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Das jüdische Echo · 1924-11-28 · 48 (28.11.1924) · p. Seite 421

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
48 (28.11.1924)
Date
1924-11-28
Page
Seite 421 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 48 Das Jüdische Echo 421 Die Gartenstadt Janjireh, im südwestlichen Teil der Stadt, wo die wichtigste Bautätigkeit zu erwarten ist. Die Gesamtfläche umfaßt 212,000 %Qu ad ratpick zirka (120,000 qm). Es sind 114 Bauplätze für Privathäuser reserviert, außerdem Baugrund für Geschäfte, für eine hebräische höhere Schule, eine Synagoge usw. Eine aufsehenerregende Ausgrabung in Palästina Jerusalem (J.T.A.). Der Mitarbeiter Professor Macalislers bei den Ausgrabungen in Palästina, Rabbiner J. Garrow, Dunkan, hat, als er die Ausgrabungen bei der Davfidstadt am Berge Ophel fortsetzte, einen „salomonischen Turm” von 40 Fuß Höhe entdeckt. Der Turm, der zwei Bastione hat, gewährt einen überraschend schönen Anblick;. Er ist mit Plastiken im davidschen Still, mit salomonischem Einschlag verziert. Die Entdeckung hat in ganz Palästina großes Aufsehen erregt. Touristen aus allen Teilen Palästinas eilen herbei, um den Tjurm zu betrachten. Die Regierung hat sofort Maßnahmen ergriffen, den Turm als nationales Denkmal zu erhalten. Joel Engel übernimmt die Leitung der Musikschule „Sulamith“ in Tel Awiw Der bekannte jüdische Komponist Joel Engel begibt sich demnächst nach Tel Awiw, um dort die Leitung des jüdischen Konservatoriums und der Musikschule „Sulamith” zu übernehmen. (Ziko.) Amerika Senator Lafolette entschuldigt sich New-York (J.T.A.). Herr Louis Marshall, Vorsitzender des Amerikanisch-Jüdischen Körnig tees, ein prominentes Mitglied der Republikanischen Partei, hat Senator La Folette, den jetzt unterlegenen progressiven Kandidaten für den Präisidentschaftsstuhi deswegen angegriffen, weil er ein Memorandum ungarischer Verbände mit •scharfen antisemitischen Ausfällen dem Senat der Vereinigten Staaten unterbreitete. Senator La Folette hat im Zusammenhang damit am; 3. November an die New-Yorker JtTJA. telegraphiert, er habe nicht gewußt, ob das Dokument, das er dem Senat vorlegte, Ausfälle gegen die Juden enthalte, er habe gar nicht Zeit gefunden, das ganze durchzulesen. Er war des Glaubens, daß er die Sache einer unterdrückten Nation führe. Nun bedauere er, das »Dokument befördert zu haben. Hätte er den antisemitischen Charakter des Memorandums der ßjngarn rechtzeitig erkannt, er würde es nicht unterstützt haben. Italien Kongreß der jüdischen Jugend Italiens Livbrno (J.T.A.) Dieser Tage wurde hier eine (gemeinsame Konferenz der jüdischen Jugendvereine und der jüdischen Kulturorganisationen fn Italien abgehalten'. Der Verlauf war sehr erhebend, die Stimmung einmütig. Es wurde eine Botschaft Professbr Weizmanns, des Präsidenten der {äionistischen Organisation verlesen und mit großem Beifall aufgenommen. Darauf wurde die („Hatikwah” gesungen. Die italienischen jüdischen Gemeinden hatten Vertreter geschickt. Anwesend Waren der Präsident der Vereinigung der jüdischen Gemeinden Italiens und mehrere Oberrabbiner aus den wichtigsten Städten. Es wurde ein Huldigungstelegramm an den König gesandt. Nach den Diskussionen über das Schulwesen wurde ein Telegramm an den UnterrichtsminJster gesandt, in welchem seine Aufmerksamkeit auf die geistigen Bedürfnisse der jüdischen Schuljugend gelenkt wurde, sowie darauf, daß die heutige Schule mehr denn je von katholischem Geiste durchtränkt ist. Österreich Abreise der ersten Wiener Chaluzim nach Palästina Wien (J.T.A.). Dieser Tage reisen die ersten ISO Ctnaluzim aus Wien nach Palästina ab. Es handelt sich durchweg um Söhne angesehener ^Wiener Familien, die teils als Landwirte, teils* als Handwerker und Techniker ausgebildet sind; Deutschland Ein neuer Großpräsident der deutschen Bne-Brith- Loge Auf der \Anfapg der letzten Woche in Berlin abgehaltenen Großlogentagung des deutschen Distriktes des Ordens U.O.B.B. wurde anstelle des nach 25jähriger Amtstätigkeit zurücktretenden Großpräsidenten Geheimrat Timendorfer der Berliner Rabbiner und Vorsitzende des Deutschen RabbinerVerbandes, Dr*. Leo Baeck zum Großpräsidenten gewählt. Dr. Baeck, der auch Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums ist und # sich durch seine wissenschaftlichen Arbeiten einen Namen gemacht hat, gehört zu den führenden Persönlichkeiten in der Leitung des Deutschen Keren Hajessodj. (Ziko.) Naumanns Jetztes Auftreten Breslau. Die gestern im gut besuchten Saale der Bonbonniere stattgefundene Versammlung Dr. Naumanns gestaltete sich zu der impovsantesten Kundgebung aller jüdisch arbeitenden Kräfte, die wtir wohl je in einer ähnlichen Versammlung erlebt haben. Nach dem eineinhalbstündigen Referat Naumanns, das an einen Artikel in der „Jüdischen Rundschau” anknüpfte und wenig Neues brachte, nahmen Redner der verschiedensten Richtungen dals Wort. Es bildete sich im Laufe der Diskussion eine Einheitsfront aller jüdisch Gesinnten gegen Naumann. Zentralvereinler, Liberale und Zioniisten standen wie 4ein Mann gegen die eine Gefahr Naumann zusammen. Als Naumann versüchte, (Herrn Gemeinde-Rabbiner Dr. Vogelstein das Wort zu entziehen und dieser daraufhin seine Ausführungen sofort unterbrach, entstand ein wüster Tumult in dem Naumanns krampfhafte Versuche, das Schlußwort zu halten, untergingen. Man (darf annehmen, daß diese würdige Versammlung das (letzte Auftreten Naumanns in Breslau gedeutet. PELZMODE-HAUS SCHWABE MODERNSTE PELZE MÜNCHEN, KAUFINGERSTR.23

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