Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 31 (1.8.1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Das Jüdische Echo Nr. 31 ist die Einladung; ergangen, in der Abteilung für jüdische Wissenschaften. Vorlesungen zu halten. Großer Bodenkauf der PLDC in Palästina Ehe PLDC hat nach längeren Verhandlungen 16 000 Dunam Boden im Emek erstanden. Es ist dies der größte private Bodenkauf in der Geschichte der neuen jüdischen Kolonisation, Davon wunden 5000 Dunam an die American Zionist Commonwealth abgegeben, während die anderen 8000 von der Meshek-Gesellschaft parzelliert und unter den Interessenten in Europa verkauft werden sollen. (Ziko.) Die Rekord-Einwanderung nach Palästina im Monat Juni Wir berichteten bereits, daß im Monat Juni 1795 jüdische Immigranten in Palästina eingetroffen sind. (Die offizielle Angabe der Zahl der Eingewanderten ist bisher noch nicht veröffentlicht worden.) Diese Zahl ist die größte, die überhaupt bis nun während eines Monats zu verzeichnen war. Besonders bemerkenswert ist, daß hauptsächlich die Famiilieneimwanderung zunimmit. So waren unter den Junieinwanderern gegen 300 Familien mit insgesamt ca. 1100 Angehörigen. (Ziko.) Der Nationalfonds hat bisher £ 800 000 in Palästina investiert Der KKL hat seit seinem Bestehen einschließlich der von ihm eingegangenent Verpflichtungen an Grundbesitz und Ameliorationen in Palästina rund £ 800 000 investiert. Von den bisher schon bezahlen £ 693 000 wurden verwandt: Für Erwerb ländlichen Bodens 49,6 Prozent, Anpflanzungen 15,5 Prozent, Ameliorationen ländlichen Bodens 12,3 Prozent, für Erwerb städtischer Böden 8,8 Prozent, Wirtschaftsgebäude und Arbeitshäuser 5,5 Prozent Darlehen 3,8 Prozent, Wirtschaftsinventar 2,9 Prozent. Gebäude in den Städten 1,6 Prozent. Seit Beginn der Britischen Mandatsregierung hat sich der Jahresdurchschnitt der KKL-Investitionen in Palästina fast verneunfacht und ist von rund £ 11,000 im Durchschnitt der Jahre 1902 bis 1914 auf £ 96,000 iim Durchschnitt der Jahre 1918 bis Ende Mai 1924 oder insgesamt von £ 144,641 von 1902—1914 auf £ 526,424 von 1918 bis Mai 1924 gestiegen. Während des Krieges selbst wurden nur insgesamt £ 20,737 investiert. (Ziko.) Aus der Jüdischen Welt Deutschland Die Regierung lehnt einen jüdischen Redner bei der Kriegsopfer-Gedenkfeier ab. — Eine besondere jüdische Kriegsopferfeier Berlin (J.T.A.). Am 3. August findet in Berlin auf dem Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude eine große allgemeine Feier für die deutschen Kriegsopfer statt. Die Feier, die einen hoch offiziellen Charakter trägt, ist vom Reichskabinett beschlossen worden und wird von demselben durchgeführt. Voraussichtlich wird der Reichspräsident Ebert selbst das Wort ergreifen. Als geistliche Redner sind vorgesehen der katholische und evangelische Feldprobst der Armee. Von jüdischer Seite war angeregt worden, daß mit Rücksicht auf die vielen jüdischen Kriegsopfer bei dieser Gelegenheit einer der jüdischen Feldrabbiner das Wort ergreifen sollte. Diese Forderung, die an die zuständige Stelle weitergeleitet worden ist, wurde nicht bewilligt. Weite Kreise der Berliner Judenheit erblicken darin eine Brüskierung. Der J.T.A.-Vertreter hat sich an einer der Berliner jüdischen Gemeindeverwaltung nahestehende Persönlichkeit gewandt, die ihm folgendes mitteilte: „Mit Rücksicht darauf, daß an der allgemeinen Feier, nachdem die Teilnahme eines Feldrabbiners abgelehnt ist, ein charaktervoller Jude nicht teilnehmen kann, hat der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde beschlossen, um dieselbe Stunde, in der die allgemeine Feier auf dem Königsplatz stattfindet, auf dem Friedhof in Weißensee auf dem Ehrenfelde der jüdischen Gefallenen eine besondere jüdische Kriegsopfer-Gedenkfeier abzuhalten. Bei dieser Gelegenheit wird der Vorsitzende des deutschen Rabbinerverbandes, der ehemalige jüdische Feldrabbiner Dr. Baeck, die Gedenkrede halten. Auch das allgemeine Schweigen, das für den 3. August 12 Uhr für die Dauer von 2 Minuten in ganz Deutschland angeordnet ist, soll bei dieser Feier in Weißensee eingehalten werden. Von anderer Seite erfährt der J.T.A.-Vertreter noch, daß zwar das Reichskabinett die Feier beschlossen habe und durchführt, daß aber die Einzelheiten vom Reichsministerium des Innern festgesetzt worden sind. Danach fällt die Nichtzulassung eines jüdischen Feldrabbiners bei der allgemeinen Feier dem Reichsministerium des Innern zur Last. Die jüdische Kriegsopfer-Gedenkfeier von der Polizei verboten. Berlin (J.T.A.). Nachdem die Mitwirkung eines Feldrabbiners bei der allgemeinen Kriegergedenkfeier, die am 3. August unter Mitwirkung des Reichspräsidenten stattfinden wird, von der Regierung abgelehnt worden war. hatte bekanntlich die Berliner jüdische Gemeinde die Absicht, eine besondere Feier auf dem Friedhof in Weißensee, ebenfalls am 3. August, abzuhalten, bei der Feldrabbiner Dr. Baeck die Gedenkrede halten sollte. Die Möglichkeit der Abhaltung dieser Feier ist nun dadurch verhindert worden, daß der Regierungsdirektor Oechsle die Genehmigung zur Abhaltung der Trauerfeier, die er für eine an diesem Tage unstatthafte Versammlung unter freiem Himmel erklärte, ablehnte. Infolge dieses Verbots der Polizei bestand, wie der J.T.A.-Vertreter erfährt, nur d'ie Möglichkeit, entweder am 3. August in den Synagogen geschlossene Gottesdienste abzuhalten, die natürlich unter keinen Umständen als genehmigungspflichtige Volksversammlungen angesehen werden können, oder die Feier auf den 10. August (Tischobeaw) zu verlegen, für welchen Tag das für den 3. August erfolgte Verbot der Polizei nicht gilt. Voraussichtlich wiird die Gemeindeverwaltung diese Verlegung der Feier vornehmen. In den Kreisen der Berliner Gemeindemitglieder herrscht über das scharfe Vorgehen der In Frage kommenden Regierungsstelle eine außerordentliche Verstimmung. Wie der J.T.A.-Vertreter erfährt, beabsichtigt die Fraktion der jüdischen Volksparteii wegen dieser Vorfälle in der Repräsentantenversammlung der Berliner Gemeinde eine Interpellation einizubringen. Ei» Jude rettet Knüppel-Kunze vor dem Ertrinkungstod Berlin (J.T.A.). Der „Welt am Montag“ wird aus Lauenburg berichtet: „Am Freitag, dem 18. Juli, hielt der Antisemit Richard Kunze hier in Lauenburg einen Vortrag, in dem er, wie üblich auf die Juden schimpfe. Darauf fuhr er am Samstag, dem 19. Juli, nach dem Badeort Leba, begleitet von dem, völkischen Restaurateur Juhnke und dessen Frau. Alle drei er- (Fortsetzung Seite 203)