Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 47 (21.11.1924)
- Date
- 1924-11-21
- Page
- Seite 403 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 Das Jüdische Echo 403 11 500 Chaluzim in Europa Berlin (J.T.A.). Das Berliner Hauptbüro des Chaluz-Weltverbandes hat an die Palästinensisch- Zionistische Exekutive ein Telegramm gesandt, mit der Mitteilung, daß 11 500 Chaluzim in Europa auf die Gelegenheit warten, nach Palästina reisen zu können. Die Palästinensisch-Zionistische Exekutive wird auf gefordert, die dem Chaluz-Hauptbüro zwecks Erziehung der Chaluzim zur Landwirtschaft und deren Beförderung nach Palästina zur Verfügung gestellten Mittel zu vermehren. XX. Delegiertentag der deutschen Zionisten Der infolge der deutschen Reichstagswahlen verschobene XX. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland findet nunmehr vom 28.—31. Dezember in Wiesbaden statt. (Ziko.) „Vossische Zeitung“ über Samuels Rücktritt Berlin (J.T.A.). In der Abendausgabe der „Vossischen Zeitung“ vom 12. November veröffentlicht deren Orientberichterstatter Dr. Wolfgang Weisl unter der Überschrift „Sir Herbert Samuel geht“ einen Brief aus Jerusalem, in welchem gesagt wird, daß anstelle Sir Herberts in wenigen Monaten ein Christ treten wird. „Die romantische Episode — zum ersten Male seit 1800 Jahren ein Jude als Haupt der palästinensischen Regierung — geht zu Ende.“ Dr. Weisl stellt fest, die Ernennung eines Juden zum Oberkommissar Palästinas war „der ärgste Fehler der hiefür verantwortlichen Zionisten“, die „über seinen Rücktritt heilfroh sein würden.“ Dr. Weisl stellt weiter fest, „daß Sir Herbert Samuel dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims so viel geschadet hat, als ein ehrlicher, vornehmer und kluger Mann überhaupt nur schaden könnte.“ Er stellt fest: „Herbert Samuel hatte nicht nur die schwierige Rolle eines Vermittlers zwischen englischen und jüdischen und arabischen Interessen zu spielen; er hatte noch dazu, die Aufgabe bekommen, zu zeigen, daß ein Jua« .unparteiischer Regierungschef in Palästina sein könne. Um dies zu beweisen, ward er parteiisch zuungunsten der Juden. Viel parteiischer, als ein Christ hätte sein können. Kein einziges Versprechen, das England den Juden gemacht hatte, wurde eingelöst, kein Gesetz, keine Maßnahme zur Förderung jüdischer Einwanderung getroffen. Nicht mit der Regierung,u sondern gegen sie entwickelte sich die jüdische Kolonisation.“ Dr. Weisl fährt fort: „Vor allem hatte man den jüdischen Legionären versprochen, sie nach Kriegsende auf Staatsländereien anzusiedeln. Sie erhielten nicht einen Hektar Boden. Während den Arabern die Staatsböden im Jordantal übergeben wurden, erhielt der jüdische Nationalfonds, der dort wichtige Besitzungen hat, für seine landwirtschaftliche Versuchsanstalt, einen (!) Quadratkilometer — versprochen. Bis heute hat weder er noch ein privater Jude ein irgend nennensr wertes Stück Boden von der Regierung erhalten. Damit nicht genug, setzt Sir Herbert Samuel sogar privaten Bodenkäufen der Juden Schwierigkeiten entgegen.“ Dr. Weisl stellt aber zum Schlüsse fest, daß gerade seiner (Sir Herbert Samuels) „elastischen“ nachgiebigen Politik es zu danken war, wenn die offene Feindschaft der Araber gebrochen und eine versöhnlichere Stimmung geschaffen wurde. „Der erste Oberkommissar von Palästina hat nichts getan im Sinne des Mandats, die „Errichtung des jüdischen Nationalheims“ zu bewirken, aber er hat Zeit gewonnen und Raum geschaffen für eine spätere friedliche Entwicklung. Sein Nachfolger kann ernten, was er gesät hat.“ Der Orden Bnei Brith und der Weltverband für soziale Hilfe Berlin (J.T.A.). Anläßlich der bevorstehenden Großlogen-Tagung beschäftigt sich einer der führenden Männer des deutschen Ordens Bnei Brith, Kommerzienrat Maximüian Stein, mit der Frage der Aufgaben des Ordens. Herr Stein führt aus, es sei besonders zu begrüßen, daß der Orden sich an der Welthilfskonferenz in Karlsbad hervorragend beteiligt hat. Die Verelendung des jüdischen Proletariats, die Schwierigkeit, die Emigrantenmassen in der Welt unterzubringen, lassen unabsehbare Katastrophen befürchten. Nichts sei verkehrter, als anzunehmen, daß den westeuropäischen Juden, die sich trotz allem Antisemitismus geborgen fühlen, die Not im Osten nur eine Frage der Philanthropie sei. Sie bedeute mehr als man ahnt: eine Schicksalsgemeinschaft, nicht nur aus Gründen jüdischer Solidarität, des Mitgefühls und der Menschlichkeit, sondern weil jede Katastrophe übergreift und an keinen Grenzpfählen Halt macht, weil „unser Geschick eng verknüpft sei mit dem Geschick aller unserer Sorgensgenossen“. Von dieser Schicksalsgemeinschaft können wir uns — auch wenn einzelne Kreise in Deutschland es sich einbilden — niemals loslösen.“ Stein schließt: „Es wird in allen unseren Logen gutgeheißen werden, daß der Orden in der ganzen Welt mit seinen Logen und Brüderschaften an den Aufgaben eines Weltverbandes für soziale Hilfe emsig und opferwillig mitzuarbeiten bereit ist.“ Ein völkischer Antrag auf Ausschließung der Juden vom Handelsgewerbe München (J.T.A.). In der Sitzung vom 11. November befaßte sich der Wirtschaftsausschuß des Bayerischen Landtags mit einem völkischen Anträge, der die Juden von jedem Handelsgewerbe ausschließen will, dessen Ausübung von behördlicher Zulassung oder Genehmigung abhängig ist. In der Begründung meinte ein völkischer Redner, „ein Schwein werde kein Pferd, auch wenn es in einem Pferdestall geboren und ein Jude werde niemals ein Deutscher, wenn er auch in Deutschland lebe.“ Der Ausschuß und auch die Regierung waren der Ansicht, daß der Antrag nicht verhandlungsfähig sei, da er dem klaren Wort1- Schönheit ist Machti PrlvaikliDiK für Kon o. kosmeHsche MUnchen, Le»polds>raße 71 Telefon-Hut 33516 Schmerzlose, operative Beseitigung von Doppelkinn, Hängewangen, entstellenden Hautfalten, Hängebrust. — Keine Paraffininjektionen. —Nasenkorrekturen. Erfolg wird garantiert. Heilung sämtlicher Hautleiden und Haarleiden. Blutreinigungskuren. Entfettungskuren mit Dauererfolg ohne Diät. — Spezialität: Verjüngungsbäder, die nur in der Privatklinik verabreicht werden. Man verlange Qratls-Broschüre. A63C