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Das jüdische Echo · 1924-10-31 · 44 (31.10.1924) · p. Seite 360

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
44 (31.10.1924)
Date
1924-10-31
Page
Seite 360 (sequence 8)
Language
German
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360 Das Jüdische Echo N1. 44 ruf erst möglich geworden ist, nachdem der bisherige Partei- und Fraktionsvorsitzende der Deutschnationalen, Exzellenz Hergt, seine Würde niedergelegt hat. Hergt soll, als der Freund des verstorbenen Dr. Helfferich, zwar für die Ausnützung des antisemitischen Moments im Wahlkampf, dagegen aber nicht für eine Betonung des Antisemitismus im offiziellen Wahlaufruf gewesen sein. Der Redakteur des „Stürmer“ wegen Verleumdung verurteilt München. (J.T.A.) Der verantwortliche Redakteur der vom Radikalantisemiten Abg. Streicher herausgegebenen Wochenschrift „Der Stürmer“, Dr. Fritz Hülf aus Erlangen, wurde zu 20 Tagen Gefängnis, umzuwandeln in eine Geldstrafe von 400 Mark verurteilt. In einer im „Stürmer“ erschienenen Notiz wurde in Bezug auf einen jüdischen Zeugen behauptet: „Dem Gericht scheint das Talmud-Gesetz unbekannt zu sein, in welchem es heißt, daß Juden vor nichtjüdischen Gerichten falsch schwören müssen.“ Der betreffende Zeuge erhob Beleidigungsklage. Wieder ein jüdischer Friedhof demoliert Berlin. (J.T.A.) Laut einer Mitteilung der Kölner Zeitungen wurden auf dem israelitischen Friedhof zu Hochneukirchen die Grabsteine umgeworfen. Das ist schon das drittemal in den letzten Jahren, daß auf dem jüdischen Friedhof vandalisch gehaust wurde. England Sir Alfred Monds Appell an die englischen Juden London. (J.T.A.) Das Parlamentsmitglied Sir Alfred Mond, der die Präsidentenschaft des Keren- Hajessod-Propagandakomitees in England übernommen hat, richtete am 2. Oktober die folgende Kundgebung an die Juden in Großbritannien: „Mit großer Freude habe ich die Präsidentenschaft des Komitees angenommen, welches die Sonderkampagne für den Keren Hajessod unter den Juden des Vereinigten Königreiches in die Wege leiten soll. Mit gutem Vertrauen appelliere ich an meine Mitbrüder, daß sie dem Aufbau Palästinas ihre herzliche Unterstützung gewähren. Eine besondere Verantwortung ruht auf den Juden dieses Landes. An der Art, wie diese Juden auf den Ruf Palästinas reagieren, wird der Grad des Interesses an demj Aufbau Palästinas beurteilt, werden. Die englischen Juden, ebenso wie die Juden anderer Länder, vergegenwärtigen sich wahrscheinlich nicht, wie die britische Regierung auf ihre Erwiderung wartet, um den Grad und den Ernst des jüdischen Enthusiasmus abzuschätzen. Das Komitee ruft zu Opfern auf — Opfern an Zeit, Kraft und Geld. Ich vertraue darauf, daß diese Opfer mit Freuden getragen werden. Sie werden kaum mit den Opfern der Chaluzim, der edlen jüdischen Pioniere in Palästina auf eine Stufe gestellt werden können. Unsere Antwort auf den Appell wird ihnen Mut und Hoffnung geben. Sie wird die Hände der britischen Regierung stärken, die, wie ich überzeugt bin, den aufrichtigen Wunsch hegt, die Bedingungen der Balfour-Deklaration und1 des Mandats zu erfüllen. Sie wird ferner die Juden der anderen Länder zur Arbeit anspornen. Laßt uns mit allen Kräften zu Werke gehen. Wir werden glücklich sein in dem Bewußtsein, daß wir unser Teil zum großen Aufbau Erez Israels beigetragen haben.“ Italien Sir Herbert Samuel bei Mussolini und Kardinal Gaspari Rom. (J.T.A.) Sir Herbert Samuel, der britische Oberkommissar für Palästina, traf am 20. Oktober auf dem Wege nach Genf in Rom ein. Sir Herbert Samuel hatte in Rom eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Mussolini, sowie mit Kardinal Gaspari, dem Staatssekretär des Vatikans. Die katholische Presse teilt mit, daß die Unterredung Sir Herberts mit Kardinal Gaspari höchst freundschaftlich verlaufen ist und daß die Versicherungen, die Sir Herbert Samuel in Bezug auf die katholischen Interessen in Palästina geben konnte, vollkommen befriedigten. Schweiz Sir Herbert Samuel und Dr. Weizmann in Genf. — Dr. Weizmann wird persönlich über die Jewish Agency berichten Genf. (J.T.A.) Am 23. Oktober wird in Genf die Herbstsaison der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes eröffnet. Die in der Juli- Tagung der Mandatskommission unterbreiteten Berichte über die Administration der Mandat-Territorien der „A“-Klasse, zu denen Palästina und Syrien gehören, sollen jetzt zur Besprechung gelangen. Es werden an die besonderen Vertrter der Regierungen, die die Mandatsterritorien verwalten, ins Einzelne gehende Fragen gestellt werden. Sir Herbert Samuel, der britische Oberkommissar für Palästina, wird die von den Mitgliedern der Mandatskommission gestellten, auf die Administration Palästinas sich beziehenden Fragen beantworten. General Weygand, der franz. Oberkommissar für Syrien, befindet sich auf dem Wege nach Paris, um seiner Regierung über die Lage in Syrien Bericht zu erstatten. Er wird in Genf seine Reise unterbrechen, um der Versammlung der Mandatskommission beizuwohnen. Dr. Ch. Weizmann trifft in Genf in Begleitung Sir Herbert Samuels ein, um als der Präsident der Jewish Agency über die Arbeit dieser Körperschaft in Palästina, sowie über ihre Zusammenarbeit mit der palästinensischen Administration Bericht zu erstatten. Der Bericht der Jewish Agency ist bereits in englischer und französischer Sprache fertiggestellt. Er umfaßt 46 Seiten. GASTSTÄTTEN PREYSIYO PAL. AIS Der vornehme Aufenthalt bei mässigsten Preisen Menu Mk. 3.— u. 4.— Tischbestellung: Telefon 25 8 97

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