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Das jüdische Echo · 1924-06-13 · 24 (13.6.1924) · p. Seite 116

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
24 (13.6.1924)
Date
1924-06-13
Page
Seite 116 (sequence 6)
Language
German
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116 Das Jüdische Echo Nr. 24 wollte, und jetzt in Palästina an die Verwirklichung der nationalen Heimstätte glauben gelernt hat. Die zweite Kraft war Weizmann, der in unermüdlicher Arbeit und in einer großangelegten Propaganda von bisher im Zionismus nie dagewesenen Dimensionen das amerikanische Judentum für unsere Sache zu gewinnen versucht hat. Das Resultat sehen wir jetzt, und niemand von uns kann wissen, wie diese Entwicklung weitergehen wird und in welcher Weise sie für Palästina fruchtbar werden wird. Nur das eine wissen wir: Wenn es gelingt, alle diese jüdischen Kräfte auf den Aufbau unserer Heimstätte zu konzentrieren, dann wird die nationale Heimstätte vielleicht schon in unserer Generation nicht nur auf dem Papier, sondern in der Wirklichkeit eine vollendete Tatsache sein. Es ist kein Zweifel, daß eine solche Entwicklung die gewaltigsten revolutionären Wirkungen auf das gesamte Judentum der Diaspora ausüben würde und daß die Wechselwirkung zwischen Palästina und Galuth, die wir bereits jetzt in ihren Anfängen beobachten können, uns zu einer Periode nationaler Stärke und schöpferischen nationalen Aufschwungs führen wird. Die entscheidende treibende Kraft in dieser Entwicklung ist aber die Zionistische Organisation- Wenn wir den Vorschlag der Amerikaner betrachten, so muß es uns klar sein, daß die 60 Prozent, die die Zionistische Organisation zu stellen hat, der führende und ausschlaggebende Faktor in der Jewish Agency sein werden. Dazu ist notwendig, daß die Zionistische Organisation innerlich konsolidiert wird und daß die nutzlosen Parteikämpfe, die unsere kostbarste Energie verschwenden, aufhören. In dieser Beziehung betrachten wir den Artikel Grünbaums als ein günstiges und erfreuliches Symptom. Er zeigt vielfach Verständnis für die Realitäten und er beweist, daß es bei einigem guten Willen zu einer vollen Verständigung innerhalb des zionistischen Lagers, zumindest über die Hauptpunkte unserer künftigen Politik kommen kann. Nur eine Voraussetzung ist dazu erforderlich: Es muß das Vertrauen innerhalb der zionistischen Reihen wieder hergestelit werden. Auch Herr Grünbaum muß glauben, daß niemand die zionistische Sache an Notabein verraten wollte oder will, und daß die Tätigkeit der zionistischen Führer zur Gewinnung der Mitarbeit der nichtzionistischen Kreise lediglich von dem Wunsche bestimmt war, die nationale Heimstätte realisiert zu sehen und damit der ganzen zionistischen Sache die größte Stärkung zuteil werden zu lassen, die überhaupt denkbar ist. Wir dürfen jedoch nicht glauben, daß nunmehr alle Schwierigkeiten schon überwunden sind. Im Gegenteil. Ob das Aktionskomitee oder später der Kongreß die amerikanischen Vorschläge annehmen wird oder nicht, jedenfalls wird die Bildung der Jewish Agency und die Durchführung aller anderen Aktionen, die die Voraussetzung für den Aufbau Palästinas bilden, noch viele und große Schwierigkeiten machen, und an uns Zionisten noch die stärksten Anforderungen stellen. Es wäre vielleicht ein großes Glück, wenn wir diesen kommenden Schwierigkeiten eine geeinte Front und geeinte Kraft gegenüberstellen könnten, in dem Bewußtsein, daß die zionistische Idee schließlich doch siegreich bleiben muß.“ (Ziko.) Die Rutenberg-Konzession Beratung im englischen Oberhaus. Am 28. Mai gab der Unterstaatssekretär der Kolonien, Lord Arnold, im House of Lords einen Bericht über die Rutenberg-Konzession in Palästina, und zwar als Antwort auf eine Anfrage Lord Raglans, ob Rutenberg die Bedingungen erfüllt hätte, unter welchen man ihm die Konzession übertragen hat, und welche Arbeiten bisher wirklich ausgeführt oder genehmigt worden seien, und ob irgendwelche Zwangsmaßnahmen hatten getroffen werden müssen, um den Erwerb von Land oder die Errichtung von Anlagen zu ermöglichen. Lord Arnold erklärte, daß eine Konzession für Versorgung des Jaffa-Distrikts mit elektrischem Strom bereits in Kraft sei und zwar durch die Jaffa Electric Company. Vor kurzem noch hätte der High Commissioner mitgeteilt, daß diese Gesellschaft zur Zufriedenheit der Konsumenten arbeite, und daß sie die in der Konzession enthaltenen Fristen und Bedingungen in korrekter Weise erfülle. Zurzeit werden Jaffa und Tel Awiw mit elektrischem Strom für Privat- und Straßenbeleuchtung, Wasserversorgung und industrielle Zwecke bedient. Petach Tikwah wird ebenfalls versorgt werden, und zwar durch die vorhandene Kraftstation in Tel Awiw oder durch die hydroelektrische Station am Audja-Fluß. Die erwähnte Kraftstation besteht aus zwei 1000 PS-Dieselmotoren. Von Jaffa und Tel Awiw sind fünf Kilometer Hochspannungsuntergrundkabel gelegt worden, die den Strom zu fünf Unterstationen mit Transformatoranlagen leiten. Eine Hochstromleitung von 18 Kilometer wurde von der Jaffaer Kraftstation nach Sarafend gelegt und bedient eine Reihe von Orten im südlichen Teil des Jaffa- Distrikts. In kurzem soll noch ein dritter Dieselmotor fertiggestellt werden. Zu seiner Freude, erklärt Lord Arnold, hätte er erfahren, daß seit Oktober 1923 die arabische Stadtgemeinde von Jaffa sowie einzelne arabische Verbraucher elektrischen Strom von der Jaffaer Station beziehen. In Tel Awiw gäbe es 184 Straßenlampen und in Jaffa 126. Die Zahl der Privatkonsumenten in Tel Awiw betrüge 800 und in Jaffa 260. Was die größere Jordan-Konzession betrifft, so lägen hier die Dinge etwas anders. Laut dem Abkommen mit Herrn Rutenberg vom 21. September 1921 sollte einer Gesellschaft mit einem autorisierten Kapital von nicht weniger als 1 000 000 Pfund, wovon mindestens 200 000 Pfund in bar eingezahlt sein müßten, eine Konzession gewährt werden, und zwar sollte die betreffende Gesellschaft innerhalb zweier Jahre, vom Datum des Abkommens an gerechnet, um diese Konzession einkommen. In der angegebenen Zeit wurde wirklich um die Konzession angefordert, und er sei zufrieden, daß tatsächlich eine solche Gesellschaft mit dem geforderten autorisierten und eingezahlten Kapital gebildet worden sei. Noch sei die Konzession bisher nicht übergeben worden; dies wird aber, wie er unterrichtet sei, bald geschehen. Unter diesen Umständen hätten die Palestine Electric Corporation, der die Konzession gewährt werden soll, ja noch nicht die Verpflichtung, ihre vertraglichen Aufgaben zu erfüllen. Tatsache indes sei, daß inzwischen bedeutende Fortschritte zu verzeichnen seien, mit denen der High Commissioner, wie er mitteilt, sehr zufrieden ist. Die technischen Untersuchungen über die am Jordan zu errichtenden Werke seien nunmehr beendet und die erforderlichen Pläne dem Colonial Office vorgelegt und nach Begutachtung durch dessen konsultierte Ingenieure genehmigt worden. Es gäbe somit in Palästina zwei Konzessionen und nicht eine, die den bisher größten Versuch darstellten, die natürlichen Quellen des Landes zu erschließen und zu entwickeln. Verhandlungen wegen Erwerbs des für die Kraftstation und andere nötige Anlagen erforderlichen Grundstücks seien im Gange und Angebote für die nötigen Maschinen und Materialien einge-

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