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Das jüdische Echo · 1924-09-12 · 37 (12.9.1924) · p. Seite 273

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
37 (12.9.1924)
Date
1924-09-12
Page
Seite 273 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 273 ausführlichen Artikeln als eines der schönsten Exkursionsschiffe der Welt bezeichnet worden, ur ca* 32® Passagiere, die in weiten Außenbordkabinen mit freistehenden Betten und fließendem Wasser beste Unterkunft finden. Große Gesellschaftsräume, wie Rauchzimmer, Bar, Damensalon, Tanzdiele mit darüber liegendem Wintergarten sowie Speisesaal mit Veranda zeugen dafür, daß nichts gespart worden ist, um den Passagieren das denkbar möglichste an Bequemlichkeit und Komfort zu bieten. Auf den durchgehenden, mit Sonnensegeln überspannten Decks entwickelt sich ein reges Leben. Eine täglich erscheinende Bordzeitung, die von der Radiostation des Schiffes mit den neuesten Nachrichten versorgt wird, Radiokon^ert- und Kinovorführungen werden sich die Unterhaltung der Gäste bestens angelegen sein lassefn. Anfragen wegen Teilnahme an der Reise, 1% die Plätze inklusive erstklassiger, streng ritueller Verpflegung unter Aufsicht des Hamburger Kabbinats von 1050 G.-Mk. an aufwärts schon jetzt belegt werden können, sind zu richten amHrakob Wolf i. Fa. Jakob Wolf & Co., Frankfurt,,^-M., Saulsplatz, oder an die Hamburg-Amerika-Linie, Frankfurt a. M., Kaiserstraße. 111! 11— || ü B Ulli Feuilleton «I IUI Hill II Bf Schulschlußfeier in Jerusalem von Dr). Max Buch mann, Jerusalem.*) Einige Wochen später wie in Deutschland beginnen in Erez Israel die großen Sommerferien. Das war ja das Schönste unserer Schulzeit, wenn das Schuljahr zu Ende ging, daß wir zur Belohnung für unsere guten und vor allem zur Entschädigung für unsere schlechten Noten in die Ferien gehen durften. Aber zwischen Schule und Ferien lag noch ein dunkler Pnukt: die Schlußfeier. Das waren einige, in einem heißen, vollen Saal mit guter und schlechter Musik und Deklamationen und viel Ungeduld verbrachte Stunden. „Tempora mutantur“ (das ist von. meiner Lateinbildung noch übrig geblieben) und jetzt habe ich hebräische Schlußfeiern in Jerusalem mitgemacht. Freilich, hier bedeutet die Schlußfeier einen Höhepunkt im Leben. Von einer: der Tachkimoni-Schule will ich erzählen. Man hatte eine Oper einstudiert: Opera jeladim (Kinderoper) stand auf den Plakaten und an einem Abend ging sie in dem vollen Hause des primitiven Jerusalemer Theaters in Szene, Zuerst spielte eine große Kapelle — wegen der vielen Trompeten und' Trommeln hätte ich beinahe Militärkapelle geschrieben — einige Stücke. Dann wurde ein Sing- und Reigenspiel, das die Geschichte von den Bäumen, die einen König wählen wollten, zum Inhalt hatte, aufgeführt. Dichtung, Musik, Regie, alles Werk der Lehrer und Schüler. *) Mit diesem Beitrag beginnen wir mit der Veröffentlichung einer Reihe direkter Berichte unseres geschätzten nach Palästina übersiedelten Mitarbeiters. Die Kulissenbäume — die Dekorationen waren vollkommen — hatten runde Löcher, durch die die frischen Buben hindurchguckten und mehr oder weniger gut sangen. Die Bäume, die den König suchten, waren eine muntere Schar Jungens, die frisch und keck, nach den Orchesterklängen auf der Bühne herumzogen und ihre Sprüchlein sangen. So ähnlich war auch die eigentliche,' zweiaktige Oper, die den Titel Blütenfest trug und von der Trauer der Mandelbäume im Winter und dem blühenden Erwachen des Frühlings, da ein „Boyskout“ seinen ersten Spaziergang im Grünen machte, handelte. Die Kinder bewegten sich auf der Bühne so frisch1, ungezwungen und ohne jede Scheu, daß es eine Freude war. Alles „klappte“ gut. Die „Aufmachung“ war köstlich-originell, das. Orchester gut, der Gesang, nun sagen wir schlechter als die Nürnberger Oper. Das Hebräische ist wie das Italienische eine ausgezeichnete Singsprache und klingt an sich sehr schön. Vor der Oper wurde zur Freude der Jugend ein Teil des bekannten Palästinafilms aufgeführt. Programm und „Textbuch“ stand in einer periodischen Zeitung der Schule, die die Knaben selbst drucken* neben Aufsätzen und Briefen, die die Schüler auch selbst verfassen, enthalten. Am Nachmittag des. nächsten Tages war der eigentliche Schulschluß. Die Schüler waren alle im Hofe der Schule versammelt, klassenweise in Reihen, an. einem Flügel die Kapelle. Der „Rektor“ hielt noch eine Ansprache und dann marschierten die Jungens. voran die Musik, in guter „preußischer“ Ordnung mit ihren Lehrern ab — in die schönen Ferien. Und wer zusah, freute sich übpr den frischen, freien Geist, der in unseren hebräischen Schulen mit ihren prächtigen Lehrern herrschte. Kunst-Echo Jüdisch© Illustrationen zur Bibel. Schon vielen Malern und Graphikern, auch jüdischer Abstammung, hat der reiche Stoff der Bibel als Anstoß für ihr Schaffen gedient, aber meist waren es einzelne Episoden dieses anregungsreichen Werkes, die in bildlicher Darstellung festgehalten wurden. Mit der erst <x> eigentlich durch Israels eingeleiteten Beteiligung von Juden an der modernen Kunst, finden wir auch jeweils biblische Themen in einzelnen Schöpfungen behandelt, doch der Versuch in darstellender Gestaltung dem Gange der Bibel zu folgen, ist u. W. noch niemals in Angriff genommen worden. Heute können wir nun die Aufmerksamkeit der Kunst- und Bibelfreunde darauf lenken, daß der Junge Maler-Graphiker Hermann Fechenbach, dessen Wirken uns durch eine Gesamtaussteliung, von der wir unseren Lesern im vergangenen Jahre einen Bericht gaben, in vorteilhafter Weise bekannt ist, an diese verlockende Aufgabe herangetreten ist. Während er in Italien an; seiner künstlerischen Vollendung schafft, zeigt er bereits erfreuliche Früchte dieser Arbeit an sich. In kleinen Holzschnitten, die in der Größe von 3.5:3.5 cm eine handliche Reihe vorsteilen, ist er zunächst zur künstlerischen Behandlung des Schöpfungsthemas geschritten. Die sieben Blättchen, die die n’VKia und r\2V behandeln, stellen ihif staunenswerter Beherrschung des Stichels aas Wesentliche jedes Abschnittes dar. Die uiföndlich feine Linienführung zusammen mit der niglerischen Verwertung der Schwarz-Weiß-Wirkung erzeugen „eine stilistische Geschlossenheit, die für das Gelingen des Gesamtwerkes eine starkq^icherheit bietet. Gerade die große Schwierigkeit der Verbildlichung dies künstlerischen Vorwurfs und die erfolgreiche Überwindung dieser Hemmungen bieten Gewähr, daß die mehr figürlichen Darstellungen, wie die Geschichte von Adam und Eva, Kain und Abel, an die Fechenbach nun herantritt, vollauf künstlerische Eindrücke widergeben werden. Somit

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