Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 37 (12.9.1924)
- Date
- 1924-09-12
- Page
- Seite 269 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103074-9152610--06190-9078892- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 37 Das Jüdische Echo 269 seih kann, Wohltätigkeit in dem vom „Israelit“ geforderten Sinne zu üben und die ihr für den Aufbau zur Verfügung gestellten Gelder für Almosen zu verwenden, selbst wenn die alleinigen patentiert „echten Volljuden“ darum bitten. Aber für den Fall, daß die Organisation auch — wider Erwarten — an den Ausbau einer derartigen Fürsorgetätigkeit gehen sollte, hat der „Israelit“ bereits vorgesorgt, denn: „Vielleicht ist dieser Ausbau gar so gedacht, daß man lieber wünschen sollte, die angerufenen zionistischen Instanzen lassen ihre Hände davon.“ Auch zum „Falle d'e Haan“ äußert sich der „Israelit“ in einem derartig gewundenen Artikel, daß wir nur bedauern, ihn aus Mangel an Raum nicht ganz zum Abdrucke bringen zu können. Die Tatsachen, die wir in unserem Leitartikel festgestellt haben, erkennt nunmehr der „Israelit“ mit folgenden Worten an: „Man mag und soll inniges Mitleid empfinden mit dieser Dichterseele, die auf heiligem Boden den Frieden zu finden hoffte, der ihr in stürmischer Jugend versagt geblieben war, Mitleid mit dem aus assimilatorischer und zionistischer Gottesvergesseniheit zum Gottesfrieden der Thoratreue den Weg verzweifelt Suchenden —■ daß diesem Hoffen und Suchen leider keine Erfüllung ward1, beweisen die dichterischen Geständnisse zu unserem Schmerze in kaum widerlegbarer Klarheit.“ Im übrigen wählt man den Angriff als bestes Mittel der Verteidigung und1 ergeht sich in Ausfällen gegen Zionismus und „zionistische Pressemeute“. Wir empfehlen diesen Artikel, wie überhaupt die Lektüre des „Israelit“ all denen, die sich ein Bild davon machen wollen, in welchen Händen heute die Führung eines Großteils der orthodoxen Judenheit in Deutschland liegt, zur nachdrücklichsten Beachtung. Glücklicherweise liegen die Verhältnisse im Osten“ fast durchwegs wesentlich besser. Li-r. Aus der Jüdischen Welt Palästina Sir Samuel bleibt Oberkommissär von Palästina Samuels Amtsperiode um fünf Jahre verlängert Jerusalem, 4. September. (J.T.A.). Wie am 2. September amtlich verlautbart wurde, hat das britische Kolonialamt mit Sir Herbert Samuel während seines Londoner Aufenthaltes vereinbart, daß er seine Stelle als Oberkommissär von Palästina weitere fünf Jahre — vom Zeitpunkte des Ablaufes seiner gegenwärtigen Amtsperiode gerechnet — bekleiden wird. Sir Samuel ist von seinem Urlaub am 3. ds. wieder in Jerusalem eingetroffen. Wie verlautet, wird er in der zweiten Hälfte September nach London reisen, um dort mit dem Kolonialamt über eine Reihe wichtiger, Palästina betreffender Fragen, vor allem über die Palästinaanleihe zu verhandeln. Der neuerliche Londoner Aufenthalt des High Comissioner ist für acht Tage in Aussicht genommen. Sir Herbert Samuel kehrt „mit neuen Energien“ nach Palästina zurück Zürich (J.T.A.). Auf ein Begrüßungstelegramm, das Dr. Georg Steinmarder im Namen des Schweizer Zionistenverbandes an den in Beatenberg zur Kur weilenden Oberkommissär von Palästina richtete, erwiderte Sir Herbert Samuel in einem handschriftlichen Schreiben: „Ich danke Ihnen verbindlichst für die freundlichen Grüße, die Sie mir namens des Schweizer Zionistenverbandes sandten, und die darin enthaltenen freundschaftlichen Gefühle. Meine Ferien in dem schönen Lande, dessen Bürger Sie sind, haben mich gekräftigt und ich kehre in wenigen Tagen nach Palästina zurück mit neuen Energien für den Versuch, dem ich mich widme. Mit den besten Wünschen für den Erfolg der von Ihnen geleiteten Organisation Ihr ergebener Herbert Samuel.“ Grundsteinlegung des neuen Gebäudes der Druckerei-Gesellschaft „Hassolel“ Am 1. August ds. Js. fand in Jerusalem die Grundsteinlegung für das neue Gebäude der Gesellschaft „Hassolel“, die u. a. die hebräische Zeitung „Doar Hajom“ herausgibt, statt. Das Gebäude wird drei Stockwerke umfassen. (Ziko.) Im August 2670 Einwanderer in Palästina Jerusalem (J.T.A.). Wie die Palästinensische Telegraphen-Agentur erfährt, sind während des Monats August 2670 Immigranten in Palästina eingetroffen. Im Juli betrug die Zahl der Immigranten 1772, im Juni 1995. Während des ganzen Jahres 1923 w änderten 7421 Personen ein; 1922 kamen 7844 Immigranten ins Land. Seit der britischen Besetzung Palästinas, also seit 9. Dezember 1917 bis Ende des Jahres 1922 kamen 26 639 Juden nach Palästina. „Chicago“ in Palästina Köln (J.T.A.). Die „Kölnische Zeitung“ bringt ein Sonderkabel der United Press aus Chicago, wonach der Vorstand des örtlichen Palästina- Stiftungsfonds mitteilt, es bestünde der Plan, eine Stadt „Chicago“ in Palästina zu bauen. Die Kosten würden 10 Millionen Dollar betragen. Das neue Chicago sei für Juden bestimmt, die infolge der Einwanderungsbeschränkungen nicht in der Lage wären, in die Vereinigten Staaten hineinzugelangen. Die Palästina-Arbeiter-Bank im 1. Halbjahr 1924 Berlin (J.T.A.). Der J.T.A. wird seitens des Komitees für das arbeitende Palästina mitgeteilt: DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGM&DCHEN-KONFEKT ION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN