Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 49 (5.12.1924)
- Date
- 1924-12-05
- Page
- Seite 437 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49 Das Jüdische Echo 437 anderen auf mein kirchliches Benefiz und dachte nicht im geringsten an Nutzen oder Ehre, die nach Landessitte daraus erwuchsen. Auch em schönes Haus, das, von meinem Vater erbaut, in bester Gegend der Stadt gelegen war, mußte ich zurücklassen. Wir bestiegen also das Schiff nicht ohne große Gefahr (denn es ist Leuten jüdischer Abkunft nur mit besonderer Bewilligung des Königs gestattet, das Land zu verlassen), meine Mutter und ich mit meinen Brüdern, denen ich in brüderlicher Liebe meine neu gewonnenen Ansichten über die Religion mitgeteilt hatte, mocnte ich auch noch an einigem zweifeln; das hätte mich sicherlich in großes Unglück stürzen können, so gefährlich wie es ist in jedem Lande, über solche Dinge zu sprechen. Endlich ging die Seefahrt zu Ende und wir erreichten Amsterdam, wo wir :ie Juden in voller Freiheit antrafen; um die Vorschrift des Gesetzes zu erfüllen, vollzogen wir sogleich die Beschneidung. Wenige Tage später schon kam ich zur Einsicht, daß die Sitten und Gebräuche der Juden nur sehr wenig mit den Vorschriften des Moses übereinstimmten. Sollte aber das Gesetz genau beobachtet werden, was es ja selbst fordert, so hatten die sogenannten jüdischen Weisen viel erfunden, was vom Gesetz ganz und gar ab wich. Da konnte ich mich denn nicht enthalten, ja ich glaubte, Gott Wohlgefälliges zu tun, wenn ich das Gesetz freimütig in Schutz nahm. Die heutigen jüdischen Weisen aber (die ihre Sitten und ihre geheime Böswilligkeit noch fest an sich halten), kämpfen eifrigst für die Sekte und die Einrichtungen der verfluchten Pharisäer, nicht ohne Hoffnung auf eigenen Gewinn, so wie es ihnen von anderer Seite auch schon gut gesagt worden ist, auf daß sie nämlich im Tempel die hervorragendsten Plätze, in der Öffentlichkeit die besten Ehrenbezeugungen bekämen, und sie wollten es durchaus nicht leiden, daß ich auch nur im geringsten von ihnen abwich, vielmehr sollte ich unausweichlich in ihre Fußstapfen treten. Wo ni 'ht, drohten sie mir mit Verstoßung aus aller Versammlung und Gemeinschaft aus göttlicher wie aus menschlicher. Da es aber jenem, der für die Freiheit nicht nur die Heimat, sondern auch noch ganz andere Vorteile aufgegeben hatte, nicht anstand, solcher Furcht wegen rückfällig zu werden, und es weder gottgefällig, noch männlich war, sich vor Menschen zu beugen, die nicht einmal richterliche Würde besaßen, so beschloß ich im Gegenteil, alles zu ertragen und auf meiner Meinung zu beharren. Ich wurde infolgedessen von ihnen exkommuniziert, und sogar meine Brüder, deren Lehrer ich vorher gewesen, gingen an mir vorüber und grüßten mich nicht auf der Straße, weil sie sich vor jenen fürchteten. fI!l!ill!ll!liltI[!illlllllllllllllill!{||l!lilll!!llli[|||l!!lllllilillllllllllllll!ll!!llHllllli!ltll!!l!llilll!llllllllIllll Aus Nürnberg. Herr Franz Treutlein, Blumengeschäftsinhaber in Nürnberg, Karolinenstraße 24, teilt uns in Wahrung seiner Interessen mit, daß er mit dem völkischen Redner, Herrn Joseph Treutlein, Nürnberg, weder identisch, noch verwandt oder bekannt ist und er der antisemitischen Bewegung vollständig fern steht. i!!l!ll!l!lliillIl!:!l[llII!l!llil!lil!lilllii!l!l!lll!IIIIlil]]lllll!IH!!ijlilll!üii!llj|]il]l!HI]][IHI!l!liiII!li>!!!li!!!i literarisches Echo Nachstehende Neuerscheinungen sind in der Ewer-Buchhandlung zu haben: Buber, Das verborgene Licht, Ganzleinen GM. 5.—; Sakheim, Das jüdische Element in der Weltliteratur, Halbleinen GM. 5.—; Günzig, Das jüdische Schrifttum über den Wert des Lebens, Ganzleinen GM. 4.—. {Semelndenu.Vereins-Echo Bar Kochba München. Am vergangenen Samstag veranstalteten wir eine gemütliche Zusammenkunft für unsere Mitglieder, die einen sehr stimmungsvollen Verlauf nahm. Unter Leitung von Herrn Jakob Reich und der besonderen Mitwirkung von Herrn Bernhard Renkazischok sowie bei der ausgezeichneten Stimmung der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder verlief der Abend so anregend, daß wir beschlossen haben, diese Abende nunmehr regelmäßig abzuhalten. — Der Turnbetrieb ist sehr rege und hat sich auch in der Herren- und Knaben-Abteilung sehr gehoben. Neu ist die Gründung einer Alten-Herren- Riege, die regelmäßig Mittwoch abends von 7—9 Uhr unter Leitung eines bewährten Turnlehrers turnt. Es liegen für diese Abteilung heute eine große Zahl von Anmeldungen vor und wir glauben bestimmt, daß gerade unsere alten Herren den Wert des Turnens und der körperlichen Bewegung erkennen, die sie jugendlich und frisch erhalten. — Die Turnzeiten für Damen sind regelmäßig Dienstag abends von 7—9 Uhr, für Herren Mittwoch von 7—9 Uhr, für Mädchen Mittwoch von 5—7 Uhr und für die Knaben Dienstag von 6 bis halb 8 Uhr. Jurnlokal ist die Schule an der Herrnstraße 28 und zwar für sämtliche Abteilungen. Neuanmeldungen werden dortselbst von den Abteilungsleitern entgegengenommen. Die Damen und Mädchen werden noch auf die einheitliche Turnkleidung aufmerksam gemacht: schwarze Turnhose, schwarzes Trikot, graue Strümpfe und graue Turnschuhe. Der für die Damen am Montag angesetzte Heimabend fällt aus und findet Dienstag anschließend an das Turnen statt. Die Vorstandschaft. Leichtathletik-Abteilung. Der Besuch des Trainingsabends hat sich gehoben, doch muß er noch viel reger werden. Das Training, das systematisch aufgebaut wird, bedingt, daß sämtliche Aktiven, die im nächsten Jahr an den Start gehen wollen, jetzt sofort das Training beginnen und pünktlich und regelmäßig kommen. Das Training findet statt Mittwoch abends von 7—9 Uhr in der Schule an der Herrnstraße 28. Die Leitung. Dentist F. Stöbe Privat-Ambulatorium für Zahntechnik München Horseheltetis 1/1 Telefon-Ruf 33160 Spezial-Geschäft Blumenstrasse Nr. 38 KÖCHIN mit der kosch. Küche vertraut, beste Referenzen, empfiehlt sich zum Kochen bei Hochzeiten und sonstigen Festlichkeiten. Ang.a. A.T. Orleansstr.69/1111. HQnchen Undwurmstr. 101/11 R. Eigenes Schnitt-System D.R.G.M. präm. 1924, gold. und silb. Medaille Nr allerieinste Herreowascbe jeder Uri ^8771269