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Das jüdische Echo · 1924-09-05 · 36 (5.9.1924) · p. Seite 269

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
36 (5.9.1924)
Date
1924-09-05
Page
Seite 269 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 259 und mußten plötzlich eine Partei des Aufbaus werden. Dazu reichten aber unsere Mittel nicht aus und es wurde notwendig, an eine Erweiterung der Organisation zu denken. Der organische richtige Weg wäre der Palästinaweltkongreß gewesen, der gleich nach San Remo hätte einberufen werden müssen. Wir versäumten die richtige Stunde und darum ist gegenwärtig nur eine Erweiterung der Agency, selbstverständlich unter Garantien, möglich. Das Tempo hierfür ist jedoch überstürzt; wir sind uns der Gefahren dieser Überstürzung bewußt und müssen uns sorgfältig gegen diese in acht nehmen. Man muß mit der Tatsache rechnen, daß die Agency mit allen Rechten ausgestattet werden wird, die bisher die Zionistische Organisation hatte. Es entsteht nun die Frage, was wird aus der Zionistischen Organisation werden? Es ist falsch, zu behaupten, daß die Zionistische Organisation ihre Aufgaben verloren habe. Vorläufig ist die Agency ein Experiment, das auch mißlingen kann; im Falle ihres Gelingens hätte sie die Pflicht, die demokratische Organisation der Agency nachträglich auszubauen und eine große Palästina- Weltorganisation ins Leben zu rufen. Dann wird es die Hauptaufgabe der Zionistischen Organisation sein, den radikalen Flügel dieser neuen Organisation zu bilden. Bisher litten wir an einem Doppelcharakter. Wir waren eine Volksbewegung mit einem Minimalprogramme, dem Baseler Programme. Andererseits stellten wir eine radikale Gruppe mit einem Maximalprogramm dar, in dem Palästina die zentrale Lebensaufgabe bildete. Wenn die große Palästinaweltorganisation kommen wird, dann werden wir ihr das Minimalprogramm übergeben und wir werden als Gruppe mit einem Maximalprogramm unsere Funktionen ausfüllen können, die dreierlei sein werden: 1. Die Schaffung der persönlichen Verbundenheit des Einzelnen mit Palästina. 2. Die Durchführung des politischen Programms des Judenstaates mit Rückwirkung auf das Galuth- Judentum, das national-politisch mit Palästina verbunden sein muß. 3. Vertretung des Prinzipes der jüdischen Nation auch im Galuth und Betonung dieser jüdisch-nationalen Politik auch außerhalb Erez Israels. Diese drei Funktionen werden vollständig ausreichen, um die Existenz einer starken jüdischen Organisation zu gewährleisten. Herr Kurt Blumenfeld trat energisch der Auffassung entgegen, daß durch die Einbeziehung von Nichtzionisten in die Jewish Agency die Zionistische Organisation überflüssig geworden sei. Gerade in der Gewinnung neuer wertvoller Persönlichkeiten und in der Verstärkung der Organisation durch Erziehung der Jugend liegt die Hauptaufgabe der zukünftigen zionistischen Arbeit. Zu diesem Zwecke ist es notwendig, intensivste Propaganda zu treiben. Die Möglichkeit, neue Menschen zu gewinnen, ist gegeben, es müssen nur die Arbeitsmethoden geändert werden. In der Propaganda muß unbedingte Klarheit hinsichtlich der zu erstrebenden Ziele herrschen und eine Hauptaufgabe der Z. V. f. D. wird es sein, Klarheit beim Aufbau dieses Erziehungsprogramms zu schaffen. Der ganze Nachmittag war mit der Diskussion über diese zwei Referate und über die Nutzanwendung für die Arbeiten in Deutschland ausgefüllt. Als erster Redner sprach in der Diskussion Herr Richard Lichtheim, der im Sinne der in der letzten Nummer der „Jüdischen Rundschau“ von ihm veröffentlichten Ausführungen betonte, daß nunmehr die Rolle der Zionistischen Weltorganisation aufgehört habe und daß sie konsequenterweise liquidieren und ihren Aufgabenkreis der neu zu schaffenden Palästina- Weltorganisation übergeben müsse, die eine logische Konsequenz der Jewish Agency sei. Herr Lichtheim vermag, nachdem die Agency- Politik in voller Durchführung begriffen ist, keine Existenzberechtigung für eine Zionistische Weltorganisation zu erblicken. Herr Dr. Ginsburg (Königsberg) polemisierte gegen Lichtheim und stellte sich ganz auf seiten der von der zionistischen Exekutive eingeschlagenen Politik. Herr Reich (München) bemängelte das Fehlen eines ausführlichen Programms für die Ortsgruppenarbeit, der es an Impulsen fehle und die darum in Deutschland stagniere. Dr. Noack (Gotha) tritt für eine radikale Hebraisierung ein, deren ernstliche Durchführung jeder Ortsgruppe genügend Inhalt verleihen werde. Dr. Barth (Berlin) verlangt eine innigere Beziehung der Ortsgruppenarbeit mit Palästina. Ein Mittel hierzu sei die Lektüre der palästinensischen Zeitungen. Herr Feuerring erklärt, daß persönliche Verknüpfung mit Palästina in Zukunft Bedingung für die Zugehörigkeit zur Organisation sein müsse. Dr. Nußbaum (Nürnberg) weist darauf hin, daß die Zionistische Organisation doch nur eine Folge der zionistischen Bewegung sei und daß diese keineswegs an Bedeutung für das jüdische Leben verloren habe. Herr Schocken (Zwickau) zieht einen Vergleich zwischen den minimalen Aufgaben der Zionistischen Organisation in den früheren Jahren und dem gigantischen Aufgabenkreis der Gegenwart. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Realitäten der zionistischen Arbeit hin, denen man sich mit voller Hingabe widmen müsse, auch im gegenwärtigen Augenblick, da die neue Agency-Politik eingeschlagen wurde. Herr Julius Berger (Jerusalem) erinnert an die großen Verdienste der Z. V. f. D. um den Zionismus und verlangt, daß die deutschen Zionisten besonders in der Verwaltung, wo noch sehr viel zu verbessern sei, ihre besonderen Fähigkeiten in den Dienst der Aufbauarbeit stellen. Im übrigen meinte er, daß man nicht genug auf das Moment der Dringlichkeit, die man in Palästina so recht kennen lernt, achten könne. Dr. Hantke (Berlin) bedauert, daß die Auswanderung deutscher Zionisten nach Palästina in keinefti Verhältnis zur DAS HAUS KRELL-UflKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKT ION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN

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