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Das jüdische Echo · 1924-06-13 · 24 (13.6.1924) · p. Seite 115

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
24 (13.6.1924)
Date
1924-06-13
Page
Seite 115 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 115 Aufbauwerk der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina beruht: der Grundsatz der Eigenproduktion. Wir haben daher die Absicht, auch in die Industrien einzudringen, die mit unserer Tätigkeit in Zusammenhang stehen, wie Steinbrüche, Ziegeleien usw. Alles das wird bisher von nichtjüdischen Arbeitern betrieben, und wenn es uns gelingt, unser Betriebskapital zu erhöhen, wird sich hier ein weites Feld für unsere Tätigkeit eröffnen. Das Eindringen in diese Zweige der Tätigkeit wird wieder eine schwere Aufgabe sein, denn wieder bedeutet es, Arbeiter bereitzustelle.n, die der schweren Arbeit gewachsen und fachlich ausgebildet sind, bedeutet es Produktionsmittel wie Maschinen und neue Kapitalien zu beschaffen. Betrachten wir die ganze Geschichte des Misrad, so ist es unvorstellbar, wie der Zionismus ohne ihn hatte bestehen können. Denn er war es, der die Eingliederung der ganzen dritten Alijah ermöglicht hat. Ohne ihn wäre es zu einer ungeheuren und nicht mehr tragbaren Krisis gekommen. Er ist es auch jetzt, der die Reserve für die vierte Alijah darstellt und sie dadurch erst möglich macht. Er hat ein neues großes Gebiet für die jüdische Arbeit erschlossen, das sonst der arabischen Arbeit allein Vorbehalten geblieben wäre. Die schmerzlich erkaufte Erfahrung von zwanzig Jahren Kolonisationsarbeit hat uns gelehrt, daß nur die Kolonisation der jüdischen Arbeiterschaft eine Gewähr dafür bietet, daß der nationale Charakter unserer Siedlungsarbeit erhalten bleibt. Ebenso wie auf dem Lande, so kann sich die jüdische Arbeit auch in der Fabrik in der Stadt nicht in der privaten Kolonisation halten, wenn sie auch mit noch so vielen zionistischen Sentiments und zionistischen Geldern begonnen wird. Das zeigt sich im Lande schon heute ganz klar und deutlich. So hat der Solelboneh, indem er die dauernde Möglichkeit der jüdischen Arbeit in der Stadt geschaffen hat, einen wichtigen Beitrag zur Lösung unserer nationalen Frage geleistet. Und darüber hinaus ist die Lösung unserer sozialen Frage durch ihn weiter gefördert. Worum es geht, ist die Frage, ob die jüdische Arbeiterschaft in Palästina einen konstruktiven oder einen dogmatischen Sozialismus vertreten und betreiben soll. Wir haben in einem Kolonialland ganz andere Bedingungen und auch ganz andere Möglichkeiten als eine Arbeiterbewegung in Europa. Wir, die Mehrheit der Arbeiterschaft des Landes, wollen nicht auf ein tausendjähriges Reich warten, das einstmals irgendwann kommt. Wir wollen die Möglichkeiten des Augenblicks ausnutzen. Die Histadrut Haklalit ist für uns nicht nur eine Gewerkschaft, sie soll immer mehr ein Organ des konstruktiven sozialistischen Aufbaus werden. Der Solelboneh als ein integrierender Teil von ihr, der heute der größte Unternehmer des Landes ist, hat diesem Prinzip auch in der städtischen Kolonisation zum Durchbruch verholfen. In ihm hat sich die Arbeiterschaft auch für die städtische Kolonisation ein Organ geschaffen, durch das sie ohne Privatkapital und ohne Privatunternehmer, ohne Ausbeuter und ohne Ausgebeutete aus eigener Kraft und auf eigene Gefahr und Risiko und nach eigenem Ermessen an der Vergrößerung des zionistischen Kolonisationswerkes arbeitet und schafft. Die Jewish Ägency (Das neue Stadium.) Der Haolom, das offizielle Organ der zionistischen Leitung schreibt: . , Die Amerikaner sind bereit, beim Aufbau der Jewish Agency mitzuwirken, aber sie betrachten es nicht als wünschenswert, daß zunächst ein Übergangsstadium eintreten soll, während dessen die Nichtzionisten lediglich an einem Council mit beratender Funktion teilnehmen. Sie wollen vielmehr die volle Verantwortung für die Funktion der Jewish Agency, das nationale Heim für das jüdische Volk in Palästina aufzubauen, teilen. Demgemäß schlagen sie vor, daß ein Council aus 150 Mitgliedern gebildet wird, der zur Hälfte aus Zionisten und zur Hälfte aus Nichtzionisten besteht. Die zionistischen Vertreter stellt der Zionistenkongreß; die nichtzionistischen Vertreter werden von den einzelnen Ländern entsandt, je nach der Zahl der jüdischen Bevölkerung und der Leistung für den Keren Hajessod. Unter diesem Gesichtspunkt glaubt man, daß auf die Amerikaner etwa 40 Prozent der gesamten Anzahl entfallen würden. Diese amerikanischen Vertreter sollen von einer panamerikanischen Konferenz der propalästinensischen Nichtzionisten gewählt werden. Die selbstverständliche Voraussetzung des amerikanischen Vorschlags bildet die Verpflichtung der in der Jewish Agency vereinigten Gruppen zur Aufbringung der für den Aufbau Palästinas erforderlichen Mittel. Auf die Veröffentlichung des Herrn Levite antwortet Herr Grünbaum im „Najen Hajnt“. Nr. 123 mit einem Artikel „Eine neue Wendung“, worin er den Vorschlag der Amerikaner begrüßt und erklärt, dieser Vorschlag sei den Forderungen der zionistischen Opposition viel näher, als die verschiedenen Kompromißresolutionen des Kongresses und des Aktionskomitees. Herr Grünbaum sagt, Herr Marshall habe den Mut zu einem großen Plan gezeigt, der der Zionistischen Exekutive gefehlt hat. Wir glauben, daß Herr Grünbaum im historischen Teil seines Artikels im Irrtum ist. Denn obwohl die Opposition schon vor dem 13. Kongreß und seitdem immer wieder die Exekutive beschuldigt hat, daß sie nach einem reinen Notabelnsystem Persönlichkeiten in die Jewish Agency hineinziehen will, so war dies doch niemals die Absicht der Exekutive. Die Exekutive und vor allem Dr. Weizmann, hat vielmehr die größten Anstrengungen gemacht, um die im amerikanischen Judentum maßgebenden Kreise für die Idee des Aufbaus Palästinas zu gewinnen, weil diese Kreise gewissermaßen den Schlüssel zum amerikanischen Judentum bilden. Es war stets beabsichtigt, im geeigneten Moment eine Konferenz einzuberufen, die so repräsentativ als möglich sein soll. Wir haben schon in unserer letzten Nummer darauf hingewiesen, daß leider unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Einberufung eines Weltkongresses, den wir alle herbeiwünschen und den als erster Dr. Weizmann schon in seiner Eröffnungsrede zum 12. Kongreß gefordert hat, nur die eine Folge gehabt hätte, daß nicht jener Grad von Repräsentation erreicht worden wäre, der wirklich eine Garantie für die Teilnahme des jüdischen Volkes in all seinen Schichten gewesen wäre. Daher ist es notwendig, sich den eigentümlichen Erfordernissen jedes Landes anzupassen, und daher war es notwendig, in Amerika diesen Umweg zu gehen. Die Verhältnisse in Amerika sind aber schneller zur Reife gekommen, als die meisten von uns gedacht haben. Zwei Kräfte haben, um einen Ausspruch von Sokolow zu wiederholen, diese Entwicklung beschleunigt: Erez Israel und Chaim Weizmann. Die erste Kraft, Erez Israel, hat sich an den zahlreichen Besuchern bewährt, die von Amerika aus in Palästina waren. Ein charakteristisches Beispiel liefern die Äußerungen von Felix Warburg, dem Präsidenten des Joint, der noch vor einiger Zeit nichts vom Zionismus wissen

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