Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1924-08-15 · 33 (15.8.1924) · p. Seite 225

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
33 (15.8.1924)
Date
1924-08-15
Page
Seite 225 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9072829-9103074-9152602--06157-9078859
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 33 Das Jüdische Echo 225 Aber die Menschenrechte, die Ideale der Aufklärung, sind heute nicht mehr Selbstverständlichkeit wie früher, und so ist aus dem R^chtskampf ein Kampf um die Kulturgemeinschaft geworden, der den K. C. zwingt, seine Tätigkeit zu verstärken. Der Begriff der selbstbewußten deutschen Juden, früher nur ein Begriff der Selbstachtung, zwingt heute zur näheren Begründung, zur Stellungnahme und — wie von der Voraussetzung der deutschen Kulturgemeinschaft aus selbstverständlich ist (!) zur Ablehnung des nationalen J udentums(l), ebenso wie sein Selbstbewußtsein zur Ablehnung der restlosen Assimilation. Von hier aus ergibt sich die Einstellung zur Hochschulpolitik und zur jüdischen äußeren studentischen Arbeit. Hierauf sprachen Rechtsanwalt Dr. Urias, Hamburg, und Rechtsanwalt Dr. Schloß, Vertreter des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten. Zur politischen Kampfstellung des K. C. sagte Dr. Fuchs: Der K. C. ist parteipolitisch neutral; aber sein Kampf gilt allen antisemitischen Parteien. Die Existenz des deutschen Juden im deutschen Volke, in das ihn die Emanzipation hingeführt hat, ist nur möglich im freien deutschen Volksstaat, weil nur er das anerkennt, was den deutschen Juden zum Deutschen macht: Den freien Willen zum Deutschtum. Für den freien deutschen Volksstaat muß der Jude, muß der K. Cer. wirken. — Dr. Ludwig Holländer, Berlin, sprach über den gegenwärtigen Stand der innerjüdischen Frage. Also das Wesentliche ist und noch dazu selbstverständlich Ablehnung des nationalen Judentums — ebenso der restlosen Assimilation. Es ist leider nicht recht klar, was neben diesen wesentlichen Negationen an positiven Idealen übrig bleibt, die der K. C. seinen Mitgliedern mitgibt, mit welchen positiven Gedanken er seine junge Generation ausstattet. Es ist ein Gefühl tiefen Mitleids, das wir mit der Schicht junger Juden haben müssen, die in innerer Stärkung zur Wahrung der jüdischen Persönlichkeit nichts anderes bekommen können, als die hauptsächlichen, negativ gerichteten Bestrebungen des K. C.: gegen nationales Judentum, gegen restlose Assimilation und schließlich gegen Antisemitismus. Womit eine fortschreitende Assimilation verhindert werden kann, will man sich bezüglich dieses Programmpunktes nicht ausschließlich auf die Wirkung des Antisemitismus verlassen, ist allerdings weder in dem Bericht noch sonst aus dem Wirken des K. C. zu ersehen. In den letzten 10 Jahren ist im Leben der Völker Europas fast alles umgestürzt worden und die Stellung der Juden in der Umwelt hat sich in einer selbst für weitestblikkende Juden unerwarteten Weise verändert — nur der K. C. und die mit ihm parallel gehende Schicht des deutschen Judentums hat offenbar nichts bemerkt. Palästina-Nachrichten 1772 Palästina-Einwanderer im Juli Jerusalem (J.T.A.). Wie die Palästinensische Telegraphen-Agentur erfährt, sind im Monat Juli 1772 Immigranten in Palästina eingewandert. Im Juni waren 1795 Immigranten nach Palästina gekommen. 11.921 Juden wanderten in den letzten 15 Monaten in Palästina ein Jerusalem (J.T.A.). Laut den amtlichen Feststellungen wanderten in den letzten 15 Monaten 11921 Juden in Palästina ein. : Di£ Zahl der jüdischen Immigranten betrug im Jahre 1923: 7421, im Jahre 1922: 7844. Nachdejn im Mai 1921 das Immigrationsverbot wieder aufgehoben wurde, wanderten am 3. Juni bis zum 31. Dezember 1921: 4784 Immigranten ein, Inden vorhergegangenen 8 Monaten, d. h. vom 1. September 1920 bis zum 30. April 1921 kamen unter dem Schutz der Zionistischen Organisation 8030 Immigranten nach Palästina. Die Gesamtzahl der während der 15 Monate (1. September 1920 bis 30. April 1921 in Palästina eingewanderten Immigranten betrug demnach 12 814. Vom 9. Dezember 1917, dem Tage der britischen Besetzung Palästinas, bis Ende des Jahres 1922 wanderten 26 639 Juden in Palästina ein. Neue finanzielle und industrielle Unternehmungen in Palästina J erusalern (J.T.A.). Die „Official Gazette“ veröffentlicht das folgende Verzeichnis der kürzlich in Palästina eingetragenen Gesellschaften. Nationalbank für Industrie, A.-G., (Nationalbank for Industry, Ltd.) Direktoren: Joshua Suprasky, A. Podlishevsky, H. Wiedenfeld, Z. Gluskin, A. Krenizi, D. N. Diamant, Z. D. Weiler, N. G. Shapiro und E. Dänin; alle in Tel-Aviv. Gegenstand: Entwicklung und Förderung der palästinensischen Industrie. Geschäftssitz: Tel-Aviv. Kapital: Äg. Pfd. 20000, eingeteilt in 2000 gewöhnliche Aktien zu je Äg. Pfd. 5.— und in 2000 Vorzugsaktien zu je Äg. Pfd. 5.—. National-Tabak A.-G., (National Tobacco Company, Ltd.). Gegenstand: Verkauf, Verarbeitung und Anpflanzung aller Arten Tabake und Schnupftabake. Geschäftssitz: Nablus. Kapital: Äg. Pfd. 6000, eingeteilt in 80 Aktien zu Äg. Pfd. 75.—. Begründer: All-Haj Abdel Rahim Eff. Kamal, Tahir Eff. al Manri, Abdel Fattah Agha Tukan, Abdel Rahim Eff. Tamini, Hassan Eff. Arafat, Sadek Eff. Kanaan und Othman Eff. Rhayat. Alles Kaufleute aus Nablus. „Meshek“, palästinensische Bau-Akt.-Ges. („Meshek“ Palestine Building Company, Ltd.). Direktoren: Nahum Paper und Joshua Hankin. Gegenstand: Etablierung, Erbauung, Leitung, Verwaltung, und Beaufsichtigung von Städten, Gartenstädten und Stadtvierteln. Geschäftssitz in Jerusalem. Kapital: Äg. Pfd. 10 000, eingeteilt in 50 Stamm-Aktien zu je Äg. Pfd. 100 und 500 gewöhnliche Aktien zu Äg. Pfd. 10'.—. Nord-Versicherungs Akt.-Ges.. (Northern Assurance Company, Ltd.). Britische Herkunft, Gegenstand: Betreibung des Feuerversicherungs- Geschäfts. Kapital: 6.502 500.- Pfund. Geschäftssitz: London. African: and Eastern (Ezar East.). Ltd. Gegenstand: Handel, Export, Import, Seehandel, Assekuranz, Kapital: 200 000 Pfund. Sitz: London. Motor-Union Versicherungs-Akt.-Ges., (Motor Union Insurance Company, Ltd.) Britische Herkunft. Gegenstand: Feuer-Versicherung. Kapital: 300 000 Pfund, Sitz: London. Siemens Schuckertwerke, G. m. b. H., Deutsche Herkunft. Gegenstand: Fabrikation aller Apparate, Maschinen und elektro-technische Waren. Kapital: 90 000 000 Mark. Geschäftssitz: Siemenstadt bei Berlin. Die im Namen der Gesellschaft zur Geschäftsführung ermächtigten Personen sind: Ober-Ingenieur Franz Pohl und Johann Eckstein, beide in Jaffa. Carnegie-Instituts für die jüdische Nationalbibliothek Jerusalem (J.T.A.). Die Palästinensische National-Bibliothek hat von dem Carnegie-Institut eine Sammlung naturwissenschaftlicher Werke erhalten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.