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Das jüdische Echo · 1924-10-17 · 42 (17.10.1924) · p. Seite 333

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
42 (17.10.1924)
Date
1924-10-17
Page
Seite 333 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 42 Das Jfliisciie Ecäu 333 Die jüdische Schule An die Redaktion des Jüdischen Echo! Ihrem unter dem 6. X. 24 geäußerten Wunsche, zu dem in Nr. 40 des Jüd. Echo erschienenen Artikel: „Die jüdische Schule“ Stellung zu nehmen, will ich versuchen in folgenden Darlegungen nachzukommen. Noch vor der für uns Juden unheilvollen, die Massen verhetzenden, die Schuljugend vergiftenden antisemitischen Entwicklung in Deutschland, insbesondere in München, war ich entschiedener und überzeugter Anhänger der jüdischen Schule. Begann ich doch meine Laufbahn als Lehrer an der jüdischen Gemeindeknabenschule in Berlin, wo ich 4 Jahre hindurch, bis zum Antritt meiner hiesigen Stellung, wirken durfte. Gleichwohl erblicke ich in der jüdischen Schule nicht das, sondern nur e i n allerdings hervorragendes Mittel zur Erreichung des von Ihnen gekennzeichneten Zieles: „Kenntnis von Sprache und Geschichte und wirkliche Vertrautheit mit den Inhalten und Formen unseres Glaubens“. Denn ganz besonders für letztere Forderung kann selbst die bestgeleitete jüdische Schule keine fürs Leben nachhaltigen Wirkungen erzielen, wenn das Elternhaus bei der Erziehung unserer Kinder inbezug auf jüdische Belange, leider Gottes, in den meisten Fällen fast •völlig versagt. Und nicht nur versagt, sondern gar oft durch die geringe Einschätzung des jüdischen Religionsunterrichts jene Ehrfurcht in den Genjütern der Kinder schädigend beeinflußt, die eine notwendige Voraussetzung bildet für einen ersprießlichen Religionsunterricht. Aber noch ein anderes ist es, das selbst auf Erlerntes und Erlebtes in unserem Glauben verwüstend einwirkt. Das sind die Großstädte mit ihren Ablenkungen und verführerischen Zerstreuungen, mit ihrer Förderung hemmungsloser Genußsucht und Schädigung der alt- und echtjüdischen Familientradition, wie nicht minder mit dem Mangel jeglicher Fühlungnahme zwischen Elternhaus und Schulhaus. Ich denke dabei an die Institution der Elternbeiräte auch in Fragen des jüdischen Religionsunterrichts, eine Einrichtung, die sich für andere Schuldisziplinen als förderlich erwiesen hat. Solchen großstädtischen Schädigungen fallen auch Glaubensgenossen zum Opfer, deren Wiege auf dem Lande stand, die Gelegenheit hatten, jüdische Volksschulen zu besuchen, die in ihren Elternhäusern jüdisches Leben vor sich haben, jüdisches Empfinden auf sich konnten wirken lassen und die heutigen Tages einen wesentlichen Bestandteil wohl aller Stadtgemeinden bilden. In dieser Landflucht, in dem tief beklagenswerten Eingehen oder, im günstigeren Falle, dem Rückgang von ehemals blühenden jüdischen Gemeinwesen mit ihren jüdischen Schulen erblicke ich auch einen Grund für den erschreckenden Niedergang des positiv religiös gerichteten Judentums. Mit vorstehenden Ausführungen will ich zunächst und prinzipiell zur vorliegenden Frage Stellung nehmen. ‘Die Errichtung und Erhaltung jüdischer Schulen ist ein dringendes Bedürfnis ebenso im Interesse unserer heranwachsenden Jugend wie in demjenigen eines frisch pulsierenden, lebendigen Judentums. Aber nicht die jüdische Schule allein — auch wenn wir die drohende Gefahr eines Mangels an jüdischen Lehrern in absehbarer Zeit außer acht lassen — kann den schon viel zu lange sichtbar in Erscheinung tretenden Niedergang des positiven Judentums aufhalten. Nur im ernsten, zielbewußten Zusammenarbeiten von Elternhaus, Schulhaus und Gotteshaus in Stadt und Land ist bei der Erziehung unserer jüdischen Jugend die von denkenden, jüdisch empfindenden Kreisen sehnlich erhoffte Wendung zur Besserung der tatsächlich bestehenden betrübenden Verhältnisse zu erwarten. München, 10. X. 24. E. Kirschner. Aus der jüdischen Welt Palästfna Bautätigkeit in Haifa Eiinte afrikanische Gesellschaft zur Förderung der Bautätigkeit in Palästina hat, wie das „Commercial Bulletin“ berichtet, für dlie Erbauung von Häusern in den einzelnen neuen Wohnvierteln Haifas Darlehen im Betrage von £ 15 000 gewährt. Voraussichtlich werden hier in den nächsten Monaten mindestens 30 neue Häuser gebaut werden. (Ziko.) Die Frage des Hafens für Tel-Aviv. Jerusalem. (J.T.A.) In der Sitzung des Stadtrats von Tel-Aviv vom 7. September erklärte der vor kurzem aus London zurückgekehrte Bürgermeister von Tel-Aviv, Herr Dizengoff, daß das Kolonialamt gegen die Errichtung eines Hafens in Tel-Aviv nichts einzuwenden hat. Herr Dizengoff teilte weiter mit, daß er in London auch in der Frage der Etablierung einer Stadt-Hypothekenbank in Tel-Aviv die notwendigen Schritte unternommen habe. Mit dem Bau wird demnächst begonnen werden. Die Fragen Palästinas vor der Mandatskommission. Jerusalem. (J.T.A.) Wie schon berichtet, werden der Oberkommissar von Palästina, Sir Herbert Samuel, sowie Vertreter der Zionistischen Organisation als der Jewish Agency im Oktober d. J. vor d^ Mandatskommission des Völkerbundes in Genf Bericht erstatten. Von den seitens der Mandatskommission betreffend die Verwaltung gestellten Fragen sind folgende zu nennen: Welche Maßnahmen sind getroffen worden, um das Land in eine solche politische, administrative und ökonomische Lage zu bringen, daß die Errichtung eines Nationalheims für das jüdische Volk sichergestellt ist? KREU-UCKO DAS HAUS rorcfalbb Waal* V THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN - DECKEN

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