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Das jüdische Echo · 1924-11-07 · 45 (7.11.1924) · p. Seite 376 [373]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
45 (7.11.1924)
Date
1924-11-07
Page
Seite 376 [373] (sequence 13)
Language
German
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376 Das Jüdische Echo Nr. 45 Gemeinden-u. Vereins-Echo Bekanntmachung Die Nationalfondskommission in München hat erneut ihre Tätigkeit aufgenommen. Der Jüdische Nationalfonds hat seinen Charakter als volkstümlichstes Finanzinstitut der zionistischen Organisation bewahrt und ist ein wesentlicher Faktor für den Palästinaaufbau. Die Büchsensammlung der kleinen und kleinsten Beträge ist nun wieder, nachdem sie durch die Inflation eine Zeit lang illusorisch war, von einem nicht zu unterschätzenden Werte für die Vermehrung unseres Volksschatzes. Ebenso wichtig sind aber auch die aus verschiedenen Anlässen gestifteten jeweiligen Spenden. Viele Summen, die sonst für Geschenkzwecke, um eine Aufmerksamkeit zu bezeugen usw., ausgegeben werden, werden so zweckmäßig erfaßt und dem Bodenerwerb in Palästina zugeführt. Die kleinen Geldbeträge, die keine merkliche Ausgabe darstellen, vermehren unseren Bodenbesitz in Erez Israel und damit die Ansiedlungsmöglichkeit, auf die in allen Ländern viele Tausende warten. Jüd. Nationalfondskommission. Emanuel Horn. Nationalismus und Sozialismus. Vortrag, gehalten von Herrn Dr. Samuel-Berlin am 27. Oktober in der Gemeindebibliothek. Der Referent leitete seine Betrachtungen mit einer Auseinandersetzung der nur allzuoft verwechselten Begriff skomplexe von national und nationalistisch ein. Die gleichwertige Anerkennung verschiedener Kulturkreise unter Betonung der eigenen Kultur ist nationale Einstellung. Im Gegensatz hierzu stehe einerseits der Chauvinismus, der nationalistischengstirnig einem bestimmten Kulturkreis den Vorrang andichten will, andererseits der Kosmopolitismus, der durch die Ausgleichung der Kulturgegensätze schließlich eine Monotonie der Lebensäußerungen der Kulturen erreichen wird. Vorbedingung einer nationalen Kultur ist eine bestimmte Verfassung der Gesellschaftswirtschaft, ein gewisser äußerer Lebensstandard, der dem einzelnen gestattet, neben materiellen Dingen des Lebens sich auch mit geistigen Problemen auseinanderzusetzen. Es erhebt sich daher die Frage, welches Wirtschaftssystem der Entwicklung nationaler Kultur günstig ist. Die Betrachtung der kapitalistischen Produktionsweise, die keine andere Steuerung als die durch Angebot und Nachfrage kennt und die durch das feindliche und auf Kampf abgestellte Prinzip der Konkurrenz die besten Kräfte in einer Sphäre des Lebens bindet, wo sie sich nur sekundär, d. h. nur in bezug auf Mittel und nicht in bezug auf Zwecke und Ziele auswirken können — ergibt, für die Gesamtheit der Bevölkerung gesehen, einen verhältnismäßig zu geringen Wirkungsgrad der gesamten geleisteten Arbeit. Der Referent entwickelte dann eine sozialistische, vom Standpunkt der nationalen Kultur aus orientierte Wirtschaftsverfassung. Planmäßige, rationelle, sich wirklich nach den Bedürfnissen des Illll!flllll![ll!lilll!ll![l!llll!lllllllll!l[lll!llllllll!ill]!l!llllinilllliuilll9l!!llillll]!lill]linilllllllllllll Tejdilhandelsgesellschaft zum „Weberhaus"R.<3. München ) Frankfurt^. I Leipzig Filialen in allen Stadtteilen Kollektivbedarfs richtende Bindung der Produktion und der Verteilung der Güter ist die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung nationaler Kultur. Im Ausblick betrachtete der Referent die Auswirkung der kollektivistischen, sozialistischen und andererseits der privatkapitalistischen Unternehmungsform für die Entwicklung nationaler Kultur in Palästina. Da für das wichtigste Produktionsgebiet — die Landwirtschaft — eine bemerkenswerte Zahl von kapitalistischen Unternehmern, infolge der Besitzverhältnisse der nach Palästina Ausgewanderten nicht in Frage kommen, so bestehen für den Ausbau der gemeinwirtschaftlichen, sozialistischen Unternehmungsformen gute Bedingungen. Die Wechselwirkung in kultureller Beziehung für die Verwirklichung einer nationalen Kultur in Palästina gestaltet sich daher naturnotwendig günstig. R. Bar Kochba München. Wir verweisen nochmals auf die heute, Samstag den 8. November 1924 abends 8 Uhr im Jagdzimmer des Restaurant Augustiner, Neuhauserstr. 16/1, stattfindende Außerordentliche Generalversammlung und fordern unsere Mitglieder auf, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Durch die Wiederanstellung unseres altbewährten Turnlehrers Schindlbeck hat der Turnplan eine Änderung erfahren. Es turnen: die Damen Dienstag von halb 8 Uhr bis 9 Uhr, die Mädchen Mittwoch von 5 Uhr bis halb 7 Uhr, die Herren Mittwoch von 7 Uhr bis 9 Uhr, die Knaben Donnerstag von 6 Uhr bis halb 8 Uhr im Turnlokale der städtischen Volksschule an der Herrnstraße 21. Neuanmeldungen bei den Abteilungsleitern dortselbst. Bar Kochba München, Leichtathletikabteilung. Anschließend an die heute stattfindende Generalversammlung des Hauptvereins findet unsere ordentliche Generalversammlung statt. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder wird zur Pflicht gemacht. — Das Wintertraining findet vorläufig jeden Mittwoch von 7—9 Uhr im Turnsaal der Schule an der Herrnstraße 21 statt. Wir fordern unsere Mitglieder auf, zahlreich zu erscheinen. Jüd. Arbeitsgemeinschaft. Samstag, den 8. Nov.: Pressereferat bei Horn, Seidlstr. 36/111. Samstag, den 15. Nov.: Vortrag von Herrn Jakob Reich. Näheres in der nächsten Nummer des Bl. Tägliche Sprechstunde. In allen Angelegenheiten der zionistischen Ortsgruppe, des Gesamtausschusses der Ostjuden usw. werde ich täglich von 3—4 Uhr im Ortsgruppenbüro, Ottostr. 2, zu sprechen sein und bitte diese Sprechstunde ausschließlich zu benützen. (Tel. 56199.) Jakob Reich. München. Heinrich Glaser, Kultusbeamter, Mathildenstraße 8, ist an das hiesige Telephonnetz unter Nr. 5 4 2 0 2 angeschlossen. Zionist. Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth ist es nach vieler Mühe gelungen, Herrn Dr. Nahum Goldmann für 2 Vorträge in Nürnberg und Fürth zu gewinnen. Herr Dr. Goldmann ist dem jüdischen Publikum Nürnberg-Fürths kein Fremder mehr und es darf sicher angenommen werden, daß seine Persönlichkeit auch diesmal wieder auf

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