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Das jüdische Echo · 1924-11-28 · 48 (28.11.1924) · p. Seite 419

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
48 (28.11.1924)
Date
1924-11-28
Page
Seite 419 (sequence 7)
Language
German
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Nr. Das Jüdische Echo 419 izipien stützen und das andere aussdhließen woL len, würde /die Kommission ihre Pflicht gegenüber dem Rate nicht erfüllen, wenn sie nicht auf die Tatsachen hinwiese, die in diesem Zusammenhang zu /ihrer Kenntnis gekommen siinid. Die jüdische Einwanderung! Die Kommission wünscht, (die besondere Aufmerksamkeit des Rates auf die Hauptfrage zu lenken, welche die ganze gegenwärtige Lage in Palästina zu beherrschen scheint. Die Kommission hat davon Kenntnis genommen, daß in den /letzten Jahren ein beträchtliches Zuströmen jüdischer Immigranten nach Palästina stattgefunden hat. Dieser hauptsächlich aus dem östlichen Europa kommende Immigrantenstrom gibt Palästina eine neue Bevölkerungs-Schicht, die trotz großen Eifers -unid ihres Wunsches, an dem Wiederaufbau des Jüdischen Nationalheims mitzuwirken, weder die technische Übung, inoch die Tradition hat, um sich der manuellen, insbeSonders der landwirtschaftlichen Arbeit, deren Palästina am1 meisten bedarf, zu widmen. Laut Artikel 6 des Mandats soll die palästinensische Administration die jüdische Immigration unter angemessenen Bedingungen -erleichtern und eine dichte Ansiedlung der Juden auf dem Lande, einschließlich der für öffentliche Zwecke nicht erforderlichen Staatsländereien, fördern. Diese 'Bestimmung macht es der palästinensischen Administration zur Pflicht, die jüdische Immigration nach Palästina sowohl zu fördern, als auch zu regeln. Die Kommission ist glücklich, den von dem Landatar zur Verwirklichung des in diesem Artikel zugrundegelegten Prinzips gemachten Anstrengungen die Anerkennung auszud'rücken:. Sie ist fedoch verpflichtet, darauf hinzuweisen, daß die Immigrationspolitik des Mandatars zu einer akuten Auseinandersetzung geführt hat, lindem die Zionisten mit diesfcr Politik nicht ganz zufrieden sind. Die Zionisten betrachten die Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in 'Palästina als die erste Pflicht deSi iMandatars lund offenbaren daher eine gewisse Ungeduld angesichts der zuweilen der Immigration und der Landbewilligung im Wege stehenden Schwierigkeiten. Andererseits lehnt die arabische Mehrheit im Lande die Immigrationspolitik der Mandatarmacht lab und weigert sich, den Gedanken eines Jüdischen Nationalheims anzunehmen, sie neigt dazu, in dem Wirken der Administration eine Wegnahme ihres ererbten Besitzes durch Ausländer zu sehen, eine Wegnahme, die wohl nicht gewaltsam, aber darum nicht minder wirklich ist. Angesichts der der palästinensischen Administration auferlegten zweifachen Pflicht wünscht die Kommislsipn, ihrer Anerkennung über die Gründlichkeit, treffsichere Klugheit und tden Gerechtigkeitswillen, mit deinen die Administration ihrer Pflicht nachkommt, öffentlich Ausdruck zu geben. Der Widerstreit der Interesen, der die Zionisten und die Mehrheit des arabischen Elements in 'der Frage der Immigration unvermeidlich in einen Konflikt bringen muß, ist auch im Zusammenhang mit der Anzahl anderer Kundgebungen bemerkenswert. Was die Erziehung z. B. anbetrifft, so beklagen sich die Juden, daß der Mandatar den Arabern finanzielle Unterstützung gibt, die ihnen als ungewöhnlich groß ierlscheint. In der Frage der öffentlichen Arbeiten beklagt (sich hinwiederum das arabische Element, daß die Juden eine Bevorzugung genießen, selbst wenn diese Bevorzugung nicht von der Administration, sondern von der Zionistischen Organisation au§geht, welche öffentlich Arbeiten aut eigene Rechnung ausführt. Wenn die Frage der Errichtung einer beratenden oder gesetzgebenden Körperschaft aufgeworfen wird, lehnen die Araber ihre Unterstützung ab, wenn ihnen nicht eine ihrer numerischen Kraft entsprechende Repräsentation zugesichert wird. Die Administration kann jedoch nicht eine Mehrheit zulassen, die gegen die Errichtung eines Jüdischen Natiqnalheims in Palästina zu opponieren entschlossen ist, gegen die Aufgabe also, die durch d|e Mandatsbedingungen der Mandatarmacht aufererlegt ist. Die Kommission ist erfreut, berichten zu können, daß infolge der Unparteilichkeit und Klugheit der Administration, insbesondere des Oberkommissiars, die Schärfe dieser widerstreitenden Interessen gelindert Worden ist. Sie wünscht festzustellen, daß, obwohl zweifellos Unzufrieden-, heit in Palästina herrscht, diese doch nicht der .Administration zuzuschreiben ist, die getreulich bestrebt ist, die vom Mandate ihr auferlegte Zweifache Pflicht zu erfüllen. Die Kommission hat den von dem bevollmächtigten Repräsentanten im Namen der Paläsltina- Administration erstatteten Bericht mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, laut welchem die Administration die Pläne gewisser zionistischer Extremisten, die die Araber in Palästina durch die Juden verdrängen wollen, verwirft. Die Deklaration, welche die von der britischen Rew gierung jn Ihrer Korrespondenz mit -der Zio-« mstischen Organisation (Weißbuch) ausgedrück-. ten Ansicht enthält, und die von der Zionistischen Organisation am 18. Juni 1922 angenommen wurde, sollte nach Meinung der Kommission die den Frieden des Landes, gefährdende Unzufriedenheit mildern. Die Kbnunissiion nimmt mit Befriedigung (davon Kenntnis, daß es im allgemeinen .möglich gewesen ist, die bevollmächtigten Repräsentanten der arabischen Bevölkerung mit der lokalen Administration zu verbinden. Sie würdigt die Bemühungen des Oberkommisfcars, die Mitarbeit der arabischen Majorität in der zentralen Verwaltung zu sichern und hofft aufrichtig, im Interesse der friedlichen Entwicklung des Landes und der guten Ordnung, daß diese Bemühungen bald von Erfolg gekrönt sein werden. DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN-SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN—GARDINEN - DECKEN

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