Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 37 (12.9.1924)
- Date
- 1924-09-12
- Page
- Seite 274 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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274 Das Jüdische Echo Nr. verspricht das Abonnement auf das in Folgen von etwa vierzehn Tagen geplante Riesenwerk jedem Freunde graphischer Kleinkunst, jedem Förderer jüdischen Wirkens eine reiche Quelle des Genusses, Durch Entgegenkommen der Münchener „Ewer-Buchhandlung“ ist es möglich, die bisher erschienenen Blättchen einzusehen, Außerdem ist ein Büchlein mit den bisher fertig gestellten Darstellungen des Schöpfungswerkes erschienen, das außer dem hebräischen vom Künstler geschriebenen Text noch eine einleitende Würdigung durch E1 s e - C o hi n - D r e s d e n enthält. Die Zusammenstellung ist auch in einer billigen Ausgabe erschienen, die ebenfalls durch die „Ewer-Buchhandlung“ bezogen werden kann. Diese ilm besten Sinne „kleinmeisterlichen“ Schöpfungen bieten gerade zu den kommenden Feiertagen Geschenke, die dem künstlerisch Empfindenden hochwillkommen sein werden. Theo Harburger. Sport-Echo Die jüdischen Sportler und die künftige Olympiade Wien (J.T.A.). Der Bevollmächtigte des Makkabi-Weltverbandes in Paris teilt mit: Die Frage der Teilnahme der Juden als besondere Nation an der kommenden Internationalen Olympiade ist noch nicht geklärt. Es wird wahrscheinlich eine große interterritoriale jüdische Sportveranstaltung nötig sein, um die Entwicklung des jüdischen Sports der Welt zu demonstrieren. Erst dann wird eine nationale jüdische Vertretung an der Olympiade aktuell werden. Der Makkabi-Weltverband denkt nunmehr daran, ein allweltliches jüdisches Sportfest zu arrangieren. Der englisch-jüdische Sportklub tritt demMakkabi- Weltverband bei Wien (J.T.A.). Der soeben aus London nach Wien zurückgekehrte Delegierte des Makkabi- Weltsportverbandes teilt mit, daß der berühmte englisch-jüdische Sportklub „Jewish Athletic Association“ seinen Beitritt zum Makkabi-Weltverband angemeldet hat. Man erwartet, daß sich auch die jüdischen Sport-Organisationen in Südafrika dem Weltverband anschließen werden. Personalia München. Herr B. Schapira, Lehrer an der Talmud Thora-Schule und Kantor im Brüderbund, feiert mit seiner Gattin am 17. Sept. das Fest der silbernen Hochzeit. Beuthen . , Im Alter von 68 Jahren verschied plötzlich in Nauheim, wo er zum Besuch seiner dort zur Kur sich aufhaltenden Frau weilte, Herr Oberr ab bin er Dr. Kopfstein aus Beuthen O.-S. Der Verlebte, welcher an der Spitze der meisten jüdischen Institutionen in Oberschlesien stand, erfreute sich in weiten Kreisen des höchsten Ansehens und hatte sich: um die Judenheit Oberschlesiens sehr verdient gemacht. Frankfurt a. M. Wie das „Jüd. Wochenblatt“, Berlin, erfährt, ist Herr Rabbiner Dr. Bamberger in Kissingen aus dem orthodoxen Rabbinerverband ausgeschieden. Wir gehen wohl nicht fehl, Wenn wir annehmen, daß diese Tatsache mit den Auseinandersetzungen über die religiöse Bewertung der Gemeindeorthodoxie in Zusammenhang zu bringen ist. Eingesandt Herr R.-A. Dr. Philipp Löwenfeld ersucht uns. um Veröffentlichung folgenden Briefes: An den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, z. H. Herrn Rechtsanwalt Dr. Levinger München. Sehr geehrte Herren! Als anwaltschaftlicher Vertreter des Herrn Dr. Arnold Wadler beehre ich mich Ihnen Folgendes mitzuteilen: Sie haben mir vor einiger Zeit von Pressenachrichten Kenntnis gegeben, wonach die Augsburger Postzeitung und andere Organe der Bayer. Volkspartei die Behauptung aufgestellt haben, die Begnadigung des Herrn Dr. Wadler sei nicht nur wegen seiner musterhaften Führung im Zuchthaus und der unverhältnismäßigen Höhe der Strafe erfolgt, sondern auch weil in seiner politischen Gesinnung ein völliger Wandel eingetreten sei, weil weiter Dr. Wadler nicht mehr Jude sei und im Zuchthaus wiederholt den Zuspruch eines katholischen Priesters-»erbeten und erhalten habe. Ich habe mich bei- Herrn Dr. Wadler erkundigt, ob an diesen Behauptungen etwas Wahres ist und bin von ihm ersucht, Ihnen zu erklären, daß es sich bei den fraglichen Behauptungen um böswillige Erfindungen , handelt, daß Herr Dr. Wadler weder seine sozialistische Gesinnung irgendwie geändert hat, noch aus dem Judentum ausgetreten, noch jemals den Zuspruch eines katholischen Priesters erbeten oder erhalten hat. Alle an die fraglichen Mitteilungen geknüpften Folgerungen, als ob es sich bei der Begnadigung um eine politische Maßnahme handle, die deshalb erfolgt sei* weil Dr. Wadler seine Gesinnung interner der Regierung genehmen Weise umgestellt habe, sind' daher vollständig unwahr. Einen Abdruck des Gegenwärtigen habe ich der Redaktion des „Jüdischen Echo“ behändigt. Berichtigung der unwahren Behauptungen in der Tagespresse wird demnächst erfolgen. Ich wäre Ihnen verbunden, wenn Sie Ihrerseits Veranlassung nehmen würden, den Inhalt der gegenwärtigen Mitteilung in den Kreisen des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu verbreiten. In vorzüglicher Hochachtung gez. Dr. Philipp Löwenfeld' Der jüdische1 T.- und Sp.-Verein „Bar Kochba“ bringt in der letzten Nummer des „Echo“ die Mitteilung, daß er sich infolge von Vorkommnissen innerhalb der Fußballabteilung gezwungen gesehen habe, dieselbe aufzulösen. - Demgegenüber sei festgestellt, daß die Fußballabteilung infolge unüberbrückbarer Differenzen mit dem Hauptverefn aus eigener Initiative beschlossen hat, in corpore aus dem „Bar Kochba“ auszuscheiden und sich sofort wieder als „Sportklub Hakoah“ neu zu konstituieren. Die F.-A. des Vereins vermochte die ersten Spiele innerhalb des freien Fußballverbandes siegreich für sich zu entscheiden und weist bereits 2 Senioren und 3 Junioren-Mannschaften auf. — Auskünfte durch Max Friedländer, Parkstr. 5, Tel. 54814. Die Vorstandschaft des Sp.-Cl. Hakoah. i