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Das jüdische Echo · 1924-08-22 · 34 (22.8.1924) · p. Seite 232

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
34 (22.8.1924)
Date
1924-08-22
Page
Seite 232 (sequence 4)
Language
German
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234 Das Jüdische Echo Nr. 34 tung eines angemessenen Heims für das Haupt- Rabbinat in Jerusalem, das alsdann zum Weltrabbinat proklamiert werden solle, Vorsorge zu treffen hätte. Oberrabbiner Kook erklärte, sein Vorschlag ziele vorläufig' noch nicht darauf hin, das alte Synhedrion in Jerusalem wieder ins Leben zu rufen; dafür sei gegenwärtig noch keine Möglichkeit vorhanden, das Weltrabbinat sollte nur ein Anfang sein. Ein Gutachten über die zionistische Kolonisation Palästinas Wie bekannt, hat auf Einladung der Exekutive der Zionistischen Organisation Prof. Elwood Mead von der kalifornischen Universität, einer der bedeutendsten Sachverständigen der Welt für landwirtschaftliche Kolonisation, vor einiger Zeit Palästina besucht, um der Zionistischen Organisation ein Gutachten über die bisherigen Leistungen der zionistischen Kolonisation Palästinas abzugeben. Wir werden demnächst einen größeren Auszug aus diesem interessanten Gutachten veröffentlichen. Von der Palästinensischen Arbeiterbank Die Palästinensische Arbeiterbank hat bis zum 1. Juli ds. Js. für verkaufte Aktien insgesamt £ 24 961 eingenommen. (Ziko.) Geologische Untersuchungen am Toten Meere Der tschechische Geologe Prof. Peterbach ist in Jerusalem eingetroffen. Er beabsichtigt, am Toten Meer geologische Untersuchungen anzustellen. Gleichzeitig hat er vom tschechischen Bildungsministerium den Auftrag, mit der Hebräischen National-Bibliothek über den Austausch von Büchern zu verhandeln. (Ziko.) Die Tiberias-Bäderkonzession in jüdischem Besitz Die Konzession für die bekannten heißen Bäder in Tiberias, die sich bisher in Händen von Syrern befand, ist dieser Tage in den Besitz einer jüdischen Gesellschaft übergegangen. Die genannte Gesellschaft beabsichtigt, in Tiberias moderne Badehäuser zu errichten. (Ziko.) Palästinensische Rabbiner gegen die Agudas Jisroel Am 30. Juli fand in Jerusalem eine Versammlung von Rabbinern und Vorstehern der verschiedenen Gemeinden statt, die gegen das Verlangen der Agudas Jisroel protestierte, die Angelegenheiten der jüdischen religiösen Heiligtümer der Gerichtsbarkeit des Rabbinats zu entziehen und der mohammedanischen religiösen Gerichtsbarkeit zu unterstellen. Die Versammlung beschloß, sich an die Palästina-Regierung mit der Bitte zu wenden, daß das Rabbinat die einzige zuständige Stelle für die Angelegenheiten der jüdisch-religiösen Heiligtümer sein soll. (Ziko.) De Haan Eine neue Spur in der Untersuchung des Mordes? Wie Wiener Blätter aus Jerusalem melden, wurden in den Taschen des ermordeten de Haan Papiere gefunden, die ihn persönlich sehr kompromittierten und die Auffassung, daß es sich um ein politisches Attentat handelt, zurücktreten lassen. Genauere Angaben werden von der Polizei verweigert, doch vermutet man nach den über den Inhalt der Papiere durchgesickerten Andeutungen einen privaten Racheakt, welcher mit einer abnormalen Veranlagung de Haans zusammenhängt. Die „Jüdische Wochenschrift“ in Wien, das Organ der Misrachisten in den Donau- und Balkanländern, schreibt in ihrer Nummer vom 8. Aug„ daß sie die Haltung verschiedener Blätter bezüglich Nichtveröffentlichung der Gedichte de Haans nicht teile. „Die Welt solle doch wissen, wessen sich die Aguda als einzig seligmachende ,strengreligiöse‘ orthodoxe Partei als Führer und Intriganten bei allen Feinden des Judentums bediente.“ Wir lassen daher auch die folgenden Proben aus dem Bande „Kwatrynen“ (Amsterdam, P. N. van Kämpen en Zoon, 1924, 187 Seiten) folgen. („Kwatrynen“ heißt: Vierzeiler.) Wörtlich deutsche Übersetzung; HOFFNUNGSLOS Wo ist das Liebe, wo ist das Lichte* Das nie verdrießt und nie verläßt? Gut: wir gehen wieder ein Gebet zu sagen, Aber ich hasse Gott mit einem vollkommenen Hasse. DIE POSAUNE Im Krankenhaus wird die Posaune geblasen, Die sterben gehen, hören seinen Klang. Dies ist die Gewißheit meines schwankenden Lebens: „Daß Gott nicht viel bedeute t“. ALLES GOTTES SCHULD Wenn die Sünde wieder betrieben wird Und der Abscheu zittert im mißlichen Blut, Da weiß ich, daß es keine Schuld gibt außer Gottes Schuld. Und keine Missetat, die Gott nicht m i s s e t u t. WAHNSINN Denn daß ich, sinnensatt und lebenssatt, Immer wieder neue Sattheit suche, Daß ich von Lust und Wahnsinn getrieben, Gott in Jerusalem verfluche. GOTT Ich flehe dich an aus meinem tiefsten Elend, Obwohl ich sicher weiß, daß du nicht bestehst. Warum kommen, mich Nacht und Tage zu schänden, Die Üppigkeiten des abscheulichsten Übels? Das Verfahren gegen den Chaluz Gussmann eingestellt Jerusalem (J.T.A.). Die palästinensische Polizei hat das Verfahren gegen den Chaluz Jacob Gussmann, der am 24. Juli in Verbindung mit dem Mord an Dr. de Haan verhaftet und dann gegen Bürgschaft freigelassen wurde, endgültig eingestellt. Es wird erklärt, daß gegen Gussmann keinerlei Verdachtsgründe vorliegen. Bekanntlich wurde Gussmann auf eine Aussage der geisteskranken Frau Pinkowitz, die dann selbst die Aussage widerrufen hat, in Haft genommen. Aus der Jüdischen Welt Bayern Sühne für die Schändung des jüdischen Friedhofs in Binswangen München. (J.T.A.) Vor einigen Wochen sind, wie bekannt, auf dem jüdischen Friedhofe in Binswangen bei Augsburg vandalische Zerstörungen angerichtet worden. U. a. wurde eine Reihe von Grabsteinen dadurch beschädigt, daß mit einem spitzen Instrument Hakenkreuze eingeritzt worden waren. Als Täter wurden vier Mitglieder des Schlageter-Bundes, Ortsgruppe Augsburg, ausfindig gemacht. Drei davon standen im jugendlichen Alter von 14—16 Jahren. Der 18 Jahre alte Konditor Herrlin wurde nun-

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