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Das jüdische Echo · 1924-10-17 · 42 (17.10.1924) · p. Seite 334

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
42 (17.10.1924)
Date
1924-10-17
Page
Seite 334 (sequence 6)
Language
German
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334 Das Jüdische Echo Nr. 42 Welche Maßnahmen sind ferner getroffen worden, um im Lande solche politische, administrative und ökonomische Verhältnisse zu schaffen, daß die bürgerlichen und religiösen Rechte aller palästinensischen Einwohner ohne Unterschied von Rasse und Religion geschützt werden. Die Mikrobiologische Abteilung der hebräischen Universität. Jerusalem. (J.T.A.). Dr. Israel S. Wechsler, Sekretär des „Komitees der jüdischen Ärzte Amerikas“, ist nach Jerusalem gekommen, alles zur Eröffnung des Mikrobiologischen Instituts Nötige vorzukehren. Das genannte Komitee wurde im Jahre 1921 aus Anlaß der Anwesenheit der Herren Dr. Weizmann, M. M. Ussischkin und Prof. Rinstein in New-York begründet. Als Ziel wurde festgehalten, die medizinische Fakultät der Hebräischen Universität zu schaffen. Das Komitee erwarb einen wertvollen Komplex, angrenzend an die Universitätsböden am Skopus, und widmete 25 000 Dollar, um für die Lehrer und Beamten der Universität Wohnhäuser zu bauen. Amerika Louis Marschalls Aufruf für die gestrandeten Emigranten. New-York. (J.T.A.) Das im vorigen Monat von der amerikanisch-jüdischen Emigranten-Hilfskonferenz unter der Präsidentschaft Louis Marshalls gebildete Rettungskomitee für die jüdischen Flüchtlinge in den europäischen Häfen hat am 18. September einen Appell an die amerikanischen Juden gerichtet, die Summe von einer halben Million Dollar zur Rettung der durch das neue amerikanische Immigrationseinschränkungsgesetz gestrandeten jüdischen Flüchtlinge aufzubringen. In einer nach der Sitzung des Komitees herausgegebenen Mitteilung erklärte Herr Louis Marshall, daß das Komitee in den Grenzen der bestehenden Möglichkeiten den Flüchtlingen die Gelegenheit bieten wolle, nach Palästina zu reisen. Präsident Coolidge gegen die Klu-Klux-Klan und für das Jüdische Nationalheim. New York (J.T.A.) Der jüdische Publizist Josef Breining richtete an den Präsidlenten Coolidge eine Anfrage, wie er sich zu dem Antisemitismus d'er Klu-Klux-Klan, zum Zionismus und zu der Frage der Immigration verhält. Der Sekretär des Präsidenten antwortete Herrn Breining: Ich bin bevolmächtigt, Ihnen zu erklären, daß dem Präsidenten alle Belästigungem, die mit dem Immigrationsgesetz verbunden sind, l$ennt, und dafür eintritt, daß bei dier Durchführung des Gesetzes möglichst mildere Methoden platzgreilen! Der Präsident hat bereits oft erklärt, daß er mit den Zielen und Zwecken der Ku-Klux-Klan nicht sympathisiert. Was den Zionismus und den Wiederaufbau Palästinas als nationales jüdisches Heimatland anbetrifft, hat dier Präsident schon mehrere Male seine herzliche Sympathie und Billigung für diese Bewegung ausgesprochen und ihr allen Erfolg gewünscht. Herr F. Kadoorie in Chicago. Chicago (J.T.A.). Herr F. Kadoorie, der „Rothschild des Ostens“, der vor kurzem dem Keren Hajessod eine große Summe gespendet hat, ist in Begleitung seiner beiden Söhne, Lawrence und Horace, in Chicago eingetroffen; die Zionistische Organisation Amerikas bereitete den Gästen einen ehrenden Empfang. Herr Kadoorie hielt mit Chicagoer zionistischen Persönlichkeiten eine Beratung ab und teilte ihnen bei dieser Gelegenheit mit, daß er sich nicht damit begnügen wird, die Gartenstadt, die er jetzt in Palästina erbauen läßt, zu vollenden, sondern daß er ein größeres Kapital in Palästina investieren wird. Er sagte, das einzige Land, in welchem Juden ihr Kapital sicher und gewinnbringend anlegen können, sei jetzt Palästina. Deutschland Warum Staatsbankpräsident Loeb gehen mußtet — Verweigerung einer Eskomptierung Dinterscher Wechsel Berlin. (J.T.A.) Von dem Rechtsbeistand des bisherigen thüringischen Staatsbankpräsidenten Loeb wird u. a. erklärt: Im Juli 1924 ereignete sich folgendes: Eine Holzgesellschaft hatte an den deutschvölkischen Abgeordneten Dr. Dinter ein Haus verkauft und dafür 32 000 Mk. in Akzepten von Dinter erhalten. Die Holzgesellschaft bot diese Wechsel der thüringischen Staatsbank zum Diskont an, die aber den Diskont ablehnte, weil es sich nicht um Warenwechsel, d. h. nicht um reichsbankfähige Wechsel handelte. Mitte August 1924 legte ein Bücherrevisor die Prolongationswechsel der Staatsbank abermals zum Diskont vor, womit also zugleich dargetan war, daß Dinter die Wechsel bei Fälligkeit nicht eingelöst hatte. Die Staatsbank, d. h. ihr Präsident Loeb, lehnte den Diskont wieder ab. Darauf .richtete Dinter eine kleine Anfrage an die Regierung, die den Sinne nach fragte, ob Deutschvölkische von der thüringischen Staatsbank keine Kredite erhielten. Wie einer der Sachverständigen, die von der Regierung gestellt worden sind, selbst zugegeben hat, hing die ganze von der Regierung angeordnete Revision mit dieser Dinterschen Beschwerde zusammen. Inzwischen ist aber weiter festgestellt, daß die thüringische Regierung, & h. das Finanzministerium selbst diese nicht reichsbankfähigen Wechsel als Zahlung für Holzgelder hereingenommen und auch prolongiert hatte, offenbar, weil sie gegen den Abgeordneten Dinter vorzugehen sich nicht in der Lage sah. In diesem Zusammenhang hat nun die thüringische Regierung diese Revision von zwei willkürlich ausgewählten Revisoren vornehmen lassen, dagegen eine Revision durch die Deutsche Treuhandgesellschaft abgelehnt.“ Professor Victor Basch in Berlin. Berlin. (J.T.A.) Der berühmte französische Gelehrte, Professor an dejr Sorbonne, Victor Basch, weilt gegenwärtig in Berlin, um an dem hier stattfindenden 23. Weltfriedenskongreß teilzunehmen. Aus Anlaß der Anwesenheit Professor Baschs veranstaltete die „Deutsche Liga für Menschenrechte“ am 1. Oktober abends im Herrenhaus eine politische Konferenz über das Thema „Die europäische Lage und die deutsch-französische Verständigung“. Prof. Basch, von den zahlreichen Zuhörern stürmisch begrüßt, hielt in deutscher Sprache eine von tiefer Ergriffenheit getragene Rede über die Notwendigkeit einer Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich und über Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Er erntete stürmischen Beifall. Die Versammlung nahm einstimmig eine Protestresolution dagegen an, daß ein in Nürnberg ange- # J. A. HENCKELS ZWILLINGSWERK MÜNCHEN I THEATINERSTRASSE 8 *

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