Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 27 (4.7.1924)
- Date
- 1924-07-04
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 15t fen. Abg. Haas (Dem.) erklärt, er würde die Bezeichnung „Jude“ nie als Beleidigung auffassen, wenn sie nicht nach den1 Begleitumständen offenbar in beleidigender Absicht gebraucht werde. Abg. Brodauf beantragt die Zurückweisung des Antrages an den Ausschuß. Loebe (Soz.) stellt fest, daß nach den Akten Fritsch in zehn Monaten keinerlei Beweisantrag gestellt habe. Das Mißtrauen gegen jüdische Richter scheine sich bei den Nationalsozialisten aber nicht auf jüdische Rechtsanwälte zu erstrekken, denn Wilhelm II. und auch Völkische pflegten zu ihren Prozessen jüdische Rechtsanwälte zu nehmen. Das Abstimmungsergebnis über den Antrag Brodauf bleibt zunächst zweifelhaft. Im Hammelsprung wird die Rückverweisung des Falles Fritsch an den Ausschuß mit 128 gegen 124 Stimmen beschlossen. Der »Jude Hernot“ Berlin (J,T.A.). Die „Deutsche Zeitung“ hatte bekanntlich vor kurzem behauptet, der neue französische Premier sei ein rasseechter Jude und stehe in Diensten des Moskauer Sowjetismus. In einer Polemik mit der „Vossischeni Zeitung“, die sich über diese Behauptung lustig macht, stellt die „Deutsche Zeitung“ nochmals die jüdische Abstammung Her'riots fest und verweist auf die „sprechenden Abbildungen“ des Premiers, sowie auf die Tatsache, daß sein Sekretär — Israel heißt. Die Zeitung fügt hinzu: „Soweit wir unterrichtet sind, bestreitet man in Frankreich gar nicht, daß Herriot ein waschechter Jude ist.“ Die Zeitung versteiilgt sich noch zu folgenden Bemerkungen: „Daß dabei, der Jude Herriot mittelbar das französische Gastvolk ebenfalls schädigt, ist selbstverständlicb, kommt aber für uns vorläufig kaum in Betracht. Uns ist zur Zeit viel wichtiger, daß der* Jude Herriot in trautem Verein mit den Moskauer Rätejuden, den jüdischen Drahtziehern in England und der jüdischen Hochfinanz in Amerika, sowie mit tatkräftiger Unterstützung der Juden in unserer eigenen Heimat an Deutschlands Vernichtung arbeitet.“ Amerika Präsident Coolidges Sympathien für den Zionismus Als Vorkonferenz zu der vom 29. Juni bis 1. Juli in Pittsburg stattfindenden Konvention/ der amerikanischen Zionisten fand in Worcester am 1. Juni eine von 300 Delegierten beschickte Beratung der Zionisten aus New England statt. Der zum Vorsitzenden gewählte Assistenzstaatsanwalt der Ver. Staaten Elihu D. Stone empfing ein Telegramm des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Calwin Coolidge, worin dieser seinen Sympathien für die zionistische Bewegung Ausdruck verleiht. „Ich bedaure“, schreibt Präsident Coolidge, „daß .mich verschiedene andere Verpflichtungen hindern, der Konvention der Zionisten von New England beizuwohnen. Wollen Sie bitte den Delegierten meine besten Wünsche übermitteln. Ich habe bereits so oft mein Interesse für diese große Bewegung bekundet, daß alles, was ich sagen würde, nur eine Wiederfhiolung früherer Worte sein würde. Trotzdem nehme ich diese Gelegenheit gern zum Anlaß, um meine Sympathie mit der tiefen und starken Sehnsucht auszudrükken, die einen so schönen Ausdruck findet in dem Ziel des jüdischnationalen Heims in Palästina.“ (Ziiko) Der amerikanisch-jüdische Kongreß gegen Ku-Klux-Klan New York (J.T.A.). Eine besondere Delegation der Executive des jüdischen Kongresses mit Dr. Stephen S. Wise an der Spitze erschien auf dem Konvent der republikanischen Partei und machte die Delegierten auf die Gefährlichkeit der Ku-Klux-Klan aufmerksam, die eine ungewöhnliche antisemiti'sdhie Tätigkeit entfalten. Die führenden Persönlichkeiten der republikanischen Partei versicherten, 'daß Ku-Klux-Klan mit allen Mitteln bekämpft werden wird. England Kolonlalminister Thomas. General Storrs und Baron Edmond Rothschild besuchen den Palästina- Pavillon auf der Britischen Reichsausstellung. Freitag, den1 20. Juni, stattete der englische Kolonialminister Thomas der Britischen Reichsausstellung in Wembley einen zweiten offiziellen Besuch ab, wobei er iin Gesellschaft von Sir Ronald Storrs, Gouverneur von Jerusalem, auch den Palästina-Pavillon besuchte. Die beiden illustren Gäste wurden dort vom Mitglied der Zionistischen Exekutive Mr. Joseph Cowen und1 dem politischen Sekretär Mr. Leonhard Stein empfangen. Mr. Thomas weilte gegen eine halbe Stunde im Palästinapavillon und betrachtete aufmerksamst die dort ausgestellten Gegenstände. Er erkundigte sich eingehendst über die Fortschritte der jüdischen Kolonisation und gab seiner Befriedigung über die zunehmende Entwicklung derselben Ausdruck. T^niblhallmcner München %eaJönev&tAÖ. V2me<3lasGr x