Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 38 (19.9.1924)
- Date
- 1924-09-19
- Page
- Seite 283 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 283 Die Mormonnen erwarten den Wiederaufbau Judas. — Die liawai-Insulaner sollen Abkömmlinge von Juden sein. New-York (J.T.A.). Aus Salt Lake City \ Salzseestadt) wird gemeldet: In einer im historischen Mormonnen-Tempel gehaltenen Ansprache sagte Anthony W. Ivins. ein Mitglied des Oberpräsidiums der Mormonnendürche, folgendes: Die biblischen Prophezeiungen über die Vereinigung Israels gehen allmählich in Erfüllung. Er sei nach seinem Besuche auf den hawaischen Inseln, wo er tiefste Eindrücke gesammelt hat, mehr denn je davon überzeugt. Er sah in den hawaischen patriarchalischen Methoden der Regierung und in dem Familienleben Spuren der Überlieferungen und der Gebräuche im alten Israel. „Es sind Anzeichen vorhanden“, sagte er, „daß ein Teil des Judenvolkes, nachdem Judäa zu existieren auf gehört, nach den Hawaiiinseln gekommen ist“. Er schloß: Die „Heiligen der letzten Tage“ (dies der Name der Mormonnenkirche), sehen einer Vereinigung Israels und dem Wiederaufbau Judäas entgegen.“ Eine ungarische Auszeichnung für Felix M. Warburg. New-York (J. T. A.). Der stellvertretende Generalkonsul Ungarns in New-York, Dr- Louis Alory, hat Herrn Felix M. Warburg, den Präsidenten des amerikanisch-jüdischen Joiht Distribution Committee, davon in Kenntnis gesetzt, daß Admiral Hortihiy, der Staatsverweser Ungarns, ihm den Orden des ungarischen Roten Kreuzes verliehen hat. Der Brief, der Herrn Warburg von der ihm zuteilgewordenen Auszeichnung in Kenntnis setzt, lautet: „Ich habe das Vergnügen, Sie davon zu benachrichtigen, daß Seine Durchlaucht, der Regent von Ungarn, Niccolas Horthy v. Nagybanya, Ihnen in Anerkennung Ihrer in Ungarn zur Linderung der Not geleisteten Dienste den Orden des ungarischen Roten Kreuzes verliehen hat. Ich werde die Ehre haben. Ihnen die Insignien und Statuten des Ordens persönlich zu: überreichen.“ Wie die J. T. A. erfährt, hängt die Herrn Felix M. Warburg verliehene Auszeichnung mit seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Sibirischen Repatriierungs-Kriegsfonds zusammen. Dieser Fonds wurde am 6. April 1920 von einer Anzahl Hilfsorganisationen in New-York zwecks Heimführung der zahlreichen Kriegsgefangenen der Mittelmächte aus Sibirien, die infolge der dortigen Wirren in einem unsagbaren Elend dahinlebten, gebildet. Das Joint Distribution Committee spendete für diesen Zweck eine Summe von 250 000 Dollar- Im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit fand zwischen der ungarischen Regierung und dem Joint Distribution Committee eine ausgedehnte Korrespondenz statt. Leopold und Loeb zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, B e r l i* (J. T. A.). Ein Funkspruch aus Chicago vom 10. September meldet, daß Nathan und Richard Loeb, die Söhne zweier Chicagoer jüdischer Millionäre, die den jungen Frank, ebenfalls Sohin eines jüdischen Millionärs, ermordet haben, zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden sind. Der Richter führte aus, daß er wegen des jugendlichen Alters der Angeklagten nicht auf Todesstrafe erkennen könnte. Die vor einiger Zeit durch die Presse gegangene Nachricht daß Leopold und Loeb zum Tode verurteilt worden sind, stellte sich als verfrüht heraus. England Sir Alfred Mond im Unterhaus. Sir Alfred Mond, der bekannte Zionist, früher Minister im Kabinett Lloyd George, ist bei der Nachwahl im Walliser Wahlkreis Carmathen ins Unterhaus gewählt worden. Bekanntlich ist Mond bei den Hauptwahlen im September als Kandidat der Lloyd George-Liberalen unterlegen- Da er jedoch der liberalen Partei als Führer im Parlament unentbehrlich ist, wurde ihm der Sitz im Wahlkreis Carmathen freigemacht. Tschecho-Slovakei Tagung des Komitees der jüdischen Delegationen Karlsbad (J. T. A.)- Am 4. und 5. September d. J. tagte in Karlsbad unter dem Vorsitz des Herrn Leo Motzkin eine Plenarsitzung des Comite des Delegations juivos, an der Richter Mack (New-York), sowie Vertreter des amerikanischjüdischen Kongresses, des Jewish Board of Deputies (Jüdischer Deputiertenrat) von Süd-Afrika, Waad Leumi1 (Jerusalem), endlich Vertreter aus anderen (insgesamt 14 Staaten), teilnahmen. Der Präsident des Komitees, Herr Nahum Sokolow, war durch Krankheit am Erscheinen verhindert und sandte an die Konferenz ein Schreiben, in welchem er seine Bereitwilligkeit zur Weiterarbeit erklärte. Herr Motzkin erstattete einen» ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Komitees im letzten Jahre, Herr Aberson im Besonderen über die Aktionen beim Völkerbunde, sowie bei anderen internationalen Körperschaften. Sodann wurden eingehende Berichte über die Lage der Juden in den verschiedenen Staaten erstattet. Nach einer eingehenden Aussprache über die zukünftigen Arbeiten des Komitees wurden die Berichte zur Kenntnis genommen und dem Generalsekretär Motzkin das Vertrauen und der Dank für die bisherige Tätigkeit ausgesprochen, Die Plenarsitzung nahm daraufhin einen Beschluß wegen Reorganisierung und Ausgestaltung der Tätigkeit des Komitees an. Judge Mack erklärte in einer Ansprache, in welcher er sich von, der Konferenz verabschiedete, daß er von der Wichtigkeit und Bedeutung des Komitees und der von ihm geleisteten Arbeit durchdrungen sei- Er werde die tiefen Eindrücke, die er von dieser Tagung erhalten hat, der amerikanischen Judenheit übermitteln, dieselbe über die Lage der europäischen Juden informieren und ihr die Beschlüsse der Tagung überbringen. In der Schluß-Sitzung wurde eine Exekutive der Komitees der jüdischen Delegationen mit dem Sitze in Paris gewählt. Zum Präsidenten der Exekutive wurde Nahum Sokolow wiedergewählt. Der bisherige Generalsekretär Motzkin wurde zum geschäftsführenden Vorsitzenden gewählt. Über Antrag der Exekutive wurde Herr Zevi Aberson zum Vertreter des Comite des Delegations beim Völkerbunde bestimmt. Rußland Führende Persönlichkeiten im Komitee für die jüdische Kolonisation. Das Präsidium des allrussischen Zentralkomitees der Sowjets hat die Ernennung eines speziellen Komitees für die landwirtschaftliche Ansiedlung von Juden bestätigt. Das Komitee setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Smidowitsch (Sekretär des allrussischen. Zentralkomitees), dann A. Smirnow, M. Litwinow (Vizevorsitzender der Außenpolitischen Kommission), L- Krassin (Kommissar für Außenhandel), A. Scheinmann (Direktor der Staatsbank), A. Klimenko, Ignatiewsky, Tergabriliian, J. Lärm (Vorsitzender des Volkskommissariats für Landwirtschaft), Anzolowitsch (Vorsitzender des allrussischen Verbandes der