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Das jüdische Echo · 1924-07-25 · 30 (25.7.1924) · p. Seite 187

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
30 (25.7.1924)
Date
1924-07-25
Page
Seite 187 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 30 Das Jüdische Echo 187 genannt, zählten im 14. Jahrhundert mehr als 100 000 Seelen. Kanada Die Juden in Kanada Montreal (J.T.A.). Laut der letzten, 1921 in Kanada durchgeführten Volkszählung befanden sich damals im Lande 126 196 Juden, d. s. 1,44 Prozent der allgemeinen Bevölkerung. Von diesen wohnten in den zwei größten Städten: in Montreal 42 717; in Toronto 43 619; der Rest in den anderen Städten und auf dem Lande. Infolge der Einwanderungssperre ist die Zuwanderung Jsehr minimal. So z.B. wanderten ein* Im Jahre 1916: 65; 1917: 136; 1918: 23; 1919: 22; 1920: 116; 1921: 2763; 1922: 8404; 1923: 2793 Personen. — Laut den Informationen, die der J.T.A.- Vertreter von der Ica-Administration erhalten hat, existieren im Lande 12 jüdische Kolonien und eine Anzahl kleiner jüdischer Siedlungen. Diese Kolonien und Siedlungen erhalten sich zum überwiegenden Teil auis eigenen Kräften. Die Jca gewährt ihnen bloß Kredite gegen kleine Zinsen (5 Prozent) und gibt Zuschüsse für die Erbauung von Schulen und öffentlichen Gebäuden. Die Ernte in den jüdischen Kolonien erbringt jährlich ungefähr eine Million Dollar. — Man schätzt die Zahl der jüdischen Farmer in Ost und: West-Kanada auf 600 Familien mit 3000 Seelen, die 1 225 000 acre Land bearbeiten. Deutschland 300 jähriges Bestehen der Raschi-Kapelle zu Worms Berlin (J.T.A.). Wie Hofrat Max Levy aus Worms mitteilt, sind es jetzt 300 Jahre, seitdem der Wormser Bürger David Oppenheim seiner Heimatgemeinde Worms diö Raschi-Kapelle gestiftet hat. Bekanntlich hat der große Körnentator Rabbi Schlomo Ben Jischak (Raschi), der im Jahre 1040 in Troyes in Frankreich geboren wurde, als er 20 Jahre alt war, die damals berühmten jüdischen Lehrstätten in Worms und Mainz besucht. In Worms bewahrt man noch den sogenannten „Raschi-Stuhl“ auf. Die Kapelle ist ein schlichter, an die alte Synagoge angelehnter kleiner Bau aus rotem Sandstein von kaum 20 Quadratmeter Gesamtfläche. Um die Seiten ziehen sich mit gehobelten Brettern überzogene aufgemauerte Sitzgelegenheiten, die an der zuge-. spitzten Stirnseite an einen erhöhten steinernen Sessel, den „Raschi-Stuhl“, münden. Auch die Stadt Worms ehrte das. Andenken Raschis dadurch, daß sie ein Tor an ihrer alten Umfassungsmauer „Raschi-Tor“ benannte. Herr Salomon Loeb, ein geborener Wormser, Mitbegründer der New-Yorker Bankfirma Kuhn. Loeb & Co., und Schwiegervater von Jacob Schiff hat vor dem Kriege der Gemeinde Mittel zur Herausgabe von Preisschriften über Raschi zur Verfügung gestellt. Jetzt hat der Lehrer und Sekretär der Wormser Gemeinde, S. Rothschild, eine Schrift „Raschi“ mit Illustrationen erscheinen lassen. Der Etat der Berliner jüdischen Gemeinde Berlin (J.T.A.). Der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde hat soeben der Re Präsentan ten-Versamiml ung den Entwurf des Haushalts- Etats für das Jahr 1924 zugehen lassen. Der Etat zerfällt in 7 Kapitel: 1. Kultus- und Ritual-Angelegenheiten; 2. Unterrichts- und Bibliothekswesen; 3. Wohlfahrtswesen; 4. Allgemeine jüdische Angelegenheiten; 5. Vermögensverwaltung; 6. Allgemeine Verwaltungen; 7. Gemeindesteuer. Für 1924 ist ein Soll-Betrag von Mk. 6 146 837.— in Ansatz gebracht. Zum Vergleich sind die Zahlen von 1914 beigefügt, also dem letzten Jahre vor dem Kriege und der Inflation. 1914 betrug der Bedarf Mk. 4 640 760.—. Aus einzelnen Kapiteln interessiert: Für Kultus- und Ritual-Angelegenheiten waren etwa 2 Millionen Mk. angesetzt; für Unterrichts- und Bibliothekswesen eine halbe Million Mark; für Wohlfahrtswesen P/s Million Mark, für allgemeine jüdische Angelegenheiten Mk. 150 000.— Von dem Gesamtbeträge von über sechs Millionen müssen durch Gemeindesteuern etwa 3xl-> Millionen Mark aufgebracht werden, der übrigp Bedarf fließt aus anderen festen Einnahmen der Gemeinde. Ein völkisches Olympia für Deutschland verlangt Berlin (J.T.A.). Am 18. Juli begann in Marburg die große deutsche Akademische Olympia. Sie wird bis zum 20. Juli dauern. Tausende Studenten der deutschen Universitäten nehmen an ihr teil. Der völkische Hochschulring bemüht sich in Marburg durchzusetzen, daß die Olympia rein arisch-völkisch sein soll und daß Korporationen ohne den Arier-Paragraphen ausgeschlossen werden. Die deutsch-österreichischen und die deutschen Studenten aus der Tschechoslowakei, die dem auf strenger völkischer Basis stehenden Deutschen Turnerbund von 1919 angeschlossen sind, haben es abgelehnt, nach Marburg zu kommen. Es verlautet, daß die Anstrengungen der völkischen Studentenschaft in Marburg bis jetzt ohne Erfolg gewesen sind. Gründung eines Ostjudenverbandes im Freistaate Danzig Danzig (J.T.A.) Die Vorarbeiten zwecks Zusammenschluß der Ostjuden im Freistaat Danzig sind soweit gediehen, daß am 27. Juli in Zoppot die erste Versammlung von Ostjuden des Freistaates stattfinden wird. In dieser Versammlung sollen die Statuten des geplanten Verbandes durchberaten werden. Beginn der zweiten jüdischen Emigrationskonferenz am 12. August in Berlin Berlin (J.T.A.). In diesen Tagen fand die Plenarsitzung des Vereinigten Komitees für jüdi- D A S HAUS KREU-UOCO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE N: KLEIDERSTOFFEN-SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN

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