Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 38 (19.9.1924)
- Date
- 1924-09-19
- Page
- Seite 282 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Das Jüdische Echo Nr. 38 es im „Blauweiß“ van jeher verstanden, fair zu spielen, ohne -dadurch dem Spiel seinen sportlichen Charakter zu nehmen. Und gerade dadurch wird -ein! wesentliches Stück Erziehungsarbeit so ganz nebenher geleistet. Ein Gefühl für Ritterlichkeit und Anständigkeit entsteht ohne viele Reden oder vielleicht gerade dadurch, daß nicht viel darüber geredet wird. Den Höhepunkt des Bundestages bildete die Nadelverleihung. In riesigem, schweigendem Viereck umstanden1 die Mitglieder des Bundes ihre Leitung und waren Zeugen der Verleihung der Bundesnadel an die wenigen, die die schweren Vorbedingungen für die Erlangung der Nadel bis in "die letzte Einzelheit erfüllt hatten. Kein Orden, keine Auszeichnung ist diese Nadel. Den sichtbaren Ausdruck der Verpflichtung dem Bunde und seinen Zielengegenüber stellt sie vielmehr dar, das starke Band schafft sie, das in der Nadelträgerschaft das Rückgrat des Gesamtbundes darstellt. Kein anderes Gefühl als das einer tiefen Verantwortungsfreudigkeit ist es, das den Stolz auf die Nadel und den Willen, sie zu erringen, begründet. Chaluziuth, Pioniertum ist der letzte Ausdruck dieser Verbundenheit. Ein hebräisches Lied schließt den Bundestag In geordneten Trupps rücken die Bünde ab. In Elpershofen bleibt -eine unbedeutende Wiese, in den Herzen von 1500 Jungens und Mädels ein starkes, freudiges Gedenken an den „Bundestag zu Elpershofen“, der wie alle bisherigen Bundestage einen Markstein in der Entwicklung des Bundes darstellen wird. Li-r. Aus der Jüdischen Welt Palästina Der große Bodenkauf. Jerusalem. Ein vom Hauptbureau des Keren Kajemethi verbreiteter Artikel über den neuen Landkauf von 40 000 Dun am enthält folgende Details: Der größte Teil der neuen Böden, rund 30 000 Dunam, schließt sich südlich an den 19 000Dunam großen K- K. S.-Komplex Nabalal an, so daß im Westteil des mittleren Emek ein geschlossener Block jüdischen Bodens von rund 50 000 Dunam entsteht. Durch den Kauf weiterer 3000 Dunam schlägt der K. K. L. zwischen seinen Boden Djindjür (4473 Dunam) und Rub-el-Nasra eine Brücke; dieses samt den früher erworbenen K. K. L.-Böden Tel Adas und Merchawia (zusammen 22 000 Dunam) sowie der Boden der „Ziion Commonwealth“ und des „Meschei“ in Balfouria und Afule (30 000 Dunam) ergeben nunmehr einen zentralen Block von 60 000 Dunam. Schließlich erweiterte der K. K. L. seinen Ostblock Nuris durch Zukauf von 6000 auf rund 35 000 Dunam. Hinzugerechnet Jadjur, das weiter gegen Haifa zu liegt und 15 000 Dunam umfaßt, davon 3800 Dunam K. K. L.-Boden, steigt der jüdische Besitz landwirtschaftlicher Böden im Emek auf rund 160 000 Dunam, wovon allein 117 000 Dunam auf den K. K. L. entfallen. Die neuerworbenen Böden sind nach übereinstimmenden Gutachten der landwirtschaftlichen, ärztlichen und technischen Sachverständigen für eine großzügige Kolonisation vortrefflich geeignet. Es ist fast durchwegs ebener Alluvialboden, der über genügende Wasser quellen verfügt und nur geringe Ausgaben für seine volle Sanierung erfordert. Auch die Verkehrslage ist sehr günstig. So erstrecken sich die 30 000 Dunam südlich Nahalal 7 Kilometer lang zu beiden Seiten der Bahnstrecke Haifa-Afule. Bei Zuweisung v,on 100 Dunam für jede Familie werden auf dem neuen Boden an 400 Familien landwirtschaftlicher Kolonisten und bei fortschreitender Intensivierung des Anibaus auchdie doppelte Anzahl ihren Unterhalt finden- Wenn weiters erwogen wird, daß erfahrungesgemäß neben den Bauern viele Handwerker und andere Ansiedler Raum finden, dann steht fest, daß der K. K. L. durch seinen jüngsten Kauf die Grundlage für das Leben tausender neuer Ansiedler in Erez Israel geschaffen hat. Der Keren Hajessod als Teilhaber des Solel- Boneh. Jerusalem (J- T. A.). Durch den soeben abgeschlossenen Vertrag zwischen der Palästinensisch-Zionistischen Executive und der Baugenossenschaft jüdischer Arbeiter „Solei Boneh“ wird der Keren Hajessod zu 50 Prozent Teilhaber an diesem, dem Aufbau gewidmeten Institute, Gemäß Beschluß des Zionistenkongresses übernimmt der Keren Hajessod’ vom Kapital der „Solei Boneh“ 8000 Pfund Vorzugsaktien. Die Baugenossenschaft hat sich verpflichtet, ihrerseits gewöhnliche und Vorzugsaktien um Pfund 8000 zu plazieren. Herr Felix Rosenblueth, vormals Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, jetzt in Palästina wohnhaft, wurde von der Pal.-Zion.- Executive als ihr Vertreter ins Direktorium des „Solei Boneh“ delegiert. Die Frage des Hafens für Tel-Aviv. Jerusalem (J. T. A.). In der Sitzung des Stadtrats von Tel-Aviv vom 7. September, erklärte der vor kurzem aus London zurückgekehrte Bürgermeister von Tel-Aviv Herr Dizengofi, daß das Kolonialaimt gegen die Errichtung eines Hafens in Tel-Aviv nichts einzuwenden hat. Herr Dizengoif teilte weiter mit, daß er in London auch in der Frage der Etablierung einer Stadt- Hypotheken-Bank in Tel-Aviv die notwendigen Schritte unternommen habe. Mit dem Bau wird demnächst begonnen werden. Rosch Pina- und Mikweh-Tabak — die besten Sorten. Von acht Mustern Palästinatabak, die dem königlichen Institut in London zur Untersuchung und Begutachtung der Eignung für den englischen Markt Vorlagen, wurde die anatolische, in ,Mikweh Israel geerntete Sorte und das mazedonische Blatt, dessen Kultur sich Rosch Pina gewidmet hatte, als die besten erklärt. Amerika Ein Jude vom Ku-Klux-Klan gewaltsam entführt. N e w - Y o r k (J. T. A-). Aus Freeport wird der folgende aufsehenerregende Fall gemeldet: Bei einem jüdischen Einwohner Freeports, dem Drogisten Ernest D. Lewis, erschienen dieser Tage zehn Männer und forderten ihn auf, die Stadt binnen zehn Tagen zu verlassen. Als Herr Lewis an einem der letzten Abende mit seiner Frau und seiner Schwiegertochter von einem Spaziergang heimkehrte, wurde er vor seinem Hause von fünf Männern umzingelt, in ein unbeleuchtetes Automobil gesetzt und entführt. Man ist um sein Schicksal sehr besorgt, Auf eine Anfrage der J. T. A„ ob es wahr ist, daß der Klan angekündigt habe, er würde Jude«, die im amerikanischen Heere dienten, als Mitglieder aufnehmen, antwortete der „Oberste Hechermeister“ des Klan, Herr H. W. Evans: Unsere Organisation stützt sich auf die christliche Religion; Vorbedingung für die Mitgliedschaft ist, daß der Bewerber der eingeborenen, weißen, nichtjüdischen, protestantischen Gemeinschaft angehört-