Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 43 (24.10.1924)
- Date
- 1924-10-24
- Page
- Seite 346 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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346 Das Jüdische Echo Nr. 43 kunft im Lande seiner Ahnen die einzigen Strahlen im Dunkel seines Daseins. Jahrhunderte waren vorüber und es kam eine neue Zeit und durch ein neues Ideal entstand — die Emanzipation. Die Gefahr für das Bestehen des Judentums wurde groß; zum Glück aber entstand rasch als Gegenreaktion die mächtigste und wichtigste Bewegung in der Geschichte unseres Volkes, die national-kulturelle. Es entstand der Zionismus, eine wie alte Vereinigung der drei Elemente Volk, Sprache und Land1. Nur 30—40 Jahre sind vorüber, seit die ersten Träumer und Kämpfer der nationalen Sache aufgetreten sind. Noch vor 30 Jahren wurde in Jerusalem der unvergeßliche Eleasar Ben-Jehuda, der Vater der neuhebräischen Sprache und Bewegung, als ein Verrückter und Phantast angesehen. Jetzt ist die hebräische Sprache lebendig im Munde nicht nur der gesamten Juden Palästinas, sondern auch eines großen Teiles der jüdischen Jugend (speziell im Osten). Hebräisch ist schon heute die einzige Vermittlungssprache der verschiedenen Teile unseres Volkes in der Diaspora! Die hebräische Bewegung besitzt schon jetzt in allen Ländern der Welt eine ungeheure Zahl von Elementar- und Mittelschulen, ein großes Zeitungswesen, Theater, Literatur, Wissenschaft usw. Dazu kommt noch der Gipfel dieses grandiosen kulturellen Werkes — die hebräische Universität auf dem Skopusberg in Jerusalem. Groß und wichtig ist die Tatsache der Heimkehr Israels und der Auflebung seiner nationalen Sprache, nicht nur für sich selbst als einem freien stolzen Volke, sondern auch für die gesamte Menschheit. „Ex Orient lux“ ist eine unbestreitbare historisch-kulturelle Tatsache, aber schon seit Jahrhunderten ist der Oripnt in einen lethargischen Schlaf verfallen. Wir hoffen, daß in unseren Händen seine Erwachung liegt! Vor Jahrtausenden hat das jüdische Volk die Grundsteine der menschlichen Ethik und Moral gelegt; vor Jahrhunderten haben die spanischen Juden, gemeinsam mit ihren arabischen Brüdern, das Fundament der europäischen Kultur geschaffen. Jetzt, wenn wir nach dem Orient zurückkehren, hoffen wir, vielleicht gemeinsam mit unseren semitischen Brüdern eine neue große hebräische Kultur zu schaffen. Wir hoffen nochmals die Worte unsres großen Propheten min l^n ’jl'atD zu verwirklichen. Die Juden der Diaspora aber müssen bereit sein, dieses neue Wort als Erste aufzunehmen. Dazu ist aber notwendig, die Sprache dieser neuen zukünftigen Kultur zu kennen! Argasi. Zum Zeppelin .... Das Prinzip des starren, aus gasdicht abgeschlossenen Wasser Stoff zellen gebildeten Ballonkörpers stammt von dem jüdischen Kaufmann David Schwarz in Agram. Er ersann das erste starre Schiff nach dem Grundsatz „Leichter als die Luft“ ungefähr zur selben Zeit, als der Erfinder des „Schwerer als die Luft“-Fahrzeuges, der Berliner jüdische Ingenieur Otto Lilienthal, bei seinem ersten Versuch den Tod fand. David Schwarz bot sein Modell allen Staaten vergeblich an und brachte es schließlich nach Rußland. Als er dort erfuhr, daß die zaristische Regierung ihn unter Anwendung ihrer Judengesetze ausweisen und seine Maschine stehlen wolle, zerstörte er selbst sein Modell und floh aus Petersburg. Er starb in völliger Armut, nachdem er die Zeichnungen seiner Erfindung dem Grafen Zeppelin verkauft hatte. Das ist die wahre Geschichte der deutschen Luftschiffe. Jüdische Friedenssehnsucht hat sie ersonnen und diese große Fahrt von Friedrichshafen nach Lakhurst vollzog sich unter der intensivsten Mitarbeit der Radiotelegraphie, der ein jüdischer Forscher, Professor Hertz, die wissenschaftlichen Grundlagen gegeben hat. So ist auch der Zug des „Z. R. 3“ ein Symbol des schaffenden, die Versöhnung, den Frieden und den Fortschritt ersehnenden jüdischen Geistes. (Wien. Morg.-Ztg.) Aus der Jüdischen Welt Erez Israel Emir Machmoud il Faour soll ausgelieiert werden Jerusalem. (J.T|.A.) Der Emir Machmoud il Faour von Safed, der kürzlich von der palästinensischen Gendarmerie verhaftet wurde, wird laut Beschluß vom 4. Oktober an die französischen Behörden in Syrien ausgeliefert werden. Er ist der Organisierung einer Räuberbande an der syrischen Grenze angeklagt. Arabische Arbeiter schließen sich den palästinensisch-jüdischen Gewerkschaften an Jerusalem. (J.T.A.) Eine Versammlung arabischer Post-, Telegraphen- und Eisenbahn-Angestellter, die in Haifa stattfand, beschloß, die arabischen Arbeiter dringend aufzufordern, sich der Eisenbahnarbeiter - Genossenschaft anzuschließen. Viele arabische Arbeiter wurden bereits von dieser Gewerkschaft als Mitglieder aufgenommen(. Vertreter der mohammedanisch-christlichen Gesellschaft wohnten der Versammlung bei und versuchten die Arbeiter dahin zu beeinflussen, daß sie dem Bunde nicht beitreten. „Palestin“, das offizielle Organ der Palästinensisch-Arabischen Exekutive, warnt die arabischen Eisenbahner vor einer Verbindung mit den Juden und führt aus, daß die Verbindung von den Zionisten ausgenützt werden wird, die Araber und deren Land zu beherrschen. Gerüchte über die Uebersiedlung des Ex-Königs Hussein nach Palästina Jerusalem. (J.T.A.) Die palästinensisch-arabische Presse ist über die neuen Nachrichten aus Hedschas sehr herabgestimmt. Es wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß König Ali in der Lage sein wird, mit den Wahabiten Frieden zu schliessen und die Haschimiten-Dynastie sowie da Königreich Hedschas zu retten. Ein Teil der Presse ist aber sehr pessimistisch und weist darauf hin, daß die Wahabiten noch keine Anstalten zur Einleitung von Friedensverhandlungen getroffen hätten. Es wird das Gerücht verzeichnet, daß der Wahabiten-Sultan Ibn Saud sich weigert, mit König Ali überhaupt in Friedensverhandlungen einzutreten. Es heißt, daß Ibn Saud darauf bestehen wird, daß die gesamte Haschimiten-Dynastie abgesetzt werde, König Feisul und Emir Abdullah inbegriffen. Man spricht hier davon, daß Exkönig Hussein die Absicht habe, sich in Palästina anzusiedeln, wo er Besitztümer hat. own sie »^Smyrna«?lamme“ zu 10Pfg. mit Strohmunbltuck in eleganter Bledjpackung 5igarettenfabrik Dibolb, Tllünchen