. Alijah. Die wahllose Überfahrt relativ großer Menschenmassen nach Palästina, die eine Sichtung und eine Kontrolle überhaupt nicht zuließ, brachte eine buntgemischte Einwandererschar ins Land. Wenn es auch der Arbeiterschaft Palästinas fern liegt, von vornherein bestimmte Kreise der Einwanderung ausschließen zu wollen und privatwirtschaftliche, ökonomische oder politische Motive des Einzelnen nicht als genügende Begründung der Einwanderung nach Palästina anzusehen, wenn auch gerade die palästinensische Arbeiterschaft fern davon ist, nur den aus Idealismus und nationaler Begeisterung nach Palästina gehenden „Chaluz“ für das einzige menschliche Element der Kolonisation anzuerkennen, so war doch eins klar: im schwersten Stadium der Kolonisation, zu einer Zeit, wo die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen DAS HAUS KRIU-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 37831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGM&DCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN -GARDINEN - DECKEN

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