Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 31 (1.8.1924)
- Date
- 1924-08-01
- Page
- Seite 197 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 197 daß auch die nicht in der Zionistischen Organisation vertretenen Juden zu dem Aufbau des jüdischen Nationalheims durch die Jewish Agency herangezogen werden. Sür Heribert Samuel beantwortete dann noch einige an ihn gerichtete Fragen bezüglich des palästinensischen Bürgerschaftsgesetzes, der Immigration und der Verordnung über die Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinde Palästinas. Dr. Weizmann und Oberrabbiner Dr. Chajes sprachen zum Schluß noch Sir Herbert für sein Erscheinen und seine Ansprache ihren Dank aus. Die erste Sitzung des Aktionskomitees Dienstag, den 22. Juli, wurde in London die Tagung des Aktionskomitees eröffnet. Bis auf Col. Kisch sind alle Mitglieder der Exekutive anwesend. Präsident Dr. Chajes eröffnet die Sitzung mit einer Gedenkrede auf Herzl anläßlich dessen 20. Todestages. Erster Punkt der Tagesordnung: Bericht der Exekutive über die politische Lage, insbesondere Jewish Agency. Dr. Weizmann gibt eine Schilderung der politischen Lage und einen Bericht über die Unterredungen, die er mit Mitgliedern der Regierung und mit hervorragenden Persönlichkeiten des englischen politischen Lebens gehabt hat. Er bezeichnet die gegenwärtige Lage als günstig, da verschiedene Momente zu unseren Gunsten gewirkt haben, vor allem unsere Arbeit in Palästina. Man ist heute überzeugt, daß es sich um eine ernste und reelle Sache handelt, die vorwärts schreitet. Auch in England1 hat man heute erkannt, daß Palästina für das Weltreich von großer Bedeutung ist, und wir finden immer weniger öffentliche Angriffe auf die britische Palästinapolitik. Wir können erwarten, daß wir in der nächsten Zeit keine Störungen haben werden, zumal auch die Regierung, wie sie bereits im Parlament erklärt hat, an der Politik der nationalen Heimstätte festhält. Allerdings wäre es falsch, nicht zu sehen, daß auch die gegenwärtige politische Position von Gefahren bedroht ist, insbesondere von den verschiedenen antisemitischen Tendenzen und Faktoren in der Welt, die uns in wechselnder Gestalt in den Weg treten, und die wahrscheinlich noch aktiver werden, wenn» unser Erfolg größer wird. Aber im ganzen ist die Konjunktur heute so, daß wir ein großes Stück vorwärts kommen können. Dazu gehört aber eine große Anstrengung unsererseits. Vor allem gehören dazu große Mittel. Dr. W^eizmann schildert nunmehr die finanzielle Lage, insbesondere die Resultate seiner Arbeit in Amerika. Er betont, daß es in Amerika potentiell genügend Geld gibt, um Palästina aufzubauen, es ist aber schwer, es herauszuholen. Der Keren Hajessod war ein großer Erfolg, aber er hat nur 10—15% der jüdischen Bevölkerung Amerikas erreicht. Es ist zu zweifeln, ob unter den heutigen Umständen und mit den heutigen Kräften erheblich mehr erreicht werden kann, vielleicht eine Steigerung von 5% jährlich, damit aber können wir nicht Schritt halten mit den wachsenden Bedürfnissen in Palästina. Wir müssen aber neue Kraftquellen erschliessen und konzentrische Kreise ziehen, um unsere Kraft moralisch, sozial und finanziell zu vergrößern. Was die Heranziehung der nichtzionistischen Juden in Amerika betrifft, so handelt es sich dort um drei Schichten: erstens die Oberschicht, die durch das American Jewish Committee repräsentiert wird, zweitens die Mittelschicht, die in den Friemdly Societies organisiert ist, und drittens die gut organisierte jüdische Arbeiterschaft. Die letztere Gruppe ist noch am weitesten von uns entfernt, die ersten zwei Gruppen können für praktische Zwecke als eine Einheit betrachtet werden. Auch die Arbeiterschaft kommt uns näher, und wir hoffen, daß sie bald so nahe sein werden, wie heute die anderen Kreise; anfangen müssen wir mit der ersten Gruppe. Dr. Weizmann berichtet über die Konferenz vom 17. Februar in New York und über die Arbeit der beiden Komitees für die Investment Corporation und Jewish Agency. Dr. Ruppin, mit dem er in herzlicher Kollegialität in Amerika zusammengearbeitet hat, vermochte die Entwicklung der Investment Corporation soweit zu fördern, daß wir hoffen können, daß diese bereits in einigen Monaten in Palästina arbeiten wird. Das Komitee für die Jewish Agency hat erst am 2. Mai eine Sitzung abgehalten, in welcher die Vorschläge der Zionistischen Organisation abgelehnt wurden, weil die Herren der Ansicht waren, daß kein Übergangsstadium geschaffen werden soll, sondern eine definitive Form, bei welcher die Verantwortung der ganzen Körperschaft festgestellt wird. Demgemäß soll ein Jewish Council aus 150 Mitgliedern gebildet werden, der zur Hälfte aus Zionisten, zur Hälfte aus Nichtzionisten besteht. Die nichtzionistischen 'Mitglieder sind von den Judenschaften der einzelnen Länder zu wählen. Der Council wählt eine Exekutive aus 18 Mitgliedern, gleich- ISbuThallmder München TheaönerÜrAÖ. OjOTSCoIlcüiJß. mm