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Das jüdische Echo · 1924-07-11 · 28 (11.7.1924) · p. Seite 166 [165]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
28 (11.7.1924)
Date
1924-07-11
Page
Seite 166 [165] (sequence 12)
Language
German
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166 Das Jüdische Echo Niv28 erklärte dazu Pressevertretern: „Diese Orangen beweisen den Erfolg des ersten Versuchs, Orangen auf Eis zu konservieren. Die Orangen werden zwar recht oft während ihres Wassertransportes drei bis vier Wochen auf Eis gehalten, aber unsere jetzt Königin Mary geschickten Orangen werden bereits seit April auf Eis konserviert und sind dennoch jetzt so frisch, als ob sie eben vom Baum gepflückt wären. Wir hoffen, durch weitere Experimente es zu ermöglichen, daß unsere Orangen auch während der heissen Sommermonate, wo man sie am nötigsten hat, in England zum Absatz gelangen. (Ziko.) Palästina Die Direktoren der Pica Jerusalem. (J.T.A.). Das offiz. „Commercial Bulletin“ veröffentlicht die folgende Registrierung: Palästina Jowish Colonisation Assoziation (Gründung des Herrn Edmond de Rothschild). Direktor James de Rothschild. Gegenstand: Kolonien gründen, übernehmen, leiten, sowie Gründung von Landwirtschafts-, Handels- und Industrieunternehmungen usw. Sitz: Palästina. Die Unterzeichner: Edmond de Rothschild, Paris; Franz Philipson, Brüssel; Salamon Reinach, Paris; Gaston Wormser, Paris; Michel Polak, Paris: James de Rothschild, London; Leonhard Cohen, London. Ein Büro zur Förderung der jüdischen Touristik in Palästina Die Direktoren des KKL haben den Vorschlag seiner Propagandaabteilung angenommen, eine gewisse Summe für die Förderung der jüdischen Touristik in Palästina zu bestimmen und zwar soll, wenn möglich mit Hilfe der Exekutive und des KH ein Touristenbüro errichtet werden zwecks Unterstützung der Touristen bei ihren Reisen durch das Land. Auf diese Weise würden die Fehler der letzten Saison vermieden werden, die hauptsächlich eine Folge des Fehlens eines offiziellen Büros für jüdische Touristen waren. Das Büro soll sobald wie möglich eröffnet werden. (Ziko) Eine hebräische Frauenzeitschrift in Palästina Mit Beginn des Jahres 5685 soll in Jerusalem eine neue hebräische Zeitschrift zu erscheinen beginnen, die den Fragen der jüdischen Frau in Palästina gewidmet ist. Diqse Zeitschrift, die auch eine englische und deutsche Beilage enthalten soll, wird als Organ der Vereinigung 'jüdischer Frauen in Palästina, der amerikanischen Organisation der jüdischen Frauen Hadassah, der Vereinigung der Arbeiterinnen in Palästina und der Weltorganisation der zionistischen Frauen in London erscheinen. (Ziko) Trockenlegung der Kischon-Sümpfe bei Jadjur Die Siedler der für die deutschen Juden vorgesehenen Siedlung Jadjur bei Haifa haben mit dem KKL eine Vereinbarung getroffen, wonach sie die Vorarbeiten für die Entsumpfung der Umgebung übernehmen werden. Der KKL hat einen Betrag von £ 1900 für diese Vorarbeiten bestimmt, die sich auch auf den größeren Plan der Trockenlegung des Bettes des Kischon beziehen, der Jadjur durchquert, und dessen Trockenlegung nicht nur für die nähere Umgebung, sondern auch für alle Siedlungen östlich Haifas von Bedeutung ist, da der mittelländische Wind Unmengen von Moskitos aus den Sümpfen und Mooren in die kultivierten Länder der Emek-Kolonien treibt. Traktoren und Pumpen für diese Arbeit sind erstanden und an Ort und Stelle gebracht worden. Die Siedler von Jadjur, die unter technischer Beaufsichtigung selbst diese Vorarbeiten durchführen wollen, sind Mitglieder der deutschen kooperativen Gruppen „Zwi“ und „Ah’wah“. (Ziko.) Rußland Mißernte in den jüdischen Kolonien Südrußlands Riga. (J.T.A.) Im Zusammenhang mit der regenarmen Periode in der Ukraine ist auch für die jüdischen Kolonien in der Krim eine schwere Zeit hereingebrochen. Die jüdischen Kolonien, unter ihnen „Tal Chaj“ und „Hamischmor“ werden sehr empfindlich unter der Mißernte zu leiden haben. Die Kolonien haben sich vergebens an das ukrainische staatliche Hilfskomitee für Landwirtschaft um Hilfe gewandt. Da „Joint“ liquidiert hat und die Gesellschaft „Ort“ keine landwirtschaftlichen Kredite jetzt geben kann, ist die Lage der jüdischen Kolonien eine sehr schlechte. literarisches Echo Professor Dr. J. Ziegler. Die sittliche Welt des Judentums. Verlag v. W. M. Kaufmann-Leipzig. Ein neues Werk von Ziegler bringt stets einen neuen Baustein zum Erziehungswerk unseres Volkes, und wer die früheren Schriften des Rabbiners von Karlsbad kennt, erwartet einen wertvollen. Auch diesmal bietet der Autor uns ein Buch, von dessen Lektüre wir nicht leer zurückkehren, ein Buch, das man nicht einmal liest, sondern das man immer wieder zur Hand nehmen wird, genau so wie es der Verfasser mit der Bibel wünscht und erstrebt. „Zurück zur Bibel“ ist der Weg, den dies Buch führen und die Tat, die es vollbringen möchte. Zwei Typen unterscheidet er, an die er sich mit dem Mahnruf wendet. Die gebildeten, literarisch und ästhetisch interessierten Teile unseres Volkes, die Geistesschöpfungen aller Zeiten und Nationen in sich aufnehmen — aber die Bibel aus ihren Bücherschät^en ausschließen — und die Massen, die einst die Bibel täglich gelesen, deren Geistesnahrung heute aber die Zeitung ist. Ich fürchte, daß Zieglers Werk sich vergeblich an die Tausende und Abertausende dieser Männer und Frauen wendet, die nie ein Buch zur Hand nehmen, sie werden auch Zieglers Buch ungelesen lassen, schon deshalb, weil die Vorbemerkungen zu den sechs Kapiteln auf einer geistigen Höhe stehen, zu der der Durchschnittsleser nicht emporsteigen kann. Diesem Kreis haben die 1913/14 erschienenen Volksschriften über die jüdische Religion von Ziegler weit eher Rechnung getragen. So bleibt als Leserkreis die gebildete Schicht. Ihnen bieten die sechs Kapitel: Die Sendung Israels — Israels Gottesidee — Gott und Mensch — Von Mensch zu Mensch — Mensch und Tier — der Frieden — in reicher Fülle Edelsteine aus der sittlichen Welt des Judentums, das Auge zu erfreuen, das Denken zu bereichern, das Gefühl zu veredeln. Mancherlei Ausführungen der Vorbemerkungen werden nicht ohne Widerspruch bleiben, dagegen wird die Auswahl der Texte, die hebräisch und deutsch die sittliche Welt der heiligen Schriften in logischem Aufbau nahe bringen, Anerkennung und Dank finden. Wir hoffen, daß die Aufnahme des 1. Teils des Werkes den Verfasser veranlaßt, auch bald die im Vorwort angekündigten Teile zu veröffentlichen, deren Texte aus der Zeit „vom Abschluß des Kanons bis Saddja“, „von Saddja bis Mendelsohn“ stammen. Wenn auf diesem Wege die Bibel wieder das Buch des jüdischen Hauses wird, so wäre dies der beste Erfolg, den wir Dr. Ziegler und der Großloge für den Tschechoslowakischen Staat, die das Werk herausgegeben hat, wünschen. Der Verlag von Kaufmann-Leipzig hat für eine würdige Ausstattung des Buches nach Papier und Druck Sorge getragen. S. D.

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