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Das jüdische Echo · 1924-06-27 · 26 (27.6.1924) · p. Seite 138

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
26 (27.6.1924)
Date
1924-06-27
Page
Seite 138 (sequence 6)
Language
German
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138 Das Jüdische Echo Nr. 26 kat Auster und Architekt E. Yellrn ausgeführt. Weitere vier Häuser sowie auch das Gebäude des Arbeiterinstitutes, dieses auf KKL-Boden, sind ebenfalls bereits im Bau. Dieser Tage wird auch der Grundstein des Hauses Dr. Ruppins gelegt. Des ferneren sollen hier das Hebräische Gymnasium, das Misrachi-Seminar und das Hauptbüro des KKL erbaut werden. Die Gründer wollen aus dieser neuen Vorstadt die schönste aller kürzlich um Jerusalem entstandenen Viertel machen. Sie hat auch den Vorzug, ganz nahe an der neuen King George Avenue zu liegen, die verlängert werden soll, so daß sie die neue Vorstadt durchschneidet und schließlich in den Jerusalemer Bahnhof mündet. Dadurch wird Rechawia gerade in der Mitte dieser neuen Verkehrsstraße liegen, die schon jetzt der breiteste und bestgelegene Weg im alten und neuen Jerusalem ist. Der Beschluß, die neueste Vorstadt „Rechawia“ zu nennen, was „Erweiterung“ bedeutet, ist erst dieser Tage gefaßt worden. (Ziko.) Eine Zigarettenfabrik Lubliners in Akko Generaldirektor Lubliner, der in Amerika eine Zigarettenfabrik zur Verarbeitung palästinensischer Tabake plant (Ziko Nr. 20), beabsichtigt jetzt, gegen Ende des Sommers auch in Akko eine Zigarettenfabrik zu eröffnen. (Ziko.) Radio in Palästina Am 2. Juni wurde in Jerusalem eine Regierungsverordnung veröffentlicht, wonach die Einrichtung von Apparaten für drahtlose Telegraphie und Radio gestattet wird. Es sind bereits so viele Gesuche bei der Regierung eingereicht worden, daß mit einem Beginn der Radio-Einrichtungen demnächst gerechnet werden kann. (Ziko.) Eine medizinische Zeitschrft in hebräischer Sprache In Jerusalem ist die erste Nummer einer von der Allgemeinen Ärzte-Organisation in hebräischer Sprache herausgegebenen medizinischen Zeitschrift „Harefuah“ erschienen. (Ziko.) Palästina im Jahre 1923. — Der amtliche Verwaltungsbericht London (J.T.A.). Das Londoner Kolonialamt hat am 12. Juni den Bericht über die Palästina- Verwaltung für das Jahr 1923 veröffentlicht. Es wird einleitend festgestellt, daß die politischen Streitfragen im Lande durch konstitutionelle Methoden ausgefochten worden sind. Es sind keine ernsten Störungen der öffentlichen Ordnung während des Berichtsjahres vorgekommen. Die Stärke der Garnison konnte weiter reduziert werden. Die Zuschüsse des britischen Finanzamtes für das Sicherheitswesen betrugen in runden Zahlen: 4 000 000 Pfund im Jahre 1921/22 und 2 000 000 Pfund im Jahre 1922/23. Man schätzt die Ausgaben für das Jahr 1923/24 auf 1 000 000 Pfund, wobei die Voranschläge für das folgende Finanzjahr eine weitere Reduzierung vorsehen. Von Anfang an sind seitens der britischen Regierung keine Subventionen für die Ausgaben der Zivilverwaltung in Palästina gewährt worden. Das palästinensische Oberrabbinat ein Weltrabbinat New York (J.T.A.). Der Antrag auf Einrichtung einer großen Jeschiwa in Jerusalem, die mit dem Rabbi Isaac Elchanan’s theologischem Seminar in New York einen Austausch von Professoren, Studenten und Publikationen pflegen soll, wurde von der Vereinigung der orthodoxen Rabbiner von Amerika und Kanada auf ihrer vor kurzem beendeten Konferenz beschlossen. Es wurden Komitees eingesetzt, die die Errichtung einer Weltjeschiwa in Jerusalem vorbereiten sollen. Oberrabbiner Kook ays Jerusalem machte den Vorschlag, dajl das Oberrabbinat von Palästina, das offiziell von der britischen Regierung anerkannt ist, so ausgestaltet werde, daß es die größten lebenden jüdischen Gelehrten in der ganzen Welt um sich versammle und auf diese Weise die geistige Autorität für die Weltjudenheit werde. Der Vorschlag wurde von der Konferenz angenommen. Es wurde ein Komitee ernannt, das für die Errichtung eines angemessenen Heimes für das Oberrabbinat in Jerusalem, das dann auch das Weltrabbinat aufnehmen wird, sorgen soll. Die ersten Promovierungen an der Rechtswissenschafts-Hochschule in Palästina Jerusalem (J.T.A.). Die staatliche Rechtswissenschafts-Hochschule in Jerusalem verteilte am 10. Juni Abgangszeugnisse an die ersten Studenten, die den Kursus mit Erfolg beendet haben. Fünfundvierzig Studenten haben promoviert, unter ihnen achtunddreißig Juden. Die Promovierten wurden von dem Oberstaatsanwalt von Palästina, Herrn Normann Bentwich, beglückwünscht. Ansprachen hielten: ein arabischer und ein jüdischer Promovierter, sowie ein arabischer und ein jüdischer Lehrer. Der jüdische Lehrer betonte in seiner Rede, daß die Hochschule für Rechtswissenschaft in Jerusalem der einzige Ort der Welt sei, wo moderne Gerichtsbarkeit in hebräischer Sprache gelehrt wird. Aus der jüdischen Welt Deutschland General Deimling über die Juden im Kriege Berlin (J.T.A.). In dem soeben erschienenen Heft 25 der Berliner Zeitschrift „Roland“ äußert sich General der Infanterie v. Deimling in einem Artikel „Zur Legendenbildung“ auch über das Verhalten der Juden im Kriege. Er wendet sich gegen das Schlagwort, das die Juden für den Verlust des Krieges verantwortlich macht und bemerkt dazu: „Wer ist denn am verlorenen Kriege schuld? Doch nicht die Juden. Sondern schuld ist die erdrückende Übermacht der Feinde an Soldaten und Kampfmitteln und die furchtbare Wirkung der Hungerblockade. Ebenso wenig sind die Juden schuld an der Revolution. Die Revolution ist nicht gemacht worden, sondern sie kam, weil sie mit Naturnotwendigkeit kommen mußte als Folge der Unterlassung rechtzeitiger Reformen im Innern und als Folge des unglücklichen Kriegsausganges .. Ich habe als kommandierender General viele Juden im Schützengraben gesehen und habe die Wahrnehmung gemacht, daß die jüdischen Soldaten und Offiziere ihre Pflicht und Schuldigkeit gerade so getan haben, wie ihre christlichen Kameraden. Manchem Juden konnte ich das Eiserne Kreuz verleihen, einigen sogar das Kreuz 1. Klasse. Gewiß wird es auch Juden gegeben haben, die ihr Leben höher schätzten als kriegerischen Lorbeer; solche aber hat es auch unter den Christen gegeben. Die gehässige Verallgemeinerung des Vorwurfs der Drückebergerei, die ist es,, die jeder Gerechtdenkende auf das schärfste verurteilen muß. Etwa 10 000 jüdische Kriegsteilnehmer sind an der Front gewesen, d. h. vier Fünftel aller jüdischen Feldzugsteilnehmer. Etwa 12 000 jüdische Kriegsteilnehmer haben die Heimat nicht wiedergesehen. Das heißt, die deutschen Juden haben Blutopfer gebracht, die nach Lage der Dinge durchaus entsprechend sind. Etwa 35 000 Stad kriegsdekoriert, 23 000 befördert worden, darunter mehr als 2000 zu Offizieren. Das heißt, die jüdischen Kriegsteilnehmer haben an den Erfolgen kriegerischer Leistungen in einer dem Durchschnitt entsprechenden Weise teilgenommen. Im Flugzeugdienst waren viele Hundert jüdischer Soldaten. Der mit dem Orden „Pour le merite“ deko-

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