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Das jüdische Echo · 1924-06-20 · 25 (20.6.1924) · p. Seite 125

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
25 (20.6.1924)
Date
1924-06-20
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 125 Günstige Äußerung des britischen Gesandten in Washington über die zionistische Politik Das Colonial Office hat Sir Herbert Samuel eine Kopie eines vom britischen Gesandten in Washington Sir Esme Howard eingegangenen Memorandums über Palästina eingesandt, worin sich dieser in Anknüpfung an seine Unterredung mit dem jetzt in Amerika weilenden palästinensischen Oberrabbiner Kook günstig über die zionistische Politik äußert. (Ziko.) Deutschland Neue Dokumente zur Affäre Dreyfuß. — Die damalige deutsche Regierung, sowie Kaiser Wilhelm II. waren gegen eine Aufdeckung der Wahrheit zugunsten Dreyfuß’ Berlin (J.T.A.). In diesen Tagen erscheint die ^dritte Serie der großen Aktensammlung, die im Aufträge des auswärtigen Amtes herausgegeben wird. Dieser Band bringt interessante amtliche deutsche Dokumente über die „Dreyfuß-Aftäre und die inneren Verhältnisse Frankreichs 1896 bis 1899“. Den deutschen Standpunkt formulierte der damalige Staatssekretär Bernhard v. Bülow in einem Telegramm von Semmering, den 29. September. 1898 an das Auswärtige Amt, aus dem die folgenden Stellen charakteristisch sind: „Ein Sieg der Antirevisionisten ist nicht zu wünschen, weil ein solcher zur Diktatur und diese zum Krieg gegen uns führen könnte ... Andererseits ist nicht zu wünschen, daß Frankreich durch eine rasche und eklatante Reparation von Dreyfuß sich sofort wieder die liberalen und jüdischen Sympathien erwirbt. Am besten ist es, wenn die Affäre weiterschwärt, die Armee zersetzt und Europa skandaliert.“ Als später das linksdemokratische Kabinett Waldeck-Rousseau gebildet wurde, welches mit aller Energie die Affäre Dreyfuß liquidieren wollte, berichtete der deutsche Botschafter in Paris an den Staatssekretär von Bülow, daß der Prämierminister Waldeck-Rousscau persönlich beim Botschafter erschienen sei und ihn gefragt habe, ob die deutsche Regierung eine Anfrage der französischen Regierung zwecks Aufklärung der Angelegenheit beantworten würde. Staatssekretär v. Bülow lehnte ab, die verlangten Eröffnungen zu machen, was bei der französischen Regierung Bestürzung hervorrief. Der deutsche Militärattachee in Paris, Freiherr von Süßkind, berichtet über eine Unterredung mit dem französischen Kriegsminister General von Gallifet, der den deutschen Kaiser um Gestattung der kommissarischen Vernehmung des Obersten von Schwartzkoppen in Deutschland bitten ließ, ln dem Bericht, der vom 6. September 1899 datiert ist, heißt es u. a.: „Wenn seine Majestät die Gnade haben wollten, seine inständige Bitte zu erfüllen, so werden sich Seine Majestät, fuhr der General fort, ein hohes Verdienst um Wiederkehr von Ruhe und Ordnung in Frankreich erwerben.“ Dazu macht Wilhelm II. die Randbemerkung: „Was geht mich die an! Ich bin nicht Kaiser der Franzosen! Außerdem will es das Kriegsgericht nicht.“ Tatsächlich lehnte das Kriegsgericht den Antrag der Verteidigung auf kommissarische Vernehmung des Obersten v. Schwartzkoppen ab. Dreyfuß wurde am 9. September von dem 2. Kriegsgericht in Rennes mit fünf gegen zwqi Stimmen unter Zubilligung mildernder Umstände zu zehn Jahren Detention verurteilt. Der deutsche Geschäftsträger in Paris nennt das Urteil „ein Monstrum, als solches von der öffentlichen Meinung der gesamten zivilisierten Welt verurteilt!“ Hakenkreuzlerischer Überfall in Köln „Die Welt am Montag“ berichtet über antisemitische Ausschreitungen, die vor einigen Tagen in Köln a. Rh. vorgekommen sind, und die sich gegen die dortige jüdische Studentenverbindung „Bar Kochba“ gerichtet hatten. Die Verbindung jüdischer Studenten „Bar Kochba“ hatte eine Zusammenkunft in ihrem Heim Görresstraße-Jahnstraße. Die Versammlung wurde durch heftiges Gepolter gegen die Haustür und Absingen des Erhardtliedes gestört. Gegen 10 Uhr verließ man das Haus, um durch die kaum beleuchtete Görresstraße auf den Rathenauplatz zu gelangen. Auf einen Pfiff hin stürzte sich plötzlich von drei verschiedenen Seiten eine mit Knüppeln bewaffnete Horde junger Burschen — ca. 40 Mann — auf die ahnungslosen 8 jüdischen Studenten, die bar jeder Abwehrmittel dem Überfall nur wenig Widerstand entgegensetzen konnten. Drei von ihnen wurden so verletzt, daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Von Polizei war während dieses Vorfalles nichts zu sehen. Erst dem Bemühen eines Studenten gelang es, aus dem beachbarten Polizeirevier zwei Beamte herbeizuholen. Ein hakenkreuzgeschmückter Jüngling wurde gestellt. Er drehte den Spieß um und sagte, er sei überfallen worden. Er brachte zwei weitere Zeugen heran, deren Namen dann ebenfalls festgestellt werden konnten. Albert Einstein. Der Völkerbund ernannte kürzlich zum Mitglied der Kommission für internationale geistige Zusammenarbeit den bekannten Professor Einstein. Die „Süddeutsche Isr. Wochenschrift“ Berlin (J.T.A.). Wir werden vom Verlag „Graphia“ um die- Mitteilung ersucht, daß die in Ingolstadt a. D. erscheinende „Süddeutsche Israelitische Wochenschrift“ nicht auf Veranlassung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden begründet worden ist. Herausgeber der neuen Wochenschrift ist der Verlag „Graphia“ in Ingolstadt. DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNGMÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN

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