Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 31 (1.8.1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 199 kungen in der Debatte eingehend, erklärt er zunächst, daß er keineswegs gegen die Arbeiterschaft in Palästina einen Kampf führen wolle, er beklage bloß die Künstlichkeit der Situation, die durch die heutigen Zustände bedingt ist. Die Arbeiter haben ihre Positionen erreicht, weil sie da waren und sich der Arbeit unterzogen haben, was andere nicht getan haben. Redner bedauert, daß seine Worte mißbraucht und entstellt werden, insbesondere, weil dies in der letzten Zeit in der palästinensischen Presse geschehen. Redner wendet sich dagegen, daß man eine klare Stellungnahme zu den Problemen vermeiden will. Die Frage, auf die wir eine Antwort zu geben haben, ist, was morgen geschehen soll. Der heutige Umfang unserer Arbeit kommt einer Stagnation gleich. Von diesem Gesichtspunkt aus müssen alle Vorschläge beurteilt werden. Aber cs gibt gar keinen Gegenvorschlag. Die Gegner begnügen sich damit, Trauerreden zu halten, damit aber macht man keine Kolonisation. Ich behaupte, ich stehe niemandem nach an Intensität des zionistischen Gefühls. Aber gerade darum will ich einen Schritt weiter kommen, wenn ich auch die Gefahren nicht verkenne. Es gehört Mut dazu, in Gefahren hineinzugehen, aber kein Mut, sich zu verschanzen und auf ein Wunder zu warten. Wir können heute nicht mehr mit den Anschauungen des Odessaer Komitees an die Palästinafrage herantreten. Palästina ist in die Welt hineingestoßen, und die Welt ist kalt und hart. Hier müssen wir unseren Mann stellen und unsere Position behaupten. Es ist nicht' wahr, daß wir Amerika auf den Schild gehoben haben gegenüber Europa. Die Erfolge der Arbeit in Europa haben uns gerade in Amerika am meisten gefreut und ermutigt, die Arbeit der Keren Hajessod- Delegierten in Polen, Rumänien, Südafrika, die Arbeit in Deutschland waren für uns eine große Freude. Aber Europa allein kann das Geld nicht geben. Wir dürfen nicht verächtlich davon sprechen, ob wir 100 000 Pfund mehr oder weniger bekommen haben, denn gerade diese Hunderttausend sind es, die uns immer quälende Sorgen machen. Es gibt Gefahren in der Jewish Agency, es wird von unserer Stärke abhängen, diese auf ein Minimum zu reduzieren. Aber wir müssen uns klar entscheiden. Wir dürfen nicht gleichzeitig Ja und Nein sagen. Nach den amerikanischen Plänen sollen die Vertreter in der Jewish Agency auf 2 bis 3 Jahre gewählt werden. Niemand habe in Amerika an Notabein gedacht, sondern die zionistische Opposition hat diese Terminologie erfunden, sie hat ein Bild aufgestellt, um dagegen zu kämpfen. Was aus der Zionistischen Organisation werden wird, kann man nicht genau vorhersehen. Wenn sie aber von der erdrückenden Last befreit wird, und sich auf definitive Aufgaben konzentrieren kann, wird sie den Einfluß behalten und die Kader für Palästina stellen. Die Frage ist, ob das Aktionskomitee ein großes Programm für den Aufbau akzeptieren will. Mit einem Budget von 400 000 Pfund kann man nicht existieren, man wird leichter eine Million bekommen für einen großen Plan als 400 000 Hund, mit denen man nichts anfangen kann. Über alles andere werden wir uns einigen, dies aber ist die Hauptfrage. Das Aktionskomitee muß sagen, ob es bereit ist, sich dafür einzusetzen, oder ob es sich zersplittern will in hundert kleinen Sachen, die bedeutungslos bleiben. Redner betont, er betrachte diese Sitzung als einen Wendepunkt und er wünsche, daß der neue Weg mit Mut und Würde betreten wird. Ich sehe das jüdische nationale Heim in greifbarer Nähe vor mir, es sind Tantalusqualen, die wir erdulden. Wir müssen endlich den Kreis durchbrechen und vorwärts gehen. Zum Schlüsse betont Redner, daß die Zionistische Organisation bisher nicht engagiert ist, sondern frei entscheiden kann, ob sie die Vorschläge akzeptiert oder nicht. Die Zionistische Organisation muß aber ein Programm haben für die künftige Arbeit und dann die richtige Person zur Durchführung des Programms wählen. Redner selbst ist entschlossen, auf kein anderes Programm einzugehen, weil er auf einer anderen Basis als der von ihm vorgelegten keine Möglichkeit der Arbeit sieht. Palästina-Nachrichten Die biochemische Abteilung der Jerusalemer Universität geht ihrer Vollendung entgegen. Jerusalem (J.T.A.) Der Bau der biOchemimischen Abteilung der hebräischen Universität auf dem Berge Scopus ist nahzu beendet. Prof. Fedor, der seinen Lehrstuhl an der Universität Halle verließ, um die Leitung der Abteilung zu übernehmen, hat persönlich die Bauarbeit und die Beschaffung der erforderlichen Ausrüstung beaufsichtigt. Die Gesamtkosten der chemischen und mikrobiologischen Laboratorien werden auf 24 000 Pfund geschätzt. Das amerikanische jüdische Ärzte - Komitee steuert zu den Kosten der Laboratorien im Jahre 1924, welche auf 3400 Pfund geschätzt werden, 2000 Pfund bei. Außerdem haben die amerikanischen Ärzte sich verpflichtet, die Finanzierung des mikrobiologischen Instituts auf sich zu nehmen. — Das botanische Departement der jüdisichen Universität, jetzt vorübergehend mit der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Tel-Aviv verbunden, befindet sich noch unter der Leitung Prof. Warburgs im Bau. Dieses Departement wird vom Keren Hajessod erhalten. — Die von Herrn Felix Warburg aus New York gestifteten 100 000 Dollar werden entweder als Kapital angelegt werden. aus dessen Zinsen laufende Ausgaben gedeckt werden, oder die ganze Summe wird dem Institut übergeben zur freien Verfügung des Herrn Warburg. — An den Dichter Gh. N. Bialik. der in Palästina seinen ständigen Wohnsitz genommen hat, DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKT ION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN