Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 37 (12.9.1924)
- Date
- 1924-09-12
- Page
- Seite 270 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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270 Das Jüdische Echo Nr. 37 Im Laufe des ersten Halbjahres 1924 (1. Januar bis 1. Juli) ist eine große Entwicklung der Palästina-Arbeiter-Bank festzustellen. Ihr Aktivum erreichte die Summe von 166 311 ägypt. Pfund. Die Summe der vollbezahlten Aktien beträgt 63 760 ägypt. Pfund; davon gingen im Verlaufe , des letzten halben Jahres 9300 ägypt. Pfund ein. Außerdem verfügt die Bank über einen Darlehensfonds der Zionistischen Organisation auf Rechnung von Vorzugsaktien über 16 860 ägypt. Pfd. und einen Reservefonds von 2106 ägypt. Pfund. An Depositen flössen neu ein 9000 ägypt. Pfund, sodaß diese die Höhe von 20 160 ägypt. Pfund erreichten. Es wurden Darlehen in der Höhe von 59 000 ägypt. Pfund zurückgezahlt und neue Darlehen in Höhe von 71 000 ägypt. Pfund gewährt. Davon an die Landwirtschaft 27 000, für öffentliche Arbeiten 18 500, an Genossenschaften 18 600, verschiedene andere Darlehen 7000 ägypt. Pfund. Der Stand des Debitorenkontos ist am 1. Juli 1924 94 730 ägypt. Pfund; Das Inkasso von Zahlungen auf Rechnung der verkauften Aktien und der Vertrieb von neuen Aktien in Europa und Amerika wird in allen Ländern unter Mithilfe des Komitees für das arbeitende Erez Israel durchgeführt. Landerwerb der Agudas Jisroel in Palästina Jerusalem (J.T.A.). Wie die Palästinensische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Organisation Agudas Jisroel in dem Tal Jesreel in den letzten August-Tagen einen größeren Landkauf getätigt. Es handelt sich um eine Fläche von 4000 Dunam. Aufforstung in Palästina. — Seit 1920 3 Millionen Bäume gepflanzt J erusalem (J.T.A.). Laut einem soeben hier veröffentlichten Bericht sind seit 1920 in Palästina drei Millionen Bäume gepflanzt worden. 673 000 Bäume hat die Zionistische Organisation pflanzen lassen. Jahrhundertelange Vernachlässigung, Entforstung zugunsten des Getreideanbaues und endlich Fällen der Bäume für Kriegszwecke beraubten Palästina aller natürlichen Wälder. Olivenhaine, Eukalyptus- und Johannisbrotbäume bildeten wichtige Erscheinungen in dem landwirtschaftlichen System Palästinas, aber auch diese litten ernstlich unter den zwangsweisen Requirierungen der türkischen Armeen. Während des Krieges wurden die Wälder schonungslos ausgerodet. Eine der ersten Unternehmungen der britischen Administration war die, ein Landwirtschafts-Departement einzusetzen und eine „Forste-Verordnung“ herauszugeben. Staatliche Baumschulen wurden zwecks Verbreitung der sich bewährenden Arten gepflanzt. In dem Aufforstungs-Programm heißt u. a.: Freie Bäumeverteilung an die Stadtbezirke, Schulen, Dörfer; die Anpassung und Akklimatisierung exotischer Arten einschließlich der zu Bauholz, Früchten und Luxusgegenständen dienenden Arten. Die Palästinensische Zionistische Exekutive beschäftigt eine Anzahl Sachverständige zwecks Durchführung ihres eigenen Programms: Hügel-, Flach- und Sumpfland zu bepflanzen und die Kolonisten in ihren Anpflanzungen zu unterstützen. Sie erhält fünf Wäldbaumschulen. Starke Nachfrage nach einheimischem Mehl in Palästina Infolge /der^ Teuerung für ausländisches .Mehl ^nimrnt in Palästina die Nachfrage nach eintieimi- '% schem Mehl erheblich zu. Die Rothschild-Mühle; arbeitet infolgedessen bereits mit zwei Schichten. Polen Der Magistrat zu Bromberg lehnt ein jüdisches Legat ab Bromberg. (J.T.A.) Am 15. September 1921 verstarb in einer Stadt in Pensylvanien (Vereinigte Staaten) eine Frau Lena Cohen. Sie hinterließ testamentarisch 100 000 Dollar' für unbemittelte Juden in Bromberg (Distrikt Posen) und bestimmte, daß der Magistrat zu Bromberg Kurator der Stiftung sein soll, Für seine Mühewaltung sollte der Magistrat die Bildergalerie der Verstorbenen erhalten. Nunmehr hat der Magistrat die Übernahme des Kuratoramtes mit der Begründung abgelehnt, daß es in Bromberg keine unbemittelten Juden gäbe. In Wirklichkeit existieren in Bromberg trotz der starken jüdischen Abwanderung infolge der antisemitischen Schikane mehrere unterstützungsbedürftige Juden. Nachdem das Innenministerium den Beschluß des Bromberger Magistrats sanktionierte, beschloß die jüdische Gemeinde Brombergs, ihren Präsidenten, Herrn Dudor, nach Amerika zu entsenden, der dort die Angelegenheit klären soll. Die Regierung zur jüdischen Palästina-Wanderung Der polnische Ministerpräsident Grabski empfing vor einigen Tagen eine Abordnung jüdischer Arbeiter, die nach Palästina auszuwandern beabsichtigen. Grabski hob in der Unterredung hervor, daß die jüdische Auswanderung aus Polen für dieses Land äußerst nachteilig sei, da sie die finanzielle Lage des Landes ernstlich gefährde. Die Auswanderung der Juden erfordere daher außerordentliche Maßnahmen der Regierung. (Ziko.) Eine Studienreise von jüdischen Ingenieuren nach Palästina Eine Gruppe jüdischer Ingenieure in Lemberg bereitet eine Studienreise nach Palästina vor. An der Fahrt werden sich etwa 50 Personen, darunter die bedeutendsten jüdischen Ingenieure Galiziens, beteiligen. (Ziko.) Holland Die Rutenberg-Konzession und der Internationale Gerichtshof. Haag (J.T.A.) Der Internationale Gerichtshof sollte am 1. Januar 1925 die Angelegenheit des irischen Mavromatis verhandeln, der eine Konzession für die Elektrizitätsalllage in Jerusalem seinerzeit von der türkischen Regierung erhalten hat, die aber von der jetzigen 'Mandatsregierung nicht anerkannt wird. Die Konzession ist .bekanntlich der Rutenberg-Gesellschaft erteilt worden. Nunmehr haben fünf Richter des Internationalen Gerichtshofes erklärt, daß der Internationale Gerichtshof in Sachen der Jerusalemer Konzession überhaupt nicht kompetent sei, da die Entscheidung den dortigen Gerichten unterliegt. Der Fall Mavromatis beschäftigte schon am 17. Juni dieses Jahres den ständigen Internationalen Gerichtshof. Damals hatte die britische Regierung gegen die Zuständigkeit des Haager Gerichtshofes Einspruch erhoben. Dieser Auffassung haben sich nun die fünf Richter angeschlossen. (Diese Entscheidung ist von großer Bedeutung fürt das. Verbleiben der wichtigsten Konzession, die’Palästina wohl zu vergeben hat in jüdischen Händen. D. Red.) Danzig Die Daiiziger Tagung der jüdischen Pfadfinder;• } ‘'■( geschlossen . .. #r am Danzig (J.T.A.). Die .. Weltkonferem