Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 37 (12.9.1924)
- Date
- 1924-09-12
- Page
- Seite 271 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 271 1. September in Danzig-Oliva eröffnet wurde, ist am 2. September geschlossen worden. Aus den Berichten der Ländervertretungen ist zu entnehmen: In Polen existieren 4 jüdische Pfadfinder- Gruppen, der „Haschomer Hazair“ mit 6000, „Balfuria“ mit 1800, der ostgaliz. „Haschomer“ mit 1400 und „Trumpoldor“ mit 14 000 Mitgliedern. In Litauen gibt es 1400, in Rumänien 1000, in Danzig 40, in Lettland 1000 Pfadfinder. Man beriet über das Verhältnis der Pfadfinderbewegung zu Palästina und über den Zusammenschluß der Pfadfinderbewegung. Die offizielle Verhandlungssprache war hebräisch. Es wurde beschlossen, einen Weltverband unter dem zusammenfassenden Namen „Haschomer Hazair“ zu gründen, der organisatorisch von der Zionistischen Organisation unabhängig sein soll. In das Zentralkomitee wurden gewählt die Herren: M. Jaari (Palästina), Hamburg und Gotthelf (Warschau), Wilder (Lemberg), Wanchozki (Kowno) und Haber (Rumänien). Es wurden folgende Entschlüsse angenommen: 1. sich an der am 2. September in Danzig eröffneten jüdischen Weltjugendkonferenz zu beteiligen; 2. den von der jüdischen Arbeiter-Organisation in Palästina herausgegebenen Arbeits-Schekel zu verbreiten und 3. eine Aktion für den Jüdischen Nationalfonds und die hebräische Universität in Jerusalem zu führen. Die Eröffnung der Jüd. Welt-Jugendkonferenz Danzig (J.T.A.). Am 2. September wurde Im großen Saal des Schützenhauses die Welt- Jugendkonferenz eröffnet. Es beteiligen sich ungefähr 40 Delegierte, die 30 000 Mitglieder der jüdischen Jugendorganisationen vertreten. Anwesend sind Vertreter des „Haschomer Hazair“, „Blau-Weiß“, „Hechaluz-Hazair“, „Hazofe“, „Hechawer“, „Brith-Haolim“ und verschiedener anderer Jugendorganisationen aus den folgenden Ländern: Polen, Litauen, Palästina, Rußland, Lettland, Deutschland, Tschechoslowakei, Österreich u. andere. Anwesend ist auch das Mitglied der Zionistischen Exekutive Joseph Sprinzak, als Vertreter der Arbeiterorganisation Palästinas D. Ben- Gurion, ferner M. Bogkanowsky und U. Friedland vom Merkas des Welthechaluz. Unter den Gästen bemerkte man: Hans Kohn als Vertreter der Zion. Exekutive in London, Robert Weltsch u. a. Die Tagung wurde durch Sch. Birer (“Haschomer-Hazair“ Palästina) eröffnet, der auf die große Bedeutung der erstmaligen Zusammenkunft jüdischer Jugendvertreter aus der ganzen Welt hinwies. Hierauf begrüßte die Konferenz Herr Dr. Landau im Namen der Zionistischen Organisation Danzigs. Dr. Hans Kohn faßte die Forderungen und Erwartungen der Zionistischen Exekutive an die Jugend in die drei Worte: Geld, Menschen und insbesondere Geist. Ben-Gurion wies auf den schweren Kampf der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina hin und drückte die Erwartung aus, daß die Jugendbewegung in die Front der Arbeiterschaft Palästinas treten wird. Am 3. September begann die eigentliche Tagung mit den Berichten der einzelnen Jugendorganisationen. Lettland Vier jüdische Emigranten bei der Überschreitung der Grenze ermordet Riga (J.T.A.). In der Nähe des Grenzortes Aswe des Distrikts Polosk fand man die Leichen von vier ermordeten Juden, dreier Frauen und eines Mannes. Es handelt sich um jüdische Emigranten, die an dieser Stelle die Grenze zwischen Rußland und Litauen überschreiten wollten, jedoch von ihren bezahlten Begleitern ermordet worden sind. Rumänien Schwere Bestrafung von Synagogen-Attentätern Klausenburg (J.T.A.) Vor dem Kriegsgericht in Klausenburg, wo jetzt Ausnahmezustand herrscht, hatten sich einige Studenten, die einen Angriff auf die Synagoge in Klausenburg ausführten, und später auch in die Wohndng eines Universitätsprofessors hineingeschossen haben, zu verantworten. Der Verteidiger der Studenten, Emil Vasilin, erklärte, eine jüdische Synagoge sei überhaupt nicht als ein öffentliches Gebäude anzusehen. Er erklärte weiter, daß die Juden das Staatsinteresse nicht fördern, sondern es im Gegenteil schädigen. Der Verteidiger, der Redakteur der Pogromzeitung „Idea Nationala“, wurde von dem Vorsitzenden des Gerichts zur Ordnung gerufen. Schließlich wurden die Studenten zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Judenhetze während der Tannenberg-Feiern in Ostpreußen Berlin (J.T.A.) Aus Königsberg wird gemeldet: Während Generalfeldmarschall v. Hindenburg sich in seinen Ansprachen auf den Tannenberg-Feiern immer an das ganze Volk richtete, und die Begrüßung republikanischer Verbände, die die republikanische Flagge mit sich führten, "RauThallmaier München TheatinerftrAÖ. jhmzQJlarm wmx T/V -\\T!■/*