Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 26 (27.6.1924)
- Date
- 1924-06-27
- Page
- Seite 139 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 139 rierte Fliegerleutnant Wilhelm Franke war ein Jude. Mir selbst ist ein Fall bekannt, daß eine jüdische Witwe 4 Söhne im Felde hatte, von denen 3 fielen. Sie reklamierte hierauf den vierten Sohn für den Etappendienst. Bevor ihr Antrag zur Ausführung kommen konnte, fiel auch dieser vierte und letzte Sohn.“ „Macht euch einmal klar“, fährt General Deimling fort, „ihr Judenhasser und Judenhasserinnen, was in der Seele einer solchen Mutter oder in der Seele von Kriegskrüppeln vor geht, wenn sie immer und immer wieder hören, die Juden seien Drückeberger gewesen. Wer das nicht fühlen kann, muß schon eine gute Portion Roheit besitzen. Darum fort mit der Judenhetze! Sie baut nicht auf, sondern sie reißt ein; sie lenkt das Urteil des deutschen Volkes ab von den wahren Fehlern und Schäden, und sie steht im Widerspruch mit den Geboten dessen, der gesagt hat, man soll seinen Nächsten lieben wie sich selbst.“ Walther Rathenau-Feier am 24. Juni Berlin (J.T.A.). Aus Anlaß des am 24. Juni zum zweiten Male sich jährenden Tages der Ermordung Walther Rathenaus veranstaltet die Reichsparteileitung der Deutschen Demokratischen Partei Berlin gemeinsam mit dem deutsch-demokratischen Jugendverein mehrere Kundgebungen zum Andenken an Walther Rathenau. Am Grabe Rathenaus in Oberschöneweide wird am 24. Juni 8V2 Uhr abends eine besondere Feier stattfinden. Von der „Völkischen Woche“ Bekanntlich hält die Deutschnationale Volkspartei in Berlin eine „Völkische Woche“ ab. Aus den Programmreden, die dort gehalten werden, geht die antisemitische Grundeinstellung der Deutschnationalen unzweifelhaft hervor. Die Forderungen decken sich mit den Anträgen, die die völkisch-nationalsozialistische Fraktion unlängst im Reichstag eingebracht hat. Der Abgeordnete Prof. Dr. Freiherr v. Freytag- Lorringhoven verlangte, daß die Juden keine Anstellung mehr erhalten und keine deutschen Zeitungen und Zeitschriften redigieren dürfen. Abgeordneter Dr. Friedrich Everling definierte das Wort „völkisch“ und verlangte die Rückgängigmachung aller jüdischen Namensänderungen. In der Diskussion verlangte der Landgerichtsrat Jachno eine richtige Definition des Begriffes „Jude“. Er neige zu der Definition von Class: „Jude ist derjenige, der oder dessen Vorfahren am 18. Januar 1871, dem Gründungstage des Deutschen Reiches, Jude gewesen ist.“ Geheimrat Gerstenbauer führte aus, als Vollblutjuden seien ohne weiteres alle anzusehen, die jetzt noch der mosaischen Religion angehören. Aber auch die Halbblut- und Viertelblutjuden müßten in die Gesetzgebung einbezogen werden. Weiter brauche man nicht zu gehen. Dipl.-Ing. Köhler machte aufmerksam auf das System des Berliner Porträtmalers Burger bezüglich der Blutfeststellung. Diese Messungen müssen amtlich vorgenommen werden. Professor Dr. Wilhelm Wundt (Jena) hielt einen Vortrag über „Völkische Weltanschauung“. Er sagte u. a.: „Die deutsche geistige Welt der Klassiker wurde verschleudert, indem der deutsche Geist durch jüdische Literatur für das Ausland eingespannt wurde. Dem völkischen Geist wird die Welt immer als lebendiges Werden, nicht als fertiges, totes Sein erscheinen, während der westeuropäischen und jüdischen Weltanschauung das einzelne gleichgültig, tot und getrennt von dem darüber stehenden abstrakten Gesetz erscheint, was unbedingt zum Materialismus und zur mechanisierenden Weltanschauung führen muß. Der Inhalt der völkischen Moral ist daher Hingabe und Opfer im Gegensatz zur jüdischen Selbstsucht. Das Schicksal der weißen Rasse ist verloren, wenn ihre nordische Gruppe sich nicht auf ihre Aufgabe besinnt, den Kampf gegen die moditerranjüdische Herrschaft zu führen.“ Abwehr hakenkreuzlerischer Überfälle ln Koburg Berlin. (J.T.A.) Nach einer Meldung des „Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes“ aus Koburg überfiel dort ein Trupp Hakenkreuzler nachts, aus einer Versammlung des Schutz- und Trutzbundes kommend, zwei jüdiche Kaufleute auf dem Nachhauseweg, belästigte und bedrohte sie. Die Hakenkreuzler versuchten schließlich sogar, in das Haus, der beiden Juden nachzudringen. Dabei kam es zu Tätlichkeiten, bei deren Abwehr die Verfolgten von einem Revolver Gebrauch machten und zwei der Angreifer erheblich verletzten. Theodor Fritsch antwortet der Z.V.F.D. Leipzig. (J.T.A.) Bekanntlich hat die Zionistische Vereinigung für Deutschland vor kurzem eine Erklärung in der Presse veröffentlicht, daß sie gegen den Leipziger Antisemiten Abgeordneten Theodor Fritsch Klage erhoben hat, weil Fritsch in einem Vorwort zu der Neuausgabe der „Weisen von Zion“ behauptet hat, daß die Protokolle auf dem ersten Zionistenkongreß verlesen wurden und noch heute den Zionisten als Richtschnur dienen. In der neuesten Nummer seiner Zeitschrift „Hammer“ veröffentlicht nun Theodor Fritsch eine Erklärung, in der er u. a. sagt: „Die Zionistischen Protokolle sind durch einen Zufall (eine russische Haussuchung) in nichtjüdische Hände geraten; Der Kronzeuge ist der russische Professor Sergei Nilus, der sie aus dem Hebräischen ins Russische überetzte. Dieser Zeuge aber ist zur Zeit — d. h. solange eine jüdische Schreckensregierung in Rußland herrscht — nicht erreichbar. Er muß sich verborgen halten POBZELLAX-NIEDEBLA6B MÜNCHEN TMEATIMEKSTRASSB H <kr FtidhtrmhmH* »AsSTB AUSWAHL I» TÄOIilCHB liiSIBEBttAICfX«