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Das jüdische Echo · 1924-12-05 · 49 (5.12.1924) · p. Seite 434

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
49 (5.12.1924)
Date
1924-12-05
Page
Seite 434 (sequence 6)
Language
German
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434 Das Jüdische Echo Nr. 49 Politik geht nach Ideen; Gerechtigkeit und Anstand sind aut die Dauer stärkere Realitäten als Rohstoffe und Hunger und darum wehe dem Volke, das sich, ohne die große Achtung vor sich selbst, die man Selbstbeherrschung nennt, unter dem Schein einer sachlichen Maßregel von der Wut und der Verachtung hinreißen ließe, die man ihm einem Schwächeren und im übrigen Unbekannten gegenüber eingeflößt hat. So wird immer nach dem Maßstab gemessen werden, den man selbst anlegt und all die hohen Tugenden des deutschen Wesens, die wir hinter einer häßlichen anarchistischen Oberfläche umbildend am Werke wissen, werden ihm nichts helfen. Der Fremde urteilt nach den Taten, die er sieht und die ihm das Unsichtbare verdecken — der Fremde, der heute für Deutschland Europa heißt, und der Herr der Politik ist. Die Politik aber ist das Schicksal. Aus der jüdischen Welt Erez Israel Die Nachfolgerschaft Sir Herbert Samuels Laut der Londoner „Morning Post“ soll Generalmajor Sir George Fletcher Mac Munn Anfang nächsten Jahres als Nachfolger von Sir Herbert Samuel High Commissioner von Palästina werden. Generalmajor Mac Munn ist seit 1920 Generalquartiermeister in Indien und hat den Krieg an den Dardanellen und in Mesopotamien mitgemacht. 1919—1920 war er Höchstkommandierender in Mesopotamien. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt uns bei Abschluß der Redaktion noch nicht vor. Auch der „Doar Hajom“ will aus gut informierter Quelle den Namen des Nachfolgers Samuels erhalten haben. Empfang Asquiths in Palästina Jerusalem. (J.T.A.) Herr Asquith, der britische Ex-Premier, ist am 13. November aus Kairo in Palästina eingetroffen. Sie Herbert Samuel fand sich persönlich zum Empfang ein und geleitete Asquith in das Regierungsgebäude, wo er während seiner Anwesenheit in Jerusalem als Gast des Oberkommissars wohnen wird. Ein Vermächtnis von 5000 £ für den Keren Hajessod Wie die J.T.A. aus Jerusalem berichtet, hat der unlängst in Kairo gestorbene Leib Friedmann in seinem Testament ein Vermächtnis von 5000 £ für den Keren Hajessod hinterlassen. Eine Vertretung der Jewish Agency beim Völkerbund Die Zionistische Exekutive hat beschlossen, in Genf eine ständige Vertretung der Jewish Agency zu unterhalten, um in dauerndem Kontakt mit dem Völkerbund zu bleiben, der die Ausübung des britischen Mandates zu überwachen hat. Als Leiter dieses Büros in Genf ist Herr Dr. Victor Jacobson in Ausicht genommen. Deutschland Auswanderung deutscher Juden nach Palästina Berlin. (J.T.A.) In den nächsten Tagen fahren aus Deutschland 100 Chaluzim nach Palästina. Sie sind von den dortigen Behörden für die Tabakarbeiten angefordert worden. 65 von ihnen sind gelernte Landarbeiter, die übrigen an schwere Arbeit gewöhnte Handwerker, und Arbeiter. 84 von den 100 Chaluzim sind organisierte Mitglieder des deutschen Hechaluz. Alle haben sich verpflichtet, für die von der Histadrut geforderten Tabakarbeiten zur Verfügung zu stehen und werden in geschlossenen organisierten Gruppen nach Palästina fahren, um sich dort direkt in die Arbeit einzuordnen. Die ,Massenansiedlung von Ostjuden in Deutschland“ Eine der antisemitischen Wahllegenden der Rechtsparteien ist die, daß der sozialdemokratische Innenminister Preußens, Herr Severing, die ostjüdische Einwanderung besonders protegiere. Der Führer der deutschvölkischen Freiheitspartei Reinhold Wulle hat in einer Wahlversammlung behauptet, Minister Severing hätte in einem einzigen Jahre 90 000 Ostjuden naturalisiert. Die gesamte rechtsradikale Presse gab diese Behauptung wieder. Minister Severing hat nun dem von Wulle herausgegebenen „Deutschen Tageblatt“, das als erste Zeitung in seinem Bericht über die^ Wulle- Rede die Ziffernangabe dieses Redners brachte, die folgende pressegesetzliche Berichtigung zugehen lassen: „Es ist unwahr, daß ich in einem Jahre 90 000 Ostjuden naturalisiert habe. Wahr ist vielmehr, daß in Preußen eingebürgert worden sind: insgesamt davon fremdstämmige Ausländer Ostausländer im Jahre 1921 6 953 757 im Jahre 1922 10 895 638 im Jahre 1923 17 847 309 Die Zahlen der Einbürgerungen des Jahres 1924 stehen noch nicht fest, jedoch halten sie sich noch unter den im letzten Jahr Eingebürgerten.“ Der Alpen-Verein Berlin. (J.T.A.) Reichsminister a. D. Dr. Gothein hat, in seiner Eigenschaft als Vorstand des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, an Staastminister v. Sydow, den Vorsitzenden des Deutsch-Österr. Alpenvereins, ein Schreiben gerichtet, dessen wesentlichste Punkte lauten: „Der Verein, der sich seit Jahren als ein außerordentlicher Kulturfaktor nicht nur für die Erschließung der deutschen und österreichischen Alpen durch Wege und Hütten, sondern auch durch wissenschaftliche Forschungen und Verbreitung der Kenntnisse über die Alpenländer einen Ruhmestitel erwarb, droht unter dem Ansturm antisemitischer Elemente seine ruhmreiche DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMADCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN

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