Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 45 (7.11.1924)
- Date
- 1924-11-07
- Page
- Seite 372 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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372 Das Jüdische Echo Nr. 45 besondere Umstände obwalten. Das Palästinensische Mandat besagt, daß die Mandatarmacht dafür verantwortlich ist, daß solche politische, administrative und ökonomische Bedingungen geschaffen werden, daß die Errichtung des Jüdischen Nationalheims und die Entwicklung der Selbstverwaltungsinstitutionen sichergestellt sind. Eine besondere Organisation, Jewish Agency genannt, wird als eine öffentliche Körperschaft anerkannt, die mit der Administration in Angelegenheiten, die das jüdische Nationalheim und die Interessen der jüdischen Bevölkerung in Palästina betreffen, Zusammenarbeiten soll. Die Zionistische Organisation wird als eine solche Agency anerkannt. Sie soll Schritte unternehmen, um die Kooperation aller jener Juden durchzuführen, die willens sind, an der Errichtung des jüdischen Nationalheims mitzuarbeiten. Die Administration soll unter entsprechenden Bedingungen die jüdische Einwanderung erleichtern und die jüdische Ansiedlung auf dem Lande fördern. Das zu schaffende Bürgerschaftsgesetz Palästinas soll die Erwerbung der palästinensischen Bürgerrechte allen jenen Juden erleichtern, die ihren Dauerwohnsitz in diesem Lande nehmen. Andererseits legt das Mandat Nachdruck auf die Verpflichtung der Administration, daß die Rechte und die Lage der übrigen Bevölkerung durch diese Politik nicht beeinträchtigt werden. Die Frage der Überwachung der Heiligen Stätten noch nicht geregelt Es wird erwähnt, daß die britische Regierung mehrere Vorschläge betreffend die Einsetzung einer (laut Artikel 14 des Mandats von dem Mandatar zu ernennenden) Kommission zwecks Regelung der Frage der Heiligen Stätten, der Rechte und Ansprüche der verschiedenen religiösen Gemeinschaften in Palästina unterbreitet hat. Es wird darauf hingewdesen, daß die Kontrolle über die Heiligen Stätten und religiösen Gebäude oder Plätze in Palästina in der Vergangenheit Anlaß zu Schwierigkeiten und Konflikten gegeben hat. Die bisherigen Vorschläge der britischen, Regierung haben noch nicht den Ansichten aller der im Völkerbundsrat vertretenen Mächten entsprochen. Die britische Regierung hat der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Mächte, die ihren Vorschlägen nicht zustimmen konnten, sich bemühen werden, einen annehmbaren Plan dem Völkerbund zu unterbreiten. Die Aufgabe des Mandatskomitees Es wird erwartet, daß das Mandatskomitee die ganze Administration vom Standpunkt der vom Völkerbund zugrunde gelegten Prinzipien betrachten wird. Die Kommission begnügt sich daher nicht mit der negativen Aufgabe der Feststellung, ob die Mandatsmacht innerhalb der Grenzen der ihr verliehenen Vollmacht geblieben ist, sondern sie prüft außerdem, ob von dieser Vollmacht guter Gebrauch gemacht worden ist, ferner ob die Administration sich den Interessen der einheimischen Bevölkerung angepaßt habe. Die Kommission prüft und erörtert jeden Bericht in Gegenwart des bevollmächtigten Repräsentanten der Mandatarmacht, der jede etwa erforderliche ergänzende Information zu geben hat. Sobald die Diskussion zu Ende ist, und der Repräsentant sich zurückgezogen hat, entscheidet die Kommission über die dem Rat zu unterbreitenden Eindrücke. Die Beobachtungen werden der Mandatarmacht mitgeteilt, die berechtigt ist, ihrerseits Erläuterungen hinzuzufügen. Solche Erläuterungen werden gleichzeitig mit den Berichten der Mandatarmächte und den Beobachtungen der Kommission veröffentlicht. Eine Botschaft Lord Baifords an die J. T. A. zum siebenjährigen Jubiläum der Balfourdeklaration London (J.T.A.). Lord Balfour, der ehemalige britische Minister für Auswärtige Angelegenheiten, der am 2. November 1917 die bekannte, nach ihm benannte Deklaration zugunsten der Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina veröffentlichte, die dann die Basis für das britische Mandat über Palästina bildete, hat im Hinblick auf den am Sonntag, den 2. November 1924, zum siebenten Male sich jährenden Tag der Veröffentlichung der Deklaration im Wege der Jüdischen Telegraphen-Agentur die folgende Kundgebung erlassen: „Ich entbiete Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche zu den bisher durch die zionistische Bewegung erzielten Erfolgen und wünsche der Bewegung das Beste in ihrem weiteren Fortschreiten. Zweifellos sind noch Schwierigkeiten zu überwinden. Das ist nur natürlich. Aber diejenigen, die, wie auch ich, den festen Glauben an die Zukunft des Zionismus hegen, können aus der Vergangenheit Mut schöpfen.“ TRauThallmcuer München ffäßaßnerfald*. Glaser!7jbvzUlaiw. J